Samstag, 1. November 2014

Piratenpartei trickst Terrarianer aus?

Kurz nachdem die Eckdaten des neuen NRW-Gefahrtiergesetzes verkündet wurden, entstand auf Facebook eine neue Gemeinschaftsseite mit dem Titel „Gegen das Gefahrtiergesetz NRW“, welche sehr schnell die Runde machte und binnen kürzester Zeit ihre inzwischen 2.151 „Gefällt mir“-Klicks erreichen konnte. Die Seite startete mit einigen Informationen und Pressemeldungen (z.B. von der DGHT), welche sich kritisch mit dem neuen Gefahrtiergesetz auseinandersetzen. Auf den ersten Blick also eine Seite für uns Terrarianer.

Am 23. Oktober folgte ein Posting, welches neben den Entwürfen der angedachten Tierlisten und der polizeilichen Durchführungsverordnung kommentarlos den Gesetzesentwurf der Piratenpartei NRW verlinkte. § 8 dieses Entwurfes besagt:
Tiere, auf die sich eine Ordnungswidrigkeit nach § 7 Absatz 1 Nummern 1, 2, 3 und 6 bezieht, können eingezogen und, wenn ihre Haltung nicht ohne fortgesetzte Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung möglich ist, eingeschläfert werden
Einschläferung von gesunden und zum Teil auch noch artgeschützten Tieren? Solche Forderungen sind extrem absurd und verdienen schärfste Kritik!

Zur populistischen Meinungsmache verschickte die Piratenpartei NRW kurz zuvor an ausgewählte Medienvertreter ein paar Überraschungspäckchen mir Gummiskorpionen, -schlangen und –vogelspinnen (laut Aussage der Piraten Tierchen, denen man wohl kaum zu Hause begegnen möchte) sowie einem Anschreiben mit dem Inhalt: „Giftschlangen, Skorpione und Vogelspinnen haben zu Hause nichts zu suchen!“ 


So verkündete es jedenfalls die Piratenpartei NRW am 22.10.2014 auf ihrer Website in ihrem Artikel „Wollen Sie diesen Tierchen zu Hause begegnen?“

So weit, so schlecht...
Auf besagter Facebookseite mit dem Titel „Gegen das Gefahrtiergesetz NRW“ folgten in der Zwischenzeit mehrmals Aufrufe zum Teilen eines Bildes mit dem Textinhalt:Wir fordern ein realistisches Gesetz, das reglementiert und nicht verbietet!“ Ein sehr frommer Wunsch eines der Terraristik und Gefahrtierhaltung nicht ablehnend gegenüberstehenden Seitenbetreibers. Da sich mir jedoch die Frage stellte, was dieser Seitenbetreiber eigentlich genau für Reglementierungen fordert, warf ich einen Blick auf die Infoseite besagter Facebookseite. Darin stehen als Kontaktinformationen des Seitenbetreibers die Telefonnummer und E-Mail-Adresse von Herrn Andreas Friebe, Mitglied der Piratenpartei NRW! Wie passt das denn bitte zusammen?

Wird besagte Facebookseite etwa von der Piratenpartei selbst betrieben, die damit Terrarianer auf die falsche Fährte lockt, vor den eigenen Karren spannt und glauben lässt, dass sie tatsächlich gegen die strengen Verbote des angedachten Gefahrtiergesetzes zu Gunsten der Gefahrtierhalter vorgehen möchte? Dass die Piraten gegen den aktuellen Gesetzesentwurf sind, ist bekannt. Dies liegt jedoch in den parteilichen Interessen begründet. Sie fordern, dass ihr eigener Gesetzesentwurf (inkl. möglicher Einschläferung) beschlossen wird und betreiben dafür eine Medienhetze im Stil der radikalen Tierrechtsvereine. Doch es kann (zumindest in Bezug auf die besagte Facebookseite) Entwarnung gegeben werden: Herr Friebe äußert sich auf Twitter oder in den Kommentaren zur Paketaktion der Piraten nämlich äußerst kritisch über deren Vorgehen und hält selbst Tiere, die unter die neue Gefahrtierregelung fallen würden. Er stellt sich somit nicht nur gegen das aktuell angestrebte Gefahrtiergesetz, sondern auch gegen die Paketaktion seiner eigenen Fraktion.


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