Donnerstag, 1. September 2016

EU-Verbot für Halogenlampen mit Reflektor

Am heutigen 1. September ist die sechste Stufe der Richtlinie 2009/125/EG des Europäischen Parlaments und des Rates in Kraft getreten, welche bereits 2009 das „Glühbirnenverbot“ innerhalb der Europäischen Union durchsetzte. Ab dem heutigen Tag dürfen Hochvolt-Halogenleuchtmittel mit gerichtetem Licht nicht mehr verkauft werden. Der Abverkauf von Lagerbeständen ist zwar noch erlaubt, sind diese jedoch erloschen, verschwinden die besagten Leuchtmittel endgültig vom Markt. Privatpersonen dürfen ihre Leuchtmittel natürlich ohne Konsequenzen weiter nutzen. Doch die Lebenszeit von Leuchtmitteln ist ja bekanntlich begrenzt.

Was bedeutet das für die Terraristik?
Halogenreflektorleuchtmittel sind innerhalb der Terraristik als Wärmequelle sehr beliebt, weil sie kostengünstig sind und mit ihnen, dank des eingebauten Reflektors, gezielt Sonneninseln in den Terrarien geschaffen werden können. Die Wärmeentwicklung als ökologischer Nachteil bei der Verwendung dieser Leuchtmittel im Alltag stellt für die Reptilienhaltung einen Mehrwert dar. Die besagten Hochvolt-Halogenleuchtmittel (230 V) bieten zudem den Vorteil, dass sie ohne Vorschaltgerät betrieben werden können. Die Richtlinie erlaubt ab heute nur noch den Verkauf von Niedervolt-Halogenleuchtmitteln (12 V) mit einer Lebensdauer von mehr als 4.000 Stunden und einer Energieeffizienzklasse von mindestens C. Für den Betrieb dieser Leuchtmittel benötigt man allerdings ein Vorschaltgerät (Trafo), welches die Netzspannung in Niederspannung umwandelt.

In den kommenden Jahren werden noch weitere Leuchtmittel aus dem Verkehr gezogen, die als „ineffiziente“ Beleuchtung gelten, jedoch innerhalb der Terraristik eine gewisse Rolle spielen. Seit April 2015 sind bereits Quecksilberdampflampen (HQL) in der EU verboten. Laut EU-Kommission soll die Richtlinie bis spätestens 2018 komplett umgesetzt werden. Bis die letzten Leuchtmittel vom Markt verschwunden sind, wird es zwar sicherlich noch eine ganze Weile dauern, aber langfristig wird es für Terrarianer wohl immer schwieriger, ihren Tieren eine ans Licht gekoppelte und damit aus meiner Sicht artgerechte Form der Wärmezufuhr zu bieten. Denn dafür benötigt man halt ineffiziente Leuchtmittel.

Aufgrund einer Nachfrage, ob nun auch die beliebte Bright Sun verboten ist, hier noch eine Ergänzung: Halogenmetalldampflampen (HQI) wie die Bright Sun sind nicht betroffen und wurden nach dem Verbot der Quecksilberdampflampen (HQL) neben LEDs als Alternative empfohlen, weil sie langlebiger sind und eine höhere Lichtausbeute haben als HQL oder normale Halogenlampen.

Außerdem gibt es noch ein Schlupfloch: Spezialleuchtmittel, die nicht für die Beleuchtung von Innen- und Außenräumen gedacht sind (wie z.B. Backofenlampen), sind nicht betroffen. Dies gilt meiner Einschätzung nach auch für Spezialleuchtmittel aus dem Heimtiersektor. Nur ist natürlich klar, dass eine 50 W Reflektorhalogenlampe im Baumarkt sehr viel günstiger ist/war als exakt dasselbe Modell in einer speziellen Terraristik-Verpackung im Zoofachhandel. 

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