Samstag, 30. August 2014

Unbequeme Kommentare unerwünscht?

Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. offenbart mit dem vereinseigenen Propaganda-Blog „veganblog.de“ eine bemerkenswerte Intransparenz. Dort werden diverse Tierschutzthemen aufgeführt und immer wieder Werbung für die vegane Lebensweise gemacht, die ja angeblich keinerlei Tierleid erzeugen soll. Interessant für jemanden wie mich sind natürlich insbesondere Artikel über Terrarientiere oder Wildtierhaltung allgemein, die neben der euphorischen Werbung für vegane Ernährung (natürlich auch für vierbeinige Raubtiere) immer mal wieder vorkommen. So werden im VeganBlog die üblichen Märchen über die Wildtierhaltung verbreitet: „Es war einmal vor langer Zeit, da stellten 3 kleine PETA-Schweinchen fest, dass im Königreich von Hamm die große böse Salmonellose ihr Unwesen trieb.“ Auch die Haltung von Einsiedlerkrebsen wird aufgrund der einseitigen schlechten Erfahrungen einer uninformierten PETA-Aktivistin grundsätzlich verurteilt (meine Antwort darauf). Flusskrebsen werden menschliche Emotionen wie Angst und sogar ein komplexes Bewusstsein zugesprochen, nur weil diese Tiere im Laborversuch nach Stromstößen instinktgesteuert helle Gänge in einem Labyrinth mieden und nach Zugabe einer Droge diese Instinkte unterdrückt wurden. Nebenbei bemerkt: Wie war das noch gleich mit Tierversuchen, liebe PETA?

Wenn man dann fundierte Kommentare abgibt, werden diese entweder nicht freigeschaltet, gelöscht oder als Spam markiert. So schrieb ich beispielswiese zu dem besagten Flusskrebs-Experiment:
Dieses instinktgesteuerte Verhalten als Emotion zu bezeichnen, halte ich für sehr gewagt. Ein Flusskrebs, der nicht in irgendeiner Weise gestört wird und sich sozusagen unbeobachtet „fühlt“, der wird sich bei der Futtersuche auch in unsichereres Terrain wie helles Wasser begeben. Ein Flusskrebs der auf irgendeine Weise mitbekommen hat, dass ein großes Tier in seiner Nähe ist, der wird sich in dunklere Gewässer zurückziehen oder der Gefahr durch Drohen gegenübertreten, bis diese vorbei ist. Dass einige Krebstiere im Gegensatz zu den meisten anderen Wirbellosen Schmerzen empfinden können, das halte ich zwar für erwiesen (und bin daher z.B. gegen das Abkochen von lebenden Hummern), aber aufgrund des in diesem Experiment offenbarten Instinktverhaltens gleich auf Emotionen wie Angst und damit höhere kognitive Fähigkeiten zu schließen, halte ich für eine leichtfertige Vermenschlichung. Ich pflege selber einige Flusskrebse und das schon seit Jahren. Das Droh- und Fluchtverhalten, wenn man sich dem Aquarium nähert, legen sie im Gegensatz zu lernfähigen Tieren nicht ab. Ich kann lediglich artbedingte Unterschiede feststellen. Von kognitiven Fähigkeiten kann somit keine Rede sein.
In einem Beitrag über eine angeschossene Hauskatze kommentierte ich wie folgt:
Wer diese Tiere frei rumlaufen lässt, darf sich nicht wundern. Wer nicht in der Lage ist, einem solchen Tier unter Aufsicht oder in einem abgesperrten Bereich Auslauf zu gewähren, ist somit nicht in der Lage eine Katze artgerecht zu halten. Hier müsste ein Sachkundenachweis eingeführt werden und die Auflagen für Halter so streng sein, dass nur noch die Leute Katzen anschaffen dürfen, die diese Tiere auch vernünftig halten können. Dann passieren solche Vorfälle nicht. Jeder Jäger, der eine streunende Katze im Sinne des Natur- und Artenschutzes abschießt, hat meinen Segen dafür. Schade um das Tier, aber leider nötig. Schuld daran ist immer der Mensch und zwar der Halter, der seine Katze frei rumlaufen lässt.
Auf einen Beitrag über einen angeblichen Schmuggelfall auf der TERRARISTIKA in Hamm entgegnete ich:
Bei diesem Schmuggel handelte es sich nicht um ein Artenschutzproblem. Es fehlten die Ausfuhrgenehmigungen, nicht jedoch die nötigen Herkunftsbescheinigungen für die Tiere. Da gibt es einen großen Unterschied. Die Tiere wurden vollkommen legal erworben und legal gehandelt. Nur sollten sie vom Käufer illegal über die Grenze gebracht werden. Diese Einzelperson ist für ihr Verhalten zu verurteilen. Die Betreiber der Terraristika in Hamm und auch der dortige Anbieter der Pfeilgiftfrösche haben sich jedoch nichts vorzuwerfen. Die Petition gegen die Terraristika ist somit vollkommen unpassend.
Insgesamt gab ich bisher 6 sachliche Kommentare ab, die allesamt nicht freigeschaltet und (sofern sie nicht gelöscht wurden) als Spam markiert wurden:


  
Bei Spam handelt es sich definitionsgemäß um unerwünschte Inhalte. Sachliche Kritik, die als Diskussionsgrundlage dienen könnte, ist somit bei PETA unerwünscht, obwohl dieser Verein auf der eigenen Website behauptet: 

„Abgesehen von plumpen Verleumdungskampagnen sind wir jederzeit bereit, uns kritischen Fragen zu stellen...“ 
(Zitat PETA Deutschland e.V., Quelle: http://www.peta.de/faq)

PETA schreibt außerdem in seiner "Netiquette":Wir wollen nicht zensieren. Wir löschen aber Kommentare, die rassistisch, sexistisch oder beleidigend sind. Ebenso wie Kommentare, in denen gegenüber anderen Menschen und Tieren Gewalt angedroht wird, die pornografischen Inhalt haben oder offensichtlich provozierend sind.

Entscheidend ist wohl der Passus
„offentichtlich provozierend. PETA fühlt sich durch meine Kritik schlichtweg provoziert und rechtfertigt so wahrscheinlich das Entfernen der Kommentare. 
 
Beleidigende Kommentare werden ironischerweise im VeganBlog häufiger freigeschaltet. PETA möchte damit offenbar die Gegenseite als Haufen Spinner darstellen, der nur beleidigen, jedoch keine sachlichen Argumente vorbringen kann. Fundierte Kritik wird hingegen nicht geduldet und die Autoren mundtot gemacht. Für mich persönlich ist dies zwar eine Art Ritterschlag, dennoch finde ich dieses intransparente Verhalten äußerst kindisch.

In meinem Blog sind jedenfalls kritische Kommentare erwünscht. Diskussionen stehe ich offen gegenüber. Und da ich an manchen Stellen (z.B. bei den Cartoons oder anderen satirischen Beiträgen) ordentlich austeilen kann, kann ich natürlich auch einstecken und dulde auch Kommentare dieser Art: 
 

Denn auch die Gegenseite zu meinen Ansichten hat einige Freaks zu bieten, die sich damit gerne selbst an den Pranger stellen dürfen. Soviel bin ich allemal bereit von PETA und Konsorten zu übernehmen.

Kommentare:

  1. Das ist ja nichts neues bei PeTA und anderen Tierrechtlern, andere Meinungen werden generell nicht geduldet. Da ich mich für den Circus mit Wildtieren (wohlgemerkt bei artgerechter Haltung) einsetze bin ich bei PeTA und Co. selbstverständlich gesperrt. Übrigens es gibt eine neue Homepage die sich mit den Machenschaften von PeTA beschäftigt. Sehr interessant. www.gerati.de
    mfg Reinhard Schmidt

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    1. Ich kämpfe auch nicht nur gegen ein Verbot von Wildtierhaltung in Privathand, sondern ebenfalls an den Fronten, wo Tierrechtler Lügen verbreiten oder sich die Situation im Einzelfall gar nicht anschauen. Und dazu gehört auch die Wildtierhaltung in Zirkussen. Mit den Betreiber von Gerati stehe ich auch schon längere Zeit in Kontakt.

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