Donnerstag, 13. März 2014

Was ist das beste Material für Terrarien?

Heute möchte ich einmal der Frage nachgehen, welches Material für Terrarien wohl am besten geeignet ist. Pauschal kann man diese Frage allerdings gar nicht beantworten.

Welche verschiedenen Materialien gibt es überhaupt?
Die beliebtesten und gängigsten Materialien aus denen Terrarien gefertigt sind:

- Glas
- Holz
- Kunststoff
- Aluminium
- Gaze

Jedes dieser Materialien hat Vor- und Nachteile. Die Auswahl des passenden Materials ist abhängig von der im Terrarium zu pflegenden Tierart. Ebenso spielen für manche Terrarianer auch Aspekte wie Ästhetik oder leichte Bearbeitbarkeit eine Rolle.

Das Glasterrarium:
Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um das wohl gängigste Terrarium. In jeder Zoohandlung mit Terraristikabteilung findet man auch Terrarien aus Glas in den verschiedensten Größen. Preislich gesehen liegen Glasterrarien im Mittelfeld.

Der wohl größte Vorteil eines Glasterrariums ist die Wasserbeständigkeit und somit auch die Möglichkeit der leichten Reinigung und Desinfektion. Für den Beobachter ist auch die gute Einsehbarkeit von allen Seiten ein Vorteil. Für das darin zu pflegende Tier stellt dies jedoch unter Umständen auch einen großen Stressfaktor dar, weswegen man die Einsicht durch den Einbau von Rückwänden (z.B. aus Kork) und / oder dem Einbringen von üppiger Bepflanzung einschränken sollte, um dem Tier einen gewissen Schutz zu bieten. Ansonsten fühlt es sich wie auf dem Präsentierteller. Man könnte auch auf Tiere zurückgreifen, die nicht so anfällig auf Beobachter und vorbeiziehende Schatten reagieren, wie z.B. die meisten Wirbellose. Glasterrarien mit üppiger Bepflanzung bieten sich außerdem für diverse Regenwaldbewohner an, bei denen die Luftfeuchtigkeit entsprechend hoch sein muss.

Ein weiterer Nachteil dieser Terrarien ist die Empfindlichkeit des Glases. Durch Sand als Bodengrund wird es schnell zerkratzt. Ein kurzes Anstoßen beim Transport oder bei Pflegemaßnahmen kann zum Bruch führen. Selbst ein einzelnes Sandkorn, welches unter das Terrarium gelangt, kann den Boden bei Belastung zum Bersten bringen. Durch diese Empfindlichkeit sind meist auch Bohrungen unmöglich bzw. nur seitens eines Fachmanns machbar. Da Terrarien aber gelegentlich schon etwas länger im Laden stehen und dadurch noch empfindlicher werden, übernehmen Glaser meist keine Verantwortung für Schäden, die durch Bohrungen entstehen können.

Ich persönlich habe (insbesondere bei der Haltung von Vogelspinnen und Wandelnder Blätter) sehr gute Erfahrungen mit den Glasterrarien von „Exo Terra“ gemacht. Diese gibt es in verschiedenen Größen, der Bodensteg ist hoch genug für das Einbringen von Bodengrund, die Flügeltüren haben ein integriertes Schloss und im Deckel befinden sich vorgefertigte Löcher für die nötige Technik. Und diese ist meist tatsächlich nötig, da Glasterrarien keine gute Isolation bieten und nachts sehr schnell auskühlen. Auch dies sollte man bei der Wahl der darin zu haltenden Tiere beachten. Lediglich die Decke dieser Exo Terra – Terrarien aus Metalldraht ist leider nicht ganz rostfrei und lässt auch zu viel Feuchtigkeit aus dem Terrarium entweichen. Hier ist für die meisten Arten eine zusätzliche Abdeckung anzuraten. Für Wandelnde Blätter ist aber gerade dieses schnelle Abtrocknen sehr praktisch.

Das Holzterrarium:
Das Holzterrarium stellt meinen persönlichen Favoriten dar, wenn es um ein preisgünstiges aber zugleich praktisches Terrarium geht. Im Grunde gewinnt es gegen alle Nachteile des Glasterrariums, verliert allerdings auf Dauer bei der größten Stärke des Konkurrenten. Preislich gesehen liegen Terrarien aus OSB (also Pressholz) im niedrigen Preissegment, während Vollholzterrarien im oberen Mittelfeld anzusiedeln sind.

Manche Terrarianer finden insbesondere die preisgünstigen OSB-Terrarien optisch nicht sonderlich ansprechend. Für mich spielt das Aussehen hingegen eine untergeordnete Rolle, solange es den darin gehaltenen Tieren gut geht. Der größte Nachteil eines Holzterrariums ist meiner Meinung nach, dass Holz empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert. Zwar kann man Holz z.B. mit Epoxidharz versiegeln, was aufgrund von möglichen Verunreinigungen durch Ausscheidungen der Tiere und auch in Bezug auf die nötige Luftfeuchtigkeit anzuraten ist, dennoch sind selbst versiegelte Holzterrarien auf Dauer ungeeignet für einige Regenwaldbewohner, wenn sie eine Luftfeuchtigkeit von um die 90 % benötigen. Auch für holzfressende Arten (wie z.B. Tausendfüßler) sind Holzterrarien denkbar ungeeignet. Für die meisten anderen Terrarientiere (z.B. Bartagame, Leopardgecko, Tokeh, Kornnatter, Königspython, Abgottschlange usw.) bieten sich Holzterrarien aber an.

Abgesehen von dem Feuchtigkeitsproblem und der schwierigen Desinfektion bieten Holzterrarien nämlich nur Vorteile. Sie sind z.B. durch Bohrungen leicht zu bearbeiten, was beim Einbringen der benötigten Technik von Vorteil ist. Durch den Rundumschutz bieten Holzterrarien den darin gepflegten Tieren einen guten Sichtschutz. Außerdem isoliert Holz sehr gut, was beim Erreichen höherer Temperaturen und dem Halten der Nachtemperatur praktisch ist. Holzterrarien sind somit wesentlich energieeffizienter, als Glasterrarien. Der Transport gestaltet sich in der Regel leicht und Anecken wird nicht sofort mit einem dramatischen Bruch bestraft. Dies ermöglicht auch den gefahrlosen Versand dieser Terrarien.

Während ich bereits mehrmals bei bestellten Standardglasterrarien (also nicht denen von Exo Terra) ein regelrechtes 3D-Puzzle im Karton vorfand, verlief der Versand von Holzterrarien-Bausätzen bisher immer reibungslos. Mein favorisierter Anbieter ist der „Terrarium-Discounter“ der K + K GmbH (Link zum Anbieter: terrarium-discounter.de), welcher im Bestellprozess auch schon eine Versiegelung des Terrariums anbietet. Ich habe bisher meine Holzterrarien aber immer erst nach der Gestaltung von Rückwänden selber mit Epoxidharz versiegelt, weswegen ich die Qualität der Versiegelung dieses Anbieters nicht beurteilen kann.

Das Kunststoffterrarium:
Terrarien aus Kunststoff gibt es in unterschiedlichen Varianten. Zu nennen wären hier z.B. die aus Zoofachgeschäften bekannten Faunaboxen. Diese bieten sich bestenfalls für Wirbellose (z.B. Tausendfüßler, Achatschnecken oder Futtertiere wie Heimchen und Co.) oder als Quarantäne-Terrarium an. Der Grund dafür ist die mangelhafte Belüftung, da diese Boxen vom Aufbau her Aquarien sehr ähnlich sind. Durch den durchsichtigen Kunstsoff wird den Tieren kein Sichtschutz geboten. Dieser Kunststoff ist außerdem sehr brüchig, was eine Bearbeitung ebenfalls ausschließt.

Eine andere Variante des Kunststoffterrariums stellt das sogenannte „Forex-Terrarium“ dar. Diese Terrarien sind aus Hartschaumplatten gefertigt und vereinen die Vorzüge von Glas- und Holzterrarien. Sie sind in meinen Augen daher das Beste, was der Markt aktuell zu bieten hat. Leider befinden sich diese Terrarien deswegen auch im obersten Preissegment. Aber Qualität hat eben auch ihren Preis.

Forex-Terrarien bieten meiner Erfahrung nach nur Vorteile. Sie sind wasserbeständig, leicht zu reinigen, stabil, leicht zu transportieren und zu bearbeiten, bieten Sichtschutz und halten die Temperaturen fast so gut wie Holzterrarien. Noch dazu sind sie feuerfest, was Sicherheit bei starken Heizquellen beschert. Was will man also mehr?


Das Aluminiumterrarium:
Diese Terrarien sind relativ selten auf dem Markt zu finden. Mir sind aktuell nur zwei Anbieter bekannt, die sie anbieten. Preislich liegen sie ebenfalls im oberen Segment. Abgesehen von der schwachen Isolation, stellen Aluminiumterrarium wohl eine gute Alternative zum Forex-Terrarium dar. Ich persönlich finde sie optisch jedoch wenig ansprechend und habe auch keines dieser Variante in meinem Bestand.

Das Netzterrarium:
Netzterrarien werden aus durchlässigem Gaze-Stoff gefertigt und können daher weder Temperatur noch Luftfeuchtigkeit halten. Deswegen sind sie lediglich für ein paar Vertreter der Gespenstschrecken oder Radnetzspinnen, welche bei Zimmertemperatur gehalten werden können, zur dauerhaften Unterbringung geeignet. Radnetzspinnen (z.B. der Gattung Nephila) bietet die Luftdurchlässigkeit dieser Terrarien eine gute Hilfestellung beim Bau ihrer Netze. In anderen Terrarien bauen Radnetzspinnen ihre Netze meist an der Frontscheibe, um den dort einströmenden Luftzug zu nutzen. Netzterrarien sind außerdem für einige Reptilien (z.B. Chamäleons) geeignet. Allerdings nicht zur dauerhaften Unterbringungen, sondern um sie ins Freie zu stellen / zu hängen. Dort können die wechselwarmen Tiere das natürliche Nicht der Sonne nutzen, ohne dass Überhitzung droht.

1 Kommentar:

  1. Also ich habe bislang nur Aquarien aber würde auch gerne mal Terrarien für Krabben anlegen, die auch an Land gehen. Die faszinieren mich. Ich denke, dass Glas auch wegen der guten Sicht dann am besten ist, damit man alles soweit dicht hat, dass sie nicht abhauen aber noch sehen kann. Dennoch danke für die interessanten Anregungen.

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