Mittwoch, 26. November 2014

Nach IFAW-Studie: Jetzt aktiv werden!

Auch wenn diverse Nachrichtenportale die Ergebnisse der IFAW-Studie über den Online-Handel mir Wildtieren inzwischen schon wieder in der Versenkung verschwinden lassen, bedeutet das noch längst keine Entwarnung. Organisationen wie IFAW oder Pro Wildlife sind gut vernetzt und haben einen heißen Draht zu politischen Entscheidungsträgern. Diese Clubs nutzen ihre Spendengelder, um Mitarbeiter zu finanzieren, die täglich mehrere Dutzend E-Mails versenden. Der IFAW hat auf seiner Website (ganz im PETA-Stil) ein Spam-Mail-Formular eingerichtet, mit dem aufgewiegelte „Tierschützer“ den Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel bombardieren sollen: Der illegale Wildtierhandel im Internet muss aufhören

Da es dabei jedoch nicht nur um den illegalen Wildtierhandel, sondern um das ideologische Ziel eines Verbots von Weitergabe und Haltung von Wildtieren geht, müssen wir erneut aktiv werden, um zu verhindern, dass diese Vereine mit dramatisierten Mutmaßungen und bewussten Falschaussagen Stimmung gegen jede Art von Wildtierhaltung machen. Daher sollten auch wir den Entscheidungsträgern unsere Sicht der Dinge mitteilen. Ich tat dies mir der folgenden Stellungnahme zum IFAW-Bericht:
Sehr geehrter Herr Minister Gabriel,

ich bin schockiert zu sehen, wie der IFAW die im Rahmen einer 6 wöchigen Beobachtung ermittelten Erkenntnisse über den Handel mit geschützten Tieren im Internet gegenüber der Öffentlichkeit und den politischen Entscheidungsträgern darstellt.

Laut den Ergebnissen lässt sich die überwiegende Mehrheit an Inseraten von lebenden Reptilien auf den Handel mit in Menschenhand nachgezüchteten Tieren zurückführen. Konkret machten laut der IFAW-Studie "Wanted – Dead or Alive" über 70 % der lebenden Reptilien im Online-Handel Griechische oder Maurische Landschildkröten aus. Diese Tiere werden in Massen in Deutschland nachgezüchtet. Illegale Angebote und Wildtierschmuggel mit diesen artgeschützten Tieren lassen sich weitestgehend ausschließen, da illegaler Handel mit diesen Tieren für Kriminelle ganz einfach nicht lukrativ ist, weil hierzulande diese Tiere als echte Nachzuchten problemlos mitsamt der Herkunftsnachweise erworben werden können.

Die nächsthöchste Position bei lebenden Reptilien machen laut IFAW-Studie Schlangen mit gerade einmal 6,7 % aus. Hierbei wird es sich ebenfalls größtenteils um Arten handeln, die zwar nach CITES-Anhang II geschützt sind, jedoch auch massenhaft in Privathand nachgezüchtet werden (z.B. Königspython oder Abgottschlange). Die Nachzuchtbemühungen gehen sogar schon so weit, dass diese Tiere in besonderen Farbvariationen (z.B. Albino) gezüchtet werden, die in der Natur nur selten bis gar nicht zu finden sind. Der Handel mit diesen Nachzuchten ist in keiner Weise illegal und somit auch nicht verboten. Das Ausmaß an illegalen Angeboten ist bei weitem nicht so hoch, wie es der IFAW oder andere NGOs wie Pro Wildlife darstellen. Bisher konnte der IFAW keinen einzigen Fall vorweisen, in dem ein Anbieter nachweislich ein Tier illegal angeboten hatte.

Der Anstieg an Online-Angeboten spiegelt das wieder, was die vom Statistischen Bundesamt ermittelten sinkenden Importzahlen (von bis zu 800.000 Importen von lebenden Reptilien vor einigen Jahren im Vergleich zu nur noch ca. 320.000 Importen im Jahr 2013) ebenfalls belegen: Wildtierimporte werden durch den wachsenden Handel mit Nachzuchten immer seltener.

Sicherlich ist es bei den meisten Anzeigen auf den ersten Blick nicht erkennbar, ob sich dahinter nicht evtl. doch ein geschmuggeltes Tier verbirgt. Bei KFZ-Anzeigen kann man jedoch auch nie sicher sein, ob nicht ein Autoschieber hinter dem Angebot steckt. Die IFAW-Ermittler bleiben jedenfalls Details über die Herkunft der Tiere und das Vorhandensein der erforderlichen Papiere schuldig und stellen lediglich Mutmaßungen über die Illegalität an. Es wird bemängelt, dass den Online-Anzeigen keine Dokumente beigefügt waren. Dieser angebliche Missstand lässt sich ganz einfach erklären.

In aller Regel werden die erforderlichen Herkunftsnachweise von CITES-Anhang-II-Arten bei Abgabe eines nachgezüchteten Tieres vom jeweiligen Züchter selbst ausgestellt, da amtliche CITES-Dokumente nur beim Import dieser Arten in die EU erforderlich sind. Da die CITES-Anhang-II-Arten bis auf wenige Ausnahmen meldepflichtig sind und im Herkunftsnachweis die Adresse des neuen Besitzers angegeben wird, macht es schlicht und ergreifend keinen Sinn, diese Dokumente (sozusagen blanko) der jeweiligen Anzeige beizufügen. Die Forderungen des IFAW eine solche Einstellpflicht von Dokumenten verbindlich festzulegen, wäre somit absurd und nicht praktikabel.

Härtere Kontrollen oder gar Einschränkungen des Online-Handels, in dessen Rahmen sehr viele engagierte und versierte Züchter ihre Tiere weitergeben und somit sehr viel für den Erhalt dieser geschützten Arten leisten (weil dadurch Naturentnahmen ausgeschlossen werden), halte ich aufgrund der wenigen tatsächlich vorkommenden illegalen Aktivitäten für den komplett falschen Ansatz. Im Gegenteil würde dadurch der legale Handel gefährdet und dem Artenschutz ein Bärendienst erwiesen. Ich bitte Sie dies zu bedenken und nicht auf die dramatisierten Darstellungen einiger NGOs hereinzufallen, die nur ideologische Ziele verfolgen und den Unterschied zwischen „aus der Natur entnommenes Wildtier“ und „in Menschenhand geborenes Wildtier“ ganz bewusst verschweigen.

Mit freundlichen Grüßen
Marco Bergmann
Diese Nachricht habe ich zwar auch über das IFAW-Formular abgesendet, ich gehe jedoch fest davon aus, dass sie vom IFAW gefiltert und nicht weitergeleitet wird. Daher geht sie morgen per Post (das macht in der Regel mehr Eindruck und wird eher gelesen als Spammails) sowohl an Minister Gabriel als auch an die (in der Vergangenheit öfter mal bei dieser Thematik aktiv gewordene) stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Ute Vogt.

Jeder meiner Leser ist hiermit aufgerufen, ebenfalls Kontakt zu den Entscheidungsträgern aufzunehmen und sachlich darzustellen, dass nicht jedes im Internet angebotene artgeschützte Wildtier automatisch einen illegalen Wildtierhandel darstellt. Dafür hier die Kontaktdaten von Sigmar Gabriel und Ute Vogt.

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