Montag, 20. Februar 2017

E.ON Energie-Ranking zu Haustieren

Zum heutigen „Liebe-dein-Haustier-Tag“ hat die E.ON Energie Deutschland GmbH ein Energie-Ranking erstellt, welches die Energiekosten verschiedener Haustiere miteinander vergleicht. Dies geht aus einer Pressemeldung hervor, welche ich vor einigen Tagen vom Konzern zugeschickt bekam. Der Energieanbieter kommt darin zu dem Ergebnis, dass Terrarientiere den ersten Rang in Sachen Energiekosten einnehmen. 

„Einige Haustiere, allen voran die exotischen, verbrauchen im Jahr sogar mehr Strom als Kühlschrank, Waschmaschine und Fernseher zusammen“, heißt es in der Pressemeldung. Stellvertretend für die Terraristik wird ein Gecko-Terrarium mit zwei Metern Länge und einem Meter Höhe genannt, welches für die Steuerung einer artgerechten Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beleuchtung jährliche Energiekosten in Höhe von 250 Euro verursacht. E.ON betont: „Bei wärmeverwöhnten Reptilien aus den Tropen schlagen die Energiekosten stärker durch als für Arten aus gemäßigten Klimazonen.“ Als Energiespartipp wird die Beleuchtung mittels LED genannt, welche zwar teuer in der Anschaffung ist, jedoch die Energiekosten senkt.

An zweiter Stelle werden im E.ON Energie-Ranking Aquarien mit geschätzten 200 Euro Energiekosten für Heizung und Beleuchtung eines 200 Liter-Aquariums für tropische Fische genannt. Die dauerhafte Filterung wird dabei leider nicht erwähnt. Rang 3 nehmen Pferde mit Energiekosten in Höhe von ca. 100 Euro für die winterliche Beheizung von Stall und Wassertränke ein. Den 4. Rang belegen Hunde, Katzen, Hamster und Vögel mit einem jährlichen Energieverbrauch von 0 Euro.
 

Diskussion:
In Bezug auf die Aussage, dass ein Terrarium für tropische Tiere mehr Kosten verursachen soll als Kühlschrank, Waschmaschine und Fernseher zusammen, muss betont werden, dass es hierbei natürlich auf den jeweiligen Einzelfall ankommt. Die jährlichen Kosten für die genannten Geräte sind schließlich von der jeweiligen Leistung und der Nutzungsdauer abhängig und liegen normalerweise weit höher als die Betriebskosten für ein einziges Terrarium.

Ein pauschales Ranking ist ohnehin schwierig, da die Energiekosten immer von der gehaltenen Tierart und den Umgebungsbedingungen abhängen. Ein großes Meerwasseraquarium für tropische Fische wird sicherlich mehr Energiekosten verursachen als ein Terrarium für Reptilien oder gar Amphibien aus gemäßigten Zonen. Meerwasseraquarien benötigen in der Regel mehr Technik als Süßwasseraquarien. Nanoaquarien für Wirbellose kommen womöglich sogar gänzlich ohne Technik aus. Ähnlich gravierende Unterschiede beim Energieverbrauch gibt es auch in der Terraristik: Hier werden ebenfalls diverse Arten von wirbellosen Terrarientieren gehalten, die in einer normal temperierten und beleuchteten Wohnung keine weiteren technischen Geräte benötigen. Die individuelle Umgebung spielt also eine große Rolle für die Berechnung der Energiekosten. Wer in einer warmen Dachgeschosswohnung wohnt, wird für den Betrieb eines Kaltwasseraquariums womöglich sogar mehr Energie für die Kühlung aufbringen müssen als für den Betrieb eines Wüstenterrariums. Umgekehrt wäre es, wenn die Haltung in einem kühlen Hobbykeller stattfindet.

Daher sind Aquarien und Terrarien in Bezug auf die durchschnittlichen Energiekosten als ziemlich gleichwertig zu bewerten. Sie teilen sich aus meiner Sicht den 1. Rang im Energie-Ranking.

Laut der E.ON-Pressemeldung fallen bei Vögeln keine weiteren Stromkosten an. Vögel benötigen jedoch – sofern sie keinen Zugang zu einer Außenvoliere haben – ebenfalls eine geeignete Beleuchtung mit UV-Anteil. Dies wird leider von vielen Haltern immer wieder vernachlässigt. Zu einer artgerechten Vogelhaltung gehört das richtige Licht aber dazu. Vögel sind in Sachen Energieverbrauch also gewiss keine 0-Euro-Position, sondern nehmen für mich einen separaten Rang zwischen Pferden und Hunden/Katzen/Kleintieren mit durchschnittlich 50 bis 75 Euro Energiekosten im Jahr ein – wieder abhängig von der gehaltenen Art und den äußeren Umständen.

Fazit:

Grob gesagt kann man festhalten, dass wechselwarme Tiere wie Terrarientiere und die für die Privathaltung relevanten Aquarien-Fische mehr von außen zugeführte Energie benötigen als Säugetiere und Vögel, die ihre Körpertemperatur durch ihre Stoffwechselaktivität regulieren. Dies bedeutet aber auch, dass ein Ranking in Bezug auf die Futterkosten genau gegenteilig ausfallen würde, wodurch sich die durchschnittlichen Gesamtkosten für den Unterhalt wieder angleichen.

Als Schlusswort ist ein Zitat aus der E.ON-Pressemeldung sehr gut geeignet:
„Auch wenn es wichtig ist, sich über die zusätzlichen Energiekosten zu informieren: Letztendlich sollten sie kein Entscheidungskriterium für oder gegen ein Haustier sein.“

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Kommentare:

  1. Die Stromkosten für das Wegsaugen von Hunde-/Katzenhaaren sind auch nicht zu unterschätzen.

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  2. Naja, aber ich sauge ohnehin 3-4x pro Woche. Mit Katzen wäre das sicherlich nicht deutlich mehr.

    Auch benötigt die Katze das Wegsaugen ja nicht im Rahmen einer artgerechten Haltung. Ein Reptil benötigt aber sehr wohl eine adäquate Beleuchtung.

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