Mittwoch, 24. Februar 2016

"EXOPET-Studie" der Uni Leipzig - unbedingt mitmachen!

Im Rahmen der aktuell laufenden Forschungsarbeit "Haltung exotischer Tiere und Wildtiere in Privathand: Situationsanalyse, Bewertung und Handlungsbedarf insbesondere unter Tierschutzgesichtspunkten" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München das Projekt "EXOPET" gestartet. Gestern wurde die bereits im Vorfeld angekündigte Website für dieses Projekt freigeschaltet: http://exopet-studie.de

Dort findet man neben Informationen zur laufenden Forschungsarbeit auch Online-Fragebögen, die sich an die Halter von (exotischen) Vögeln, Reptilien, Amphibien, Säugetieren und Fischen richten.

Hiermit sind alle sachkundigen und engagierten Tierhalter- und -züchter aufgerufen, bei diesem Projekt mitzumachen. Schließlich werden die Ergebnisse als Handlungsempfehlung an den Gesetzgeber formuliert und somit über die Zukunft der Tierhaltung in Deutschland entscheiden. Je mehr Leute mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse sein. Also unbedingt mitmachen!

Ergänzung: In den Diskussionen zu dieser Studie in den sozialen Netzwerken kamen inzwischen Bedenken auf, dass die Ergebnisse dazu verwendet werden könnten, die Reptilienhaltung erneut grundlos einzuschränken. An der Studie sind verschiedene Organisationen und Verbände beteiligt (Tiermedizin, Veterinärverwaltung, Naturschutz, Tierschutz, Tierhalterverbände, Zuchtorganisationen), die selber Experten für die Studie zur Verfügung gestellt haben. Natürlich sind darunter auch Tierhaltungsgegner, aber eben auch genug Leute, die unabhängig sind oder sogar für die Haltung von exotischen Tieren kämpfen. Die Sorgen sind aus meiner Sicht somit unbegründet. Die Studie soll zunächst einmal dazu dienen, die Haltungsbedingungen zu erfassen und dann entsprechend darauf zu reagieren. Die Tierhaltungsgegner in der Politik kritisieren dieses Vorgehen. Sie sind der Meinung, dass man schon jetzt ohne wissenschaftliche Grundlage z.B. anhand von Medienberichten Haltungsverbote und Positivlisten schaffen könne (siehe Kleine Anfrage der Grünen an die Bundesregierung). Durch die BMEL-Studie wird der blinde Aktionismus der Verbotsparteien gebremst. In welcher Art und Weise die Bundesregierung die Ergebnisse letztlich verwenden wird (und ob das überhaupt noch in der laufenden Legislaturperiode* geschieht), hängt von den Angaben ab, die Tierhalter und -züchter dort machen. Je mehr Tierhalter und -züchter die Teilnahme an der Befragung scheuen, desto mehr Gewicht haben die zu erwartenden Angaben von Tierrechtlern, die gewiss auch mit erfundenen Angaben zu schlechten Haltungsbedingungen an der Befragung teilnehmen, um die Ergebnisse zu ihren Gunsten zu manipulieren.

*Die Studie läuft bis April 2017 also bis kurz vor die nächste Bundestagswahl. Beschlüsse werden sehr wahrscheinlich erst in der nächsten Legislaturperiode folgen. Sollte es nach der Wahl eine Rot-Grüne-Koalition geben, werden die Ergebnisse wahrscheinlich zu unseren Ungunsten ausgelegt, um die von der SPD geplanten Positivlisten auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen. Über die Zukunft der Tierhaltung in Deutschland wird also neben dieser Studie auch die nächste Bundestagswahl entscheiden. Fakt ist bei beidem jedoch: Wer nicht mitmacht, unterstützt die Gegenseite

Kommentare:

  1. Lachhaft... KEINE meiner Arten kann ich in den Bestand eintragen...

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    1. Auch nicht in den Zusatzfeldern? Das müssen ja echt seltene Arten sein. Oder die Nomenklatur stimmt nicht überein. Hast du es mal mit älteren Artnamen versucht? Ich hatte mit meinem Bestand keine Probleme. Aber gut, der besteht ja zum größten Teil auch aus Allerweltsarten, die als Tierschutzfall zu mir kamen.

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  2. Lachhaft ist wohl nur Ihr Lesevermögen. Weiter unterhalb des Ankreuzbogens können sämtliche aktuell gehaltenen Arten eingetragen werden. Es gilt wie immer: wer lesen kann ist klar im Vorteil!

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    1. Es funktioniert nicht!

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    2. Nicht mit dem Handy machen! Nur über einem PC oder Laptop funktionieren alle Sachen reibungslos! Halte eigentlich nur nicht "allerwelts" Arten und die waren alle dabei!

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  3. Trotzdem werden einige - teilweise seit 20 JAhren anerkannten - Arten als ungültig angegeben (z.B. Saurodactylus brosseti, Agkistrodon russeolus)

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    1. Saurodactylus mauretanicus geht!

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  4. Leider ist es nicht möglich, "weitere Eintragungen" (Pantherchamäleon) vorzunehmen, da alle Versuche UNGÜLTIG sind. Somit kann der Bogen von mir nicht ausgefüllt werden.

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    1. Dort, wo man die Arten angeben soll (4.), steht unten folgendes:

      "Hier können Sie bis zu 25 weitere Reptilienarten aus Ihrem aktuellen Bestand eintragen. Zur eindeutigen Zuordnung verwenden Sie bitte die wissenschaftliche Artbezeichnung"

      Gibt man dort "Furcifer pardalis" ein, kann man das Pantherchamäleon problemlos für seinen Bestand angeben. Daher weiß ich nicht, wo das Problem bei dir ist.

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    2. Eintrag war bei beiden Versuchen ungültig. Ich versuche es noch mal...

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    3. Funtioniert nicht! Und ich habe Deine Schreibweise kopiert "Die Antwort Furcifer pardalis ist ungültig" Sorry, aber ich lass es nun, schade!

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    4. Bei mir (am Computer) geht es problemlos. Nutzt du ein Smartphone? Da scheinen auch andere Schwierigkeiten zu haben.

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    5. Ja. Okay, dann versuche ich's später nochmal am Pc

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  5. Danke für den Tipp! Da habe ich doch gleich mal mitgemacht!
    LG Steffi

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  6. Gibt es eine Frist, bis wann die Umfrage läuft? Ist dazu etwas bekannt?

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  7. Ich denke, dass es nicht sinnvoll ist mitzumachen. Schaut man sich die Fragen an, interessieren die persönlichen Haltungserfahrungen nicht. Genau das wäre wichtig. Vielmehr will man wissen, was und wieviel es gibt, woher man es hat und wie die Haltung in etwa aussieht. Ich bin mir sicher, aus der Studie wird letztendlich abgeleitet werden, dass Reptilien überwiegend nicht artgerecht gehalten werden. Es werden dann irgendwelche Maßstäbe herangezogen, die irgendjemand (evtl. von PETA) geäußert hat oder die man sich auch mal schnell aus den Finger saugt. Somit wäre dann wissenschaftlich belegt, dass Privatleute nicht in der Lage sind, Exoten zu halten. Bis 2009 stand sogar auf der Webseite des BMELV (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), dass alle privat gehaltenen Reptilien nicht artgerecht gehalten werden. Im vergangenen Jahr ist gerade frisch das neue Säugetiergutachten über die Haltung von exotischen Säugern herausgekommen. die Exopetstudie wird auch über Säuger durchgeführt. Nimmt man das eben als "große Verbesserung" gepriesene Gutachten nicht ernst oder verfolgt man andere Ziele? Betrachtet man die maßgeblich an der Studie beteiligten Professoren, so fällt auf, dass es sich zum Teil um Leute handelt, die keinerlei Ahnung von Exoten haben, aber als extreme Haltungsgegner von Exoten aller Art bisher in Erscheinung getreten sind. die einzige Chance die Studie angreifbar zu machen ist eine vernachlässigbar geringe Beteiligung und daraus eine fehlende Aussagekraft der Studie. Gerichtlich hat man keine Chance. Klagen bzgl. der Positivliste für exotische Säugetiere in Belgien wurden mit der Begründung eines "wissenschaftlichen" Nachweises abgelehnt. Nach diesem Beispiel will man nun in deutschland auch handeln.

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    1. Ich kann diese Sorgen zwar nachvollziehen, teile sie jedoch nicht. In der Studie wird gefragt, wie lange man schon "Exoten" hält und ob man einen Sachkundenachweis abgeschlossen hat. Nach der persönlichen Haltererfahrung wird also schon mal gefragt. Was am Ende aus der Studie abgeleitet wird, hängt davon ab, wer teilnimmt, wie die Angaben sind und wer nach der nächsten Bundestagswahl unser Land regiert. Kommt es zu einer rot-(rot)-grünen Koalition, stimme ich dir zu. Dann werden die Ergebnisse wahrscheinlich zu unseren Ungunsten ausgelegt oder die ganze Studie als wenig aussagekräftig unter den Tisch fallen. Speziell die Grünen kritisieren die Studie nämlich, die wir primär der Union zu verdanken haben, die sich nicht von der SPD überzeugen lies, doch jetzt schon ohne weiteres Datenmaterial eine Positivliste zu schaffen. Denn das ist Tenor innerhalb der SPD - trotz überarbeitetem Säugetiergutachten. An der Studie sind maßgeblich auch Leute beteiligt, denen ich eine wissenschaftlich fundierte Expertise zutraue (Dr. Mutschmann, Dr. Baur, Dr. Hetz). Prof. Pees steht bei uns Reptilienhaltern aufgrund anderer Studien in der Kritik, die jedoch allesamt nicht seitens der Uni Leipzig gegen uns verwendet, sondern von Tierhaltungsgegnern wie z.B. PETA einseitig falsch ausgelegt wurden, was jedoch nicht den federführenden Professoren anzukreiden ist. Außerdem sind BNA, DGHT und VDA an der Studie beteiligt, die unsere Interessen vertreten werden (mehr Sachkunde, keine Verbote).

      Selbst wenn es so sein sollte, dass mit der Studie nur der Bestand überprüft werden soll, damit sich Gesetzgeber und Tierheime darauf einstellen können, welche Masse an Tieren man nach Schaffung einer Positivliste unterbringen müsste, führt eine Nicht-Teilnahme auch nicht zum Ziel. Wenn nur wenige Leute teilnehmen, würde das den Gesetzgeber sogar noch bestärken, Verbote zu beschließen. "Ist ja nur eine geringe Zahl an Tieren und eine kleine Randgruppe, die kaum Wählerstimmen einbringt. Das kann man ja ruhig verbieten." Je mehr Leute aus unseren Reihen teilnehmen, desto mehr Gewicht hat unsere Position.

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