Freitag, 9. Mai 2014

FOCUS berichtet über Salmonellengefahr beim Umgang mit Reptilien

Die offenbar von Tierrechtlern betriebene Propaganda über die Medien reißt nicht ab. Nun wird mal wieder das Schreckgespenst der Salmonellose aus der Kiste gekramt, um in nackter Sensationsgier Panik zu verbreiten. Auf focus.de hieß es nämlich gestern:  Salmonellengefahr - Reptilien können Kleinkinder anstecken. Der vollständige Artikel kann hier nachgelesen werden: http://www.focus.de/wissen/natur/tiere-und-pflanzen/tiere-salmonellengefahr-reptilien-koennen-kleinkinder-anstecken_id_3828563.html

Es entspricht zwar der Wahrheit, dass Reptilien Salmonellen in sich tragen können. Jedoch ist nicht jeder Salmonellenerreger auf den Menschen übertragbar. Die wenigen Stämme, bei denen eine Ansteckung des Menschen möglich ist, lassen sich durch einfache Hygienemaßnahmen entschärfen. Händewaschen mit Seife und heißem Wasser nach dem Umgang mit Reptilien ist dafür schon ausreichend. Die Panikmache, dass Kinder hochgradig gefährdet seien, ist für mich nicht nachvollziehbar. Wer Reptilien oder andere Tiere hält, sollte sich der einfachsten Hygienemaßnahmen bewusst sein, diese an seine Kinder weitergeben und zur Sicherheit dafür sorgen, dass Kinder keinen unbeaufsichtigten Zugang zu den Tieren haben. Dann ist die Haltung von Reptilien (und anderen potentiellen Zoonose-Überträgern wie u.a. auch Hund und Katze!) in Familien mit Kindern ohne Risiko möglich. Man lässt sein Kind ja wohl auch nicht unbeaufsichtigt in der Garage mit Papas Werkzeugen oder gar im Katzenklo spielen. Reptilien sind ohnehin als Schmusetiere ungeeignet und dies sollte jedem verantwortungsvollen Halter bewusst sein.

Andere Haustiere haben jedoch in gleichem Maße das Potential als Überträger von Krankheiten zu agieren. Nutztiere wie Schweine und Geflügel gehören zur selben Risikogruppe und diese Tiere essen wir ja sogar. Warum wird diesbezüglich keine Panik geschoben, sondern grundsätzlich davon ausgegangen, dass jeder Elter vor dem Umgang mit den Kindern die Küchenhygiene strikt eingehalten hat? Wer sein Kind den rohen Pfannkuchenteig vom Löffel schlecken lässt oder Mayonnaise serviert, setzt seinen Nachwuchs einem nicht minder geringeren Risiko einer Ansteckung mit Salmonellose aus! 

Im Artikel heißt es:
Bis zu 90 Prozent der im Haus gehaltenen Reptilien sind Salmonellenträger.
Auf welcher wissenschaftlichen Erhebung beruht diese Zahl? Gibt es eine zugrundeliegende Studie, aus welcher diese Zahl zu entnehmen ist? Diese Fragen habe ich der FOCUS-Redaktion, der dpa sowie dem im Artikel genannten Sprecher des BVKJ gestellt und werde im Falle einer Antwort berichten. Ohne transparente Quellenangaben, mit denen man die Authentizität solcher panikmachenden Aussagen überprüfen kann, hat eine derartige Zahl nämlich keinerlei wissenschaftlichen Wert. Sollte ich keine zufriedenstellenden Antworten erhalten, ist dies ein Indiz dafür, dass diese (in meinen Augen nämlich viel zu hohe!) Angabe auf der emotionalen Propaganda von Tierrechtlern beruht. Denn bereits im November 2013 machte die radikale Tierrechtsorganisation PETA mit dieser dubiosen „bis zu 90%-Angabe“ im Rahmen einer Kampagne massiv Stimmung gegen die Haltung von Reptilien. Schon damals war nicht deutlich, woher diese Bezifferung tatsächlich stammt.

Daher sage ich „Ja!“ zu sachlicher Aufklärung über Salmonellenüberträger und wie man sich vor einer Ansteckung schützen kann. Einen entsprechenden Infoflyer hat die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) veröffentlicht. Diesen gibt es zum Download unter: http://dght.de/index.php?option=com_content&view=article&id=642%3Asalmonellen&catid=3%3Anewsflash&Itemid=53

Jedoch ein deutliches „Nein!“ zu unsachlicher Propaganda ohne wissenschaftliche Grundlage!  
Wobei... das kann ich auch:

1 Kommentar:

  1. Soeben Antwort von der FOCUS-Redaktion erhalten. Diese verweist mich an die dpa, welche ich ja ohnehin bereits angeschrieben habe. Warten wir also mal weiter ab...

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