Donnerstag, 18. Juni 2015

Fachtagung der Heimtierbranche „Wir fürs Tier“ in Berlin


Am 21. Mai 2015 trafen sich in Berlin ca. 100 Politiker, Experten der Heimtierbranche und Vertreter von Tierschutzverbänden zur Fachtagung „Wir fürs Tier“ des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF). In zwei Themenforen wurde die gesellschaftliche Bedeutung von Heimtieren diskutiert. Eines dieser Themenforen beschäftigte sich mit der Haltung und dem Handel von Wildtieren. Referenten waren Robert Kless vom International Fund for Animal Welfare (IFAW), Svein A. Fosså von der European Pet Organization (EPO), der Tierarzt Dr. Markus Biffar von der ZZF-Fachgruppe Heimtierzucht und -großhandel und Ute Vogt von der SPD-Bundestagsfraktion.

Nach der absurden Ergebnisdarstellung einer Beobachtung des Internethandels durch den International Fund for Animal Welfare (IFAW-Studie über Onlinehandel mit Wildtieren), der eng mit der „Artenschutzorganisation“ Pro Wildlife vernetzt ist, wundert es mich nicht, dass in dem Fachforum die folgenden Forderungen abschließend formuliert wurden:

Es sei notwendig, zukünftig massiv gegen Tierbörsen und den Online-Handel vorzugehen. Wie unsere Bundeskanzlerin bereits sagte: „Das Internet ist für uns alle Neuland.“ Daher sehe ich den Online-Handel kaum in Gefahr. Das massive Vorgehen gegen Tierbörsen wird man wohl leider nicht mehr stoppen können, wo doch sogar manche Zoohändler sowie die von ihnen gegründeten und gesponserten „Dachverbändein dasselbe Horn blasen, primär wirtschaftliche Interessen vertreten und die Interessen von z.B. Gefahrtierhaltern zu diesem Zweck gerne mal opfern (Gefährliche Tiere sind nicht lukrativ für die Vivaristik relevant).

Die Sachkenntnis für den Umgang mit sogenannten „Exoten“ soll erhört werden. Grundsätzlich ein guter Ansatz, jedoch wünsche ich mir dies auch von den ganzen Tierhaltungsgegnern, die kaum Sachkenntnis durchblicken lassen.

Eine transparente Regulierung soll geschaffen werden und dabei das Fachwissen aus Tierschutz, Wissenschaft und Praktikern einfließen. Insbesondere der wissenschaftliche Einfluss und die Expertise von Praktikern lassen die jüngsten Beschlüsse (z.B. beim Thema „Gefahrtierhaltung“) leider vermissen. Somit ist dieser Ansatz natürlich begrüßenswert. Bleibt abzuwarten, ob das nur wieder Worthülsen sind und sich am Ende nicht doch wieder primär auf die Scheinargumente der Tierschutz- und Tierrechtsvereine gestützt wird.

Geplant ist eine Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Verbänden, in der Daten über den Anteil der gehandelten und gehaltenen Wildfänge (!) erfasst werden sollen. Auf die Ergebnisse bin ich sehr gespannt.

Die Folgen der Regulierungen sollen beachtet werden, damit nicht plötzlich illegaler Tierhandel geschaffen wird. Ach was…

Am 16. Juni 2015 beschloss die SPD-Bundestagsfraktion ein neues Positionspapier zum Thema Tierschutz, welches die auf der Fachtagung beschlossenen Punkte aufgreift, die aber eigentlich immer schon von den Tierhaltungsgegnern in den Block der SPD diktiert wurden.

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