Dienstag, 12. August 2014

Aktuelle Schlagzeilen mit „gefährlichen Tieren“


Königspython
Riesenschlange, aber harmlos.
Hier einmal ein paar aufschlussreiche Meldungen aus dem Mediengeschehen der letzten Tage zum Thema „Gefahrtiere“ auf öffentlichen Raum:

Dortmund:
66-Jährige fängt Kornnatter mit Grillzange. Das Tier zeigt keine Gegenwehr.

Bremen:
Königspython schleicht sich in Wohnung. Das Tier lässt sich ohne Widerstand einfangen.

Zeulenroda/Erfurt:
Polizisten fangen Kornnatter in Garage. Das Tier verhält sich harmlos.

Vahingen/Enz (Kreis Ludwigsburg):
Spanische Dogge baut sich vor der Wohnungstür auf, fletscht die Zähne und lässt Besitzer nicht passieren. Feuerwehr rettet Besitzer, Polizei betäubt Hund.

Bondorf (Kreis Böblingen):
Drama mit bissigem Hund. Großer Mischlingshund beißt mehrere unbeteiligte Menschen und hält die Polizei rund drei Stunden lang in Atem.

Landkreis Hof:
Pony rast mit führerlosem Gespann durch den Ort. 87-Jährige verletzt.
 
Limburg:
Katze verursacht Unfall. Autofahrer überfährt Verkehrsinsel, reißt Verkehrszeichen ab und die Ölwanne des Wagens auf. Das Fahrzeug wird abgeschleppt, das Öl durch die Feuerwehr beseitigt.

Zürich:
Katze verursacht Verkehrsunfall. Ausweichende Autofahrerin kollidiert frontal mit entgegenkommendem Fahrzeug.

Bei sämtlichen Vorfällen mit entflohenen oder ausgesetzten Schlangen in den letzten Tagen wurde niemand verletzt und kein Schaden verursacht. Die Meldungen zu domestizierten Tieren im öffentlichen Raum zeigen hingegen, wo das wahre Gefahrenpotential liegt. Verletzte oder anderweitig geschädigte und noch dazu unbeteiligte Personen, beschädigtes Eigentum (privat und öffentlich) sowie aufwendige und damit teure Einsätze von Polizei und Feuerwehr stehen in keinem Verhältnis zum hineininterpretierten Gefahrenpotential von z.B. Riesenschlangen wie dem Königspython. Natürlich haben auch die domestizierten Tiere keine Schuld an diesen Vorfällen, sondern immer nur die Halter, die z.B. Katzen frei herumlaufen lassen oder Hunde aus finanziellen (oder tierrechtsideologischen) Gründen nicht erziehen bzw. mittels Maulkorb so sichern, dass sie keine Gefahr für Unbeteiligte darstellen können. Und wenn jetzt jemand wettert, dass Maulkörbe das natürliche Verhalten von Hunden zu sehr einschränken, komme ich zu dem einzig logischen Schluss, dass eine artgerechte und zugleich sichere Haltung dieser Raubtiere in Privathand leider nicht möglich ist und daher verboten werden sollte.


Übrigens… der Deutsche Tierschutzbund betreibt jedes Jahr einen Aktionstag namens „Kollege Hund“ in dessen Rahmen Arbeitgeber ausgezeichnet werden, die ihren Mitarbeitern die Mitnahme ihres Hundes in die Firma erlauben. Wie kann der Verein dies nur verantworten?
 

Deutschlands bissigster und damit gefährlichster Hund:
Der Deutsche Schäferhund


1 Kommentar:

  1. Wie ich hier schon verdeutlichte: "Reptilien kommen vor, sind aber selten im Einsatz-Alltag." Zu diesem Ergebnis kommt auch die WAZ bei ihrer Recherche zum Thema. Es wird zwar erneut der vier Jahre zurückliegenden Fall einer entwichenen Monokel-Kobra erwähnt, dieser jedoch in keinem polemischen Zusammenhang dargestellt. Sehr löblich dieser Artikel:

    Wie die Mülheimer Feuerwehr im Jahr hunderte Tiere rettet | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
    http://www.derwesten.de/staedte/muelheim/wie-die-muelheimer-feuerwehr-im-jahr-hunderte-tiere-rettet-id9693543.html#plx1713353354

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