Mittwoch, 4. April 2018

Ausstellung „Zeugen der Urzeit“ in der Stadt-Galerie Hameln

Vom 5. April bis zum 21. April 2018 bietet die ECE Stadt-Galerie in meiner Heimatstadt Hameln seiner Laufkundschaft nicht mehr nur ein Konglomerat an „Fressläden“ und Jeans-Shops, sondern mit der Ausstellung „Zeugen der Urzeit“ eine in unserer Großortschaft vergleichsweise seltene Gelegenheit, um lebende Reptilien zu sehen.

Es handelt sich dabei um eine Wanderausstellung aus dem Hause der expovivo Tierausstellungen AG, welche bereits im September 2016 mit ihrer Ausstellung  „Die Wüste lebt!“ im A2 Center Hannover für Aufsehen sorgte, weil sich in einigen Terraristik-Gruppen in den „sozialen“ Netzwerken ein Shitstorm manifestierte, welcher den Betreibern in diesem Ausmaße vollkommen neu war. Ich berichtete: Ausstellung „Die Wüste lebt!“ im A2 Center Hannover

Die Ausstellung in Hamelns „Konsumtempel“ wurde zwar noch nicht offiziell eröffnet, dennoch bot sich mir heute die Gelegenheit für einen spontanen Besuch. Gezeigt wird ein Querschnitt der Herpetofauna. Neben bekannten Evergreens wie u.a. Grüner Leguan (Iguana iguana), Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis) und Halsbandleguan (Crotaphytus collaris) werden mit Taubagame (Tympanocryptis tetraporophora) oder Kronenbasilisk (Laemanctus serratus) auch etwas seltenere Arten ausgestellt. Doch nicht nur Reptilien sind zu sehen: Tigersalamander (Ambystoma tigrinum) sowie ein paar Arthropoden runden die Ausstellung „Zeugen der Urzeit“ ab. Ergänzt wird sie in den kommenden Tagen außerdem um kostenlose Führungen.

Die Terrarien sind für eine Wanderausstellung zwar gewohnt zweckmäßig aber trotzdem artgerecht eingerichtet. Sicherlich gäbe es an der einen oder anderen Stelle (z.B. beim leidigen Thema Bodengrund) durchaus noch Möglichkeiten für Verbesserungen, aber wirklich erwähnenswerte Mängel oder gar Verstöße gegen Haltungsrichtlinien waren für mich keine zu erkennen. Die Tiere verhielten sich vollkommen ruhig bzw. zeigten gesunde Neugier, statt Scheu und auch die Sauberkeit, das angebotene Futter, die Beleuchtungs- und Beregnungstechnik sowie der vorhandene Sichtschutz waren mehr als nur in Ordnung. Letzterer wurde im Terrarium eines Pantherchamäleons (Furcifer pardalis) im Vergleich zu den seinerzeit leider kaum vorhandenen Versteckmöglichkeiten für ein Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus) in der Wüsten-Ausstellung Hannover sogar immens verbessert! Hier scheinen sich die Betreiber die seinerzeit in der Sache zwar stellenweise durchaus berechtigte, aber leider auf eine meines Erachtens bis auf wenige Ausnahmen total unverschämte Art und Weise von Vertretern unserer Zunft anonym im Internet, statt im direkten Gespräch mit den Betreibern, vorgebrachte Kritik zu Herzen genommen zu haben.

Dies verdient Lob, ebenso wie die Bereitschaft der Stadt-Galerie Hameln, eine solche Ausstellung mit „Spannungspotential“ nach Hameln zu holen, mit der den Besuchern laut eigenen Angaben nicht nur ein besonderes Erlebnis geboten, sondern auch eine Lanze für den Schutz dieser faszinierenden Tiere gebrochen werden soll!

Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) - Symbolbild

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