Dienstag, 25. Oktober 2016

Einschränkung von Rattlesnake Roundups in Texas gescheitert

Wie der Austin American-Statesman gestern berichtete, hat die Texas Parks and Wildlife Commission einen geplanten Antrag aus der Agenda ihrer November-Sitzung gestrichen, mit dem die Ausgasung von Klapperschlangen im Rahmen der alljährlich stattfindenden Rattlesnake Roundups in Texas beendet werden sollte.

Bei diesen Rattlesnake Roundups (auch Rattlesnake Rodeo genannt) ist es seit Jahren gängige Praxis, Klapperschlangen mit Benzingasen aus ihren Winterverstecken zu treiben, um sie zu fangen und anschließend zu töten. Um diese Praktik entstand in den Jahren ein regelrechter Kult, der zu einer jährlichen Massentötung von Klapperschlangen in Texas und anderen US-Staaten geführt hat. Gerechtfertigt wird dies mit einer Überpopulation an Klapperschlangen, der man nur durch Tötung Herr werden kann. Eine weitere Rechtfertigung für diesen (von den zuständigen Behörden abgesegneten) Volkssport ist, dass die Schlangen vor ihrem Ableben gemolken werden und das Gift für die wissenschaftliche Forschung (z.B. für Gegengifte und Medikamente) eingesetzt wird, während das Fleisch der Tiere für den menschlichen Verzehr und die Häute als Leder genutzt werden. Grundsätzlich Argumente, die ich als Nicht-Veganer und Befürworter einer verantwortungsvollen Jagd durchaus nachvollziehen kann. Problematisch wird es für mich, wenn Tiere zur Belustigung von Zuschauern in Massen auf nicht gerade respektvolle und möglichst schmerzfreie Art und Weise getötet werden, wie es bei den Rattlesnake Roundups leider häufig der Fall ist. Wer starke Nerven hat, wird bei YouTube fündig. Ein Verbot der Ausgasung hätte diesem Spektakel einen herben Schlag versetzt.

Der Grund für das geplante Verbot war, dass dem Ausgasen häufig auch andere, vollkommen unbeteiligte Tierarten zum Opfer fallen. Laut Verantwortlichen des Texas Parks and Wildlife Department (TPWD) gibt es geeignetere Methoden, die Klapperschlangen zu fangen und zu dezimieren, ohne dabei Nicht-Zielarten zu gefährden. Der Kommissionsvorsitzende entschied jedoch nun auf Druck der wichtigsten staatlichen Gesetzgeber, diesen Punkt aus der Tagesordnung der November-Sitzung zu streichen. Schließlich sind die Rattlesnake Roundups eine wichtige Attraktion und somit Einnahmequelle für die lokalen Gesetzgeber und Städte. Es ist wahrlich kein Wunder, dass von dort heftige Kritik am geplanten Verbot geäußert wurde. Da ein Vollzug ohne das Mitwirken dieser lokalen Behörden nahezu unmöglich wäre, ist der Antrag schon vor der Kommissionssitzung gescheitert.

Während in anderen US-Staaten das Ausgasen bereits verboten ist, geht das massenhafte Töten von Klapperschlangen in Texas also trotz Kritik von Biologen, Zoologen, Herpetologen und Ökologen weiter.

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