Mittwoch, 5. April 2017

Das Aussterben der Fachzeitschriften

Terraristik-Fachzeitschriften gehören zu einer vom Aussterben bedrohten Spezies! In letzter Zeit ist nämlich ein trauriges Phänomen zu beobachten.


Aktuell sind drei namhafte Fachmagazine für die allgemeine Terraristik im Zeitschriftenhandel zu finden: Reptilia, TERRARIA/elaphe sowie DRACO – allesamt aus dem Hause des Natur und Tier Verlags. Jede dieser Fachzeitschriften hat eine eigene Zielgruppe. Während sich die Reptilia vorrangig an Hobby-Terrarianer richtet, liegt der Schwerpunkt der TERRARIA/elaphe eher auf dem wissenschaftlich interessierten „Herpeto-Terrarianer“. Dies wird u.a. auch durch die Kooperation mit der DGHT deutlich, die ihre Vereinszeitschrift elaphe in der TERRARIA etabliert hat. Wobei es natürlich viele Schnittmengen gibt und die meisten an Fachliteratur interessierten Terrarianer wahrscheinlich ohnehin beide Magazine beziehen, die im zweimonatigen Intervall erscheinen.

Die DRACO wiederum ist ein viermal jährlich erscheinendes Themenheft, welches ein Schwerpunktthema mit mehreren Artikeln von in der Regel verschiedenen Autoren beleuchtet. Dieses hochwertige Fachmagazin steht nun vor dem Aus! Bereits seit 2015 ist ein massiver Verfall dieses Magazin festzustellen. Nicht etwa in der Qualität – diese war bisher immer tadellos – sondern im Veröffentlichungsintervall. Die derzeit aktuelle Ausgabe Nr. 63 zum Thema „Europäische Amphibien“ erschien, wie auch einige Ausgaben zuvor, verspätet. Es handelt sich dabei um die dritte Ausgabe des Jahrgangs 2015! Die Ausgabe 4/2015, welche regulär Ende 2015/Anfang 2016 erscheinen sollte, war zuletzt für August 2016 angekündigt und sollte das Titelthema „Wandelnde Blätter“ behandeln – ein Thema, auf das ich mich als Wirbellosen-Terrarianer natürlich sehr gefreut habe. Eine Nachfrage auf der vom Chefredakteur Heiko Werning betreuten Facebook-Fanpage ergab nun jedoch, dass sich die Ausgabe 64 nicht nur noch etwas verzögern wird, es wird auch ein anderes Thema (Namibia) behandelt, weil der Hauptautor der geplanten Ausgabe aus persönlichen Gründen zurücktrat. Noch sehr viel trauriger ist jedoch die Meldung, dass es sich bei der kommenden Ausgabe voraussichtlich um die letzte Ausgabe der DRACO handeln wird! Als Grund wird angegeben, dass sich eine Fortsetzung im geschrumpften Markt wohl einfach nicht mehr lohne.


Nicht das erste „Todesopfer“

Schon vor der DRACO sind Terraristik-Fachzeitschriften „von uns gegangen“. Sei es die „terraristik“ vom Dähne-Verlag, die sich vorrangig an den Terraristik-Neuling richtete und für die ich die Kolume „Speikobra“ schrieb oder das mir damals ebenso sehr am Herzen liegende „Bugs – Das Wirbellosenmagazin“ vom Natur und Tier Verlag. Beide Zeitschriften wurden nach wenigen Ausgaben eingestellt, noch bevor sie sich richtig am Markt etablieren konnten.

Ursachen des Zeitschriftensterbens?

Nicht nur Nischenmagazine für die Terraristik haben es in der heutigen Zeit schwer. Sogar Tageszeitungen müssen mitunter um ihre Existenz kämpfen. Eine der Hauptursachen scheint das Internet zu sein. Aufgrund der regelrechten Informationsflut im Netz scheinen Printmedien für manche Leute den Wert verloren zu haben, den sie für Leser, die mit solchen Medien und nicht mit dem Internet aufgewachsen sind, noch haben. Informationen müssen heutzutage schneller denn je verbreitet werden, was Fachmagazine mit einem mehrwöchigen Erscheinungsintervall leider nicht leisten können. Dafür kann man aufgrund der erzwungenen längeren Vorlaufzeit bis zur Veröffentlichung annehmen, dass Artikel in redaktionell betreuten Magazinen professionell und korrekt recherchiert wurden. Andererseits haben Printmedien das Problem, dass fehlerhafte Artikel nicht direkt korrigiert und auch nicht vom Nutzer kommentiert werden können.

Aber das soll hier gar keine Grundsatzdiskussion zum Pro und Contra von Fachzeitschriften werden, die ich persönlich auch gar nicht als Konkurrenz zu Internetangeboten wie z.B. Blogs sehe. Aus meiner persönlichen Sicht sind Fachzeitschriften eine prima Ergänzung zu solchen Internetangeboten und umgekehrt.

Schaut man sich jedoch die stetig sinkenden Absatzzahlen von Fachmagazinen (nicht nur im ohnehin rückläufigen Nischenhobby „Terraristik“) an, scheint die Mehrheit der Nutzer dies anders zu sehen. Beobachtet man das Geschehen in den sozialen Netzwerken und Internetforen, wird ebenfalls deutlich, dass vor allem die „jüngere Generation“ schnelle Infos und diese am liebsten kostenlos konsumieren möchte. Der Wert von Fachliteratur ist bei vielen Vertretern der Generation Smartphone offenbar nicht so hoch, wie bei Leuten wie mir, die noch mit Zeitschriften aufgewachsen und daher vielleicht ein wenig emotional vorbelastet sind. So erinnere ich mich noch gerne an meine Kindheit zurück, als ich es nicht erwarten konnte, bis die nächste Ausgabe von
„Dinosaurier!“ erschien...

Zukunftsblick: Ist das Ende der Printmedien nah?

Man könnte annehmen, dass spezialisierte Fachmagazine ihr treuergebenes Publikum gefunden hätten und (wenn auch in kleineren Auflagen) in Zukunft bestehen können. Das Problem dabei ist jedoch, dass kleinere Auflagen von Nischenmagazinen umso mehr Geld kosten und Werbepartner evtl. das Interesse verlieren, wenn die Zielgruppe zu klein ist. Fasst man die Zielgruppe jedoch zu groß, ist die Absprungrate auch höher. Je umfangreicher und vielseitiger ein Magazin ist, desto mehr potentielle Leser kann es zwar gewinnen, desto mehr Leser werden sich aber auch die Frage stellen, ob sich der Kauf oder gar ein Abonnement eines Magazins lohnt, welches sie nur zu geringen Anteilen interessiert.

Die noch verbliebenden Fachmagazine zur allgemeinen Terraristik müssen diesen Drahtseilakt meistern, um auch in Zukunft am Markt bestehen zu können. Ob und wie lange sich spezalisiertere Nischen-Hefte wie die
Marginata, ein Fachmagazin zur Schildkrötenhaltung (ebenfalls Natur und Tier Verlag), in Zukunft noch halten können, wird sich zeigen.

Fazit:

Als Abonnent der meißten in diesem Artikel namentlich genannten Terraristik-Magazine finde ich es sehr schade, wenn diese aufgrund zu niedriger Absatzzahlen eingestellt werden. Ich würde ja jetzt dazu aufrufen, die noch bestehenden Magazine zu abonnieren, damit wenigstens deren Existenz für die Zukunft halbwegs gesichert ist, aber ich fürchte, dass die Leute, die sich für Fachmagazine bisher nicht interessiert haben, diesen Artikel sowieso schon nach den ersten paar Zeilen (wenn überhaupt) weggeklickt haben. So ist es leider. Zeiten ändern sich und neue Medien kommen und gehen.

Mittlerweile haben es ja auch geschriebene Blogs wie dieses hier nicht mehr leicht, weil immer mehr Leute lieber auf VLogs (also Video-Blogs) oder Audio-Podcasts umsteigen, wo das passive Konsumieren noch sehr viel weniger Hirnschmalz erfordert. Wir werden sehen, wohin uns das führen wird.

Was ist eure Meinung? Welche Fachmagazine lest ihr oder seid ihr schon komplett auf Online-Angebote umgestiegen?

 

Kommentare:

  1. Wir haben alle Zeitschriften vom NTV Verlag abonniert, viele seit der ersten Ausgabe! Und das wird auch so bleiben - bis zur letzten Ausgabe (die hoffentlich nie nötig wird). Der Trend weg von den Printmedien begann bereits in den 1990er Jahren. Was wir aber noch als viel bedenklicher Empfinden ist die Tatsache dass die modernsten Formate einfach nur noch massiv Oberflächlich sind, und sich gerade der Einsteiger alles mögliche "zusammengoogelt" ohne dabei wirklich fundiertes Fachwissen herausfiltern zu können.

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  2. Online Medien können definitiv keine Fachzeitschriften ersetzen und ich empfinde die aktuelle Entwicklung mehr als traurig...

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  3. Danke für die Infos. Ich lese noch immer gerne Draco, Reptilia und Terraria/Elaphe im Abo. Aber Zeiten, Gewohnheiten und Gesellschaften ändern sich. Es werden vermutlich höchstens Nischeninteressen und -angebote verbleiben.

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    1. Diese Nischen dann allerdings wohl auch weniger an den "Massenmarkt" gerichtet - also kein Verkauf mehr im Zeitschriftenhandel -, sondern eher in Form von Vereinszeitschriften, die die Auflagen anhand der Mitgliedszahlen etwas leichter regulieren können. Dann entweder als Online-Produkt (ePaper) oder, wenn die Anzahl an zahlenden Mitgliedern stimmt, auch in gedruckter Form. Dooferweise ist der von mir angenommene Grund, dass immer weniger Leute Geld für Fachliteratur ausgeben wollen, wo es doch die meisten Infos auch gratis im Internet gibt, auch der Grund, dass es vielen Vereinen an Nachwuchs mangelt.

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  4. Zunächst: In der Aufählung oben fehlt natürlich die traditions- und ruhmreiche SAURIA, die wollen wir doch nicht vergessen! Gerade auch, weil sie nicht von uns, also von NTV, ist.
    Ich hatte bislang öffentlich zu DRACO nichts gesagt, weil ich die Hoffnung hatte, dass der Verlag sich doch noch anders entscheidet. Danach sieht es im Moment nicht aus, aber ganz sicher weiß man es erst, wenn es so weit ist. Denn Verleger Matthias Schmidt hängt an dem Heft ebenso wie wir Redakteure und tut sich daher sehr schwer, es aus rein wirtschaftlichen Erwägungen einzustellen. Man muss dazu sagen, dass die Situation bei DRACO immer schon etwas anders war - das war nie ein ökonomisch funktionierendes Heft, sondern immer eher ein Liebhaberstück von uns (sowohl Matthias Schmidt als auch wir Redakteure sind ja selbst leidenschaftliche Terrarianer und Herper, wir haben uns da auch einfach einen eigenen Wunsch erfüllt). Früher hat sich das ordentlich getragen, seit einigen Jahren schon ist das Heft aber im Grunde defizitär und wird eben aus Begeisterung mit durchgezogen.
    Allerdings hat sich in der Tat, wie jeder sieht, der gesamte Markt sehr negativ entwickelt. Zum einen was Printprodukte angeht, zum anderen aber auch, was die Terraristik im Ganzen betrifft. Das trifft uns doppelt, denn wir haben nicht nur weniger Verkäufe, sondern es brechen auch viele Anzeigenkunden weg, weil sie ihre Geschäfte aufgeben oder die Terraristiksparte einstellen. Das hat die Spielräume soweit verengt, dass wir uns irgendwann ein kostenintensives Liebhaberprojekt wie DRACO wohl schlicht nicht mehr leisten können. Was sehr schade ist, wir hatten die folgenden vier Hefte natürlich längst geplant und Artikel angeworben.
    Vielleicht finden wir eine Möglichkeit, das Heft zumindest als unregelmäßige Sonderausgabe weiterzuführen, wir werden sehen.
    Den anderen Ausführungen von Marco Bergmann kann ich mich anschließen. Natürlich ist das Internet eine großartige Sache - ich verbringe mein halbes Leben darin. Aber ebenso natürlich bieten klassische Magazine eben etwas ganz eigenes, was es so im Netz nun einmal nicht gibt: gezielt zusammengestellte, redigierte, gegengelesene und gestaltete Artikel. Die man auch lesen kann, wenn man mal nicht vor einem Bildschirm klebt. Wir werden sehen, ob das nicht doch ausreichend Leuten wichtig genug ist, dass sie es gerne behalten wollen. Ich hoffe ja doch, dass das der Fall ist.

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    1. Die Sauria wurde nicht vergessen, sondern bewusst nicht erwähnt, da sie nicht im Zeitschriftenhandel, sondern nur direkt über die Terrariengemeinschaft Berlin bezogen werden kann. Sie nimmt für mich daher eine Sonderposition als Vereinszeitschrift ein. Genauso wie die "Athropoda" der ZAG Wirbellose und weitere. Hierbei hängt es mehr an den Vereinsmitgliedern als an Kioskäufern und Fremd-Abonnenten ob ein Magazin bestehen bleibt. Wenn viele Nicht-Mitglieder eine solche Vereinszeitschrift kaufen und sie so aus dem Schattendasein treten kann, trägt das aber natürlich sehr zu ihrem Erhalt bei. Die Sauria hat das geschafft.

      Vielen Dank für die Ergänzungen zur DRACO. Vielleicht hätte ein offensiver Umgang mit der Problematik das Magazin retten können? Dass die DRACO kränkelt, zeichnete sich ja schon längere Zeit ab. Wurde offensiv in den anderen Magazinen um Käufer und Abonnenten geworben? Den Eindruck hatte ich jedenfalls nicht. Wenn das Konzept "Themenheft" als Sonderausgabe umgesetzt wird, hoffe ich sehr, dass es aufgeht. Viel Erfolg dabei. Ich würde es kaufen.

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    2. Wenn die Exotenhaltung verboten wird, verschwinden sowieso die ganzen Magazine, Bücher und Blogs von der Bildfläche. :)

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  5. Ich spreche mal von mir selbst als ambitioniertem "0815-Terrarianer", was meint, ich habe vor allem ein Faible für die Evergreens unseres Hobbys, wie Leopardgecko, Kornnatter, Königspython und Co. und pflegen zudem versch. Wirbellose und ein paar wenige Anuren.

    Das bedeutet aber ganz und gar nicht, dass mich andere Themenbereiche nicht auch interessieren würden, im Gegenteil, jedoch... wen interessiert schon alles?

    Ich bin zeitlebens ein Vielleser und verschlinge seit jeher Bücher und Zeitschriften aller Art.

    Ich habe mir meistens, fast immer, die Terraria/Elaphe gekauft, die Reptilia, die Draco und auch die paar wenigen Ausgaben der wieder eingestellten Bugs und terraristik, hin und wieder das Aquaristik-Fachmagazin und früher auch regelmäßig die datz.

    Allerdings hatte ich keine der genannten Magazine im Abo, sondern habe sie in der Bahnhofsbuchhandlung gekauft. Durch eine Mitgliedschaft der dearge erhalte ich zudem regelmäßig die Arachne.

    In der Zeit, in der die bugs und die terraristik eingestellt wurden, begann man dann nach und nach auch die anderen Magazine dort nicht mehr anzubieten, von eingangs genannten Magazinen sind nur noch das AF und die Reptila erhältlich.

    "Eine Großstadt weiter" genau desselbe, seit derselben Zeit.

    Inzwischen ist der Preis für die Reptilia ja zudem noch erhöht worden, was ich als Konsequenz des mangelnden Absatzes natürlich völlig verstehe.

    Nur ist unser Hobby ja ohnehin nicht gerade billig und als kleine, angestellte Floristin verdient man kein Vermögen.

    Wenn ich dann also im Laden die Zeitschrift in der Hand habe und mich bis auf die kleineren Rubriken wie News, Kolumnune etc nichts anspricht - also gar nicht mein Thema ist - , tendiere ich schändlicherweise dazu, die Ausgabe um 20% zu erhöhen und mir gleich ein Buch zu kaufen, über ein Thema, welches mich konsequent interessiert.

    Wenn mir das Geld völlig egal sein könnte, würde ich vielleicht... wahrscheinlich anders handeln.

    Nur wem kann es das schon? Ist leider ein Teufelskreis.

    Aber ich verspreche zumindest,darüber nachzudenken und zumindest ein Abo der Terraria/Elaphe zu erwägen, die (hier?) ja anderweitig ohnehin nicht mehr zu beziehen ist, so dass mir bei der Reptilia weiterhin themenbedingt die Wahl bleibt, ob ich sie kaufen möchte oder nicht. Wäre schon schade...

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    1. Vielen Dank für dieses ausführliche Statement!

      Die Kostensituation ist tatsächlich ein Teufelskreis. Magazine reagieren auf Umsatzeinbußen und wegbrechende Werbepartner mitunter mit Preiserhöhungen. Dadurch springen mehr Leser ab, was zu weiteren Umsatzeinbrüchen führt usw. Ich kann auch sehr gut nachvollziehen, dass man als Kunde eher mal zu einem etwas teureren Buch greift, statt zu einem Magazin. Vor allem die DRACO liegt ja preislich im unteren Buchpreissegment. Der Kauf einzelner, thematisch interessanter Ausgaben fällt da sicherlich leichter als ein Abonnement. Bei einem Kombi-Abo mit der Reptilia gab es zwar immerhin einen Preisnachlass, aber auch da hab ich mir selbst schon öfter die Frage gestellt, ob sich mein Abo überhaupt noch lohnt, wenn manche Ausgaben von mir aufgrund des für mich vielleicht nicht ganz so interessanten Themas allenfalls überflogen werden.

      Wenn du ein Abo der TERRARIA/elaphe in Erwägung ziehst, wäre auch eine Mitgliedschaft in der DGHT eine Überlegung wert. Das ist zwar teurer als nur das Abo an sich, aber das Magazin ist in der Mitgliedschaft enthalten und du unterstützt damit direkt noch einen Verein, der sich für unser Hobby einsetzt.

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    2. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Medien in Zukunft als E-Paper eine bessere Verwendung haben. In den 1970 er Jahren begann eine Flut von Terrarien - Zeitschriften auf den Markt zu drängen. Eine kleine Auswahl habe ich seinerzeit abonniert. Durch persönliche Veränderungen war ich Anfang der 2000 er Jahre fast 9 Jahre nicht mehr aktiv. Mit meinem erneuten Einstieg war ich eher sehr erschrocken, was noch da war. In Richtung Umweltbewusstsein würde ich die einschlägigen Magazine gerne online beziehen. Vielleicht ist das auch ein einfacherer Weg, sie am Leben zu erhalten, oder wiederaufstehen zu lassen?

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    3. Dem ökologischen Aspekt stimme ich zu. Aber ich lese Fachliteratur trotzdem lieber offline. Das geschieht einfach viel bewusster. Da ich beruflich auch schon den ganzen Tag vorm Bildschirm hocke und dann noch in meiner Freizeit blogge, sind Printmedien für mich sehr erholsam. Würde es unsere einschlägigen Fachmagazine nur noch als E-Paper geben, würde ich sie wohl auch nicht mehr beziehen, sondern mich nur noch auf Bücher beschränken.

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  6. Ich schließe mich meiner Vorrednerin an. Ich beziehe geschätzt 50 % meiner Infos online, 40 % aus Büchern und nur 10 % aus Magazinen. Die kaufe ich nur wenn das Titelthema mich zufällig am Kiosk anspricht. Für einen ersten Überblick reicht das Internet aus. Bücher kaufe ich für tiefgehendere Infos. Viele kritisieren das Internet als oberflächlich. Ich finde durch die vielen Nutzer werden falsche Infos schnell korrigiert und wer halbwegs Ahnung hat kann die Infos auch richtig einordnen.

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    1. Tja und dies ist ein Trend, den ich durchaus kritisch sehe. Ob die meist anonymen Internetnutzer ein verlässliches Korrektiv sind, wage ich dann doch zu bezweifeln. Viele Leute picken sich im Internet ja sehr gerne einfach nur die Infos raus, die zu ihrer vorherigen Meinung passen. Da wird dann gerne solange gegoogelt, bis irgendwer an irgendeiner Stelle die eigene Meinung untermauert und schon fühlt man sich in dieser bestätigt und beendet die Informationsfindung. Das Ergebnis muss dann aber noch lange nicht stimmen. Das erlebe ich regelmäßig, wenn es um Haltungsbedingungen oder auch um Fragen zum Schutzstatus, zur Melde- und Nachweispflicht oder zur Einstufung von sog. "Gefahrtieren" geht. Mir graust es, was da teilweise für Bullshit im Netz verbreitet wird. Andererseits können Printmedien aktuelle Änderungen bei solchen übergeordneten Themen schlecht aufgreifen. Bei Büchern geht das noch mit einer neuen Auflage und in Magazinen mit einer entsprechenden Meldung im aktuellen Heft. Aber wenn diese nicht (erneut) gekauft werden, beziehen sich viele Leute noch auf veraltete Fachliteratur. Offenbar begreifen manche Leute das geschriebene Wort in einem Buch als für alle Zeiten fest verankert und machen sich dann gar nicht erst die Mühe, zu recherchieren, ob sich inzwischen vielleicht Änderungen ergeben haben.

      Wie schon in Artikel gesagt, es ist ein zweischneidiges Schwert, denn Vor- und Nachteile gibt es auf beiden Seiten, weswegen sich Online- und Printmedien aus meiner Sicht ja auch gut ergänzen.

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  7. Das Siegfried Vögele Institut in Königstein hat übrigens herausgefunden, dass sich Menschen besser an von Papier abgelernte Informationsquellen erinnern können. Das hab ich irgendwo im Internet gelesen. Wo? Das habe ich leider vergessen...

    Kleiner Scherz am Rande. Bitte sehr:
    http://www.presseportal.de/pm/6344/3412196

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