Mittwoch, 7. Dezember 2016

Berliner Gefahrtierverordnung wird aktualisiert

Während der gestrigen Sitzung des Berliner Senats wurde die „Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere wildlebender Arten“ überprüft und teilweise aktualisiert, da die aktuell gültige Fassung am 19. Januar 2017 außer Kraft treten wird.
 
An den strikten Komplettverboten für Panzerechsen, (aus Sicht des Verordnungsgebers) potentiell tödlichen Giftschlangen sowie einigen Spinnen und Skorpionen wird sich nichts ändern. Das Verbot mit Erlaubnisvorbehalt für Pythons, Boas und Warane ab einer bestimmten Körperlänge, Schnapp- und Geierschildkröten, Krustenechsen, Vogelspinnen der Gattung Poecilotheria sowie die Blaue Burma-Vogelspinne (Cyriopagopus lividum syn. Haplopelma lividum) bleibt ebenfalls bestehen. Für diese weniger gefährlichen Tiere können die zuständigen Behörden weiterhin Ausnahmegenehmigungen erteilen. Hierfür muss der Halter der Behörde gegenüber seine Zuverlässigkeit und seine Sachkunde nachweisen. Außerdem müssen die Tiere ausbruchsicher untergebracht und das notwendige Equipment jederzeit in der Nähe des Tieres griffbereit sein.

Neu wird sein, dass die Halter von gefährlichen Tieren dafür sorgen müssen, dass andere Personen keinen unkontrollierten Zugang zur Haltungseinrichtung erlangen können. Eine weitere Änderung bezieht sich auf die Belege im Falle einer Abgabe eines gefährlichen Tieres, aus denen das Abgabedatum sowie Name und Anschrift des neuen Halters hervorgehen müssen. Diese Dokumente mussten bislang 5 Jahre aufbewahrt werden. In Zukunft soll diese Frist auf 10 Jahre erweitert werden.

Halter von potentiell tödlichen Tieren, welche dem Komplettverbot unterliegen aber zum Zeitpunkt der Schaffung der Gefahrtierverordnung im Jahr 2007 bereits gehalten wurden (Bestandsschutz), müssen einen geeigneten Notfallplan vorweisen. Für Halter von giftigen Tieren bezieht sich dies konkret auf die Vorratshaltung von Antiseren, was z.B. auch durch eine Mitgliedschaft in einem Serumdepot ausreichend erfüllt sei. Diese Regelung ist lobenswert, da die private Vorratshaltung von Antiseren, welche ebenfalls Gefahrstoffe darstellen und eine trügerische Sicherheit vorgaukeln, als für die meisten Halter nicht praktikabel abzulehnen ist. Fraglich bleibt aber, wie diese Auflage bei Arten zu erfüllen ist, für die es gar kein Gegengift gibt (wie z.B. im Falle einiger vom Verbot betroffenen Trugnattern).

Vor offizieller Revision der Verordnung wird diese nun erst noch dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme vorgelegt.
 
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1 Kommentar:

  1. Der Berliner Senat hat gestern (10. Januar), nach Stellungnahme durch den Rat der Bürgermeister, die aktualisierte Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere wildlebender Arten erlassen!

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