Mittwoch, 24. Juni 2015

„aktion tier“ kritisiert Exotenhaltung in Sachsen

Am heutigen 24. Juni veröffentlichte die Freie Presse, Sachsens größte Zeitung (Autorin: Jana Peters) einen Artikel mit dem Titel „Alligator und Boa - Exotische Chemnitzer“. Darin kommen Tierschützer zu Wort, welche die Regelung für die Haltung von gefährlichen Tieren in Sachsen als zu lasch empfinden. Grundsätzlich sehe ich dies ähnlich. In Sachsen gibt es keine landesweite Regelung für die Haltung von potentiell gefährlichen Tieren. Manche Städte haben in ihren Polizeiverordnungen besondere Regelungen erlassen. Außerdem greifen in Sachsen natürlich auch die Regelungen auf Bundesebene. Dennoch wäre eine genauere Regelung inkl. einer Tierliste und Rahmenbedingungen für eine legale Haltung, wie sie z.B. in Hamburg umgesetzt wurde, für die Behörden, die öffentliche Sicherheit und auch die Halter solcher Tiere in Sachsen wünschenswert.

Dass sich dubiose Tierschutz- und Tierrechtsvereine nach Nordrhein-Westfalen nun dem nächsten Bundesland widmen, um auch dort eine Gefahrtierregelung mit möglichst strengen Einschränkungen der privaten Wildtierhaltung zu fordern, war natürlich abzusehen. Stück für Stück wird die Tierhaltung in einer (veganen) Salamitaktik in ganz Deutschland systematisch abgeschafft. Würden sich die Tierhaltungsgegner dabei wenigstens auf Fakten berufen, die ein solches Vorgehen rechtfertigen, würde ich dies gar nicht so stark kritisieren. In dem o.g. Artikel wird aber erneut deutlich, dass der ideologische Kreuzzug mit Fakten leider nichts zu tun hat! Den Stein ins Rollen zu bringen versucht nun mal wieder eine kleine „Tierschutzorganisation“ aus Berlin namens „aktion tier - menschen für tiere e.V.“, die bereits in der Vergangenheit nicht gerade mit validem Zahlenmaterial ihre Forderungen unterstreichen konnte. So tätigt die Geschäftsführerin dieses Clubs Ursula Bauer gegenüber der Freien Presse im oben verlinkten Artikel folgende Aussagen:
"Ich denke, in sächsischen Haushalten wartet noch so einiges, wovon bisher niemand etwas weiß", so die Tierschützerin. Über das Internet lasse sich heute alles bestellen. "Die Klapperschlange kommt in einer Papp-Box mit der Post", so Bauer. Dass die Mississippi-Alligatoren, die es in Chemnitz gibt und die in Terrarien leben, artgerecht gehalten werden, könne sie sich nicht vorstellen.
„Ich denke...“, „Ich glaube...“, „Ich stelle mir vor...“ – sind wir hier im Religionskurs oder reden wir über Fakten? Was Frau Bauer denkt, glaubt oder sich vorstellt ist schlicht und ergreifend nicht relevant! Zudem ist ihre Panikmache unerträglich. Wenn es tatsächlich Leute gibt, die Giftschlangen mit der Post versenden, sind das verantwortungslose Idioten, die das auch dann noch machen würden, wenn ein Gefahrtiergesetz in Sachsen beschlossen würde. Der Versand von Wirbeltieren mit der Post ist nämlich nicht gestattet. Verantwortungsvolle Halter und Händler wissen dies und halten sich auch daran. Diese sind es jedoch auch, die im Rahmen einer restriktiven Gesetzgebung in die Illegalität gedrängt würden. An der angeblich vorhandenen Gefahrensituation beim Tierversand würde ein neues Gesetz jedoch nichts ändern, weil ein solches die tatsächlichen Täter nicht beeindrucken würde.

Im o.g. Artikel kommt auch noch der Marktleiter einer Zoofachhandlung zu Wort:
Allerdings würden Anfragen nach Exoten immer seltener. Einen Boom habe es vor fünf bis sechs Jahren gegeben. Ursula Bauer sieht das anders. Sie glaubt, dass der Trend nach wie vor anhält, sich lediglich ins Internet verlagert habe.
Letzteres ist offenbar wieder eine These aus der heiligen Tierschutz-Bibel der Tofu-Fraktion. Amen! Die Faktenlage sieht jedoch gänzlich anders aus. Nicht nur der Zoofachhandel bestätigt in diesem (wie auch schon in anderen Publikationen), dass die Nachfrage im Bereich der Terraristik rückläufig ist. Die jährlichen Importzahlen von Reptilien nach Deutschland offenbaren dies ebenfalls:


Sicherlich liegt dies primär daran, dass immer mehr Nachzuchten den Markt füllen und somit immer weniger Importe notwendig sind. Damit ist die Mutmaßung von Frau Bauer tatsächlich noch nicht widerlegt. Wenn sich jedoch der „Exotenboom“ ins Internet verlagert haben soll, sollte eine Abfrage bei Google Trends dies ja bestätigen:

 

Quelle: Suchanfragen bei https://www.google.de/trends/?hl=de am 24.06.2015 17:26 Uhr
Diese Abfragen zeigen, dass das vegane Gutmenschentum boomt, nicht jedoch die Haltung von exotischen Wildtieren. Dass sich der Handel mit Wildtieren ins Internet verlagert hat, so wie es Ursula Bauer „glaubt“, wird damit eindeutig widerlegt! Sie tritt mit ihren Mutmaßungen erneut in den Kampf gegen eine Randgruppe von Tierhaltern, die ohnehin bereits ausstirbt, statt sich mal einem Gegner auf Augenhöhe (z.B. aus der Massentierhaltung) zu suchen. Dies ist in meinen Augen ein sehr armseliges Verhalten, aber offenbar sehr effektiv, um einen auf noblen „Tierschützer“ zu machen!

Zum Schluss des Artikels kommt dann immerhin auch noch der Leiter eines Tierheims zu Wort, der das bestätigt, was auch schon der Deutsche Tierschutzbund in seiner Tierheimumfrage ermittelte:
Mit abgegebenen potenziell für den Menschen gefährlichen Tieren habe er noch nie zu tun gehabt, sagt Jens von Lienen, Leiter des Chemnitzer Tierheims.
Laut der Tierheimbefragung des Tierschutzbundes betrug der Anteil an potentiell gefährlichen Tieren in den 214 befragten Tierheimen lediglich 0,1 Prozent und spielt damit statistisch kaum eine Rolle. In Anbetracht der unzähligen Hunde und Katzen in Tierheimen ausgerechnet strenge Regelungen für die sogenannte Exotenhaltung zu fordern, ist blanker Hohn. Die meisten Tierschutzaktivisten haben einfach nicht den Schneid, um sich den wahren Tierschutzproblemen in Deutschland zu widmen, weil man sich dafür mit der eigenen Lobby anlegen müsste.  

Und da ich ja eh schon meinen Ruf als Hundehasser weg habe:
Solche Vereine unterstützen sogar noch die Überhundung des westlichen Abendlandes, indem sie Tierschutzfälle aus dem Ausland nach Deutschland vermitteln oder den Abschuss von wildernden Exemplaren unterbinden, während die Tierheime immer voller werden. Daher wäre ein sofortiges Importverbot von Straßenhunden aus dem Ausland angebracht, bis die Tierheimsituation sich gebessert hat! Aber die Nachfrage ist scheinbar dann doch zu groß:




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