Donnerstag, 12. Oktober 2017

Wohnungsbrand: Giftschlange im Haus?

Wohnungsbrand (Symbolbild)
Wie unsere örtliche Tageszeitung DEWEZET berichtet, kam es gestern Morgen in einer Hamelner Wohnung zu einer Rauchentwicklung. Die Ursache war nicht etwa ein vergessener Topf auf einer Herdplatte, sondern eine geplatzte Glühlampe in einem Terrarium, wodurch das darin enthaltene Einstreu in Brand geriet. Als Nachbarn die Rauchmelder hörten, riefen sie die Feuerwehr, welche den Entstehungsbrand den Berichten zufolge schnell löschen konnte. Als die Einsatzkräfte den Hinweis bekamen, dass es sich bei dem entwichenen Terrarientier wahrscheinlich um eine Schlange handelte, entstand die Sorge, dass womöglich nun eine Giftschlange im betroffenen Mehrfamilienhaus herumkriechen könnte. Erst als der 30-jährige Bewohner von der Polizei an seiner Arbeitsstätte angetroffen wurde, konnte Entwarnung gegeben werden: Bei der Schlange handelte es sich um eine vollkommen harmlose Königsnatter.

Warum ist dieser Vorfall interessant für einen Blogpost?

Rauchentwicklung ist Wohnungen ist Feuerwehralltag und auch tierische Einsätze sind in der Regel eher Banalitäten. Verdient ein Vorfall mit einer harmlosen Natter, bei der es sich theoretisch auch um einen Goldhamster hätte handeln können, überhaupt die Aufmerksamkeit eines seriösen Blogs fernab der Sensationspresse?

Durchaus, denn der Vorfall zeigt, wie vernünftig es ist, seine Terrarien zu beschriften. Was für Gifttierhalter ohnehin Pflicht sein sollte, kann auch für Otto Normalterrarianer sinnvoll sein. Denn leider kann wohl jeder von uns in eine ähnliche Situation geraten – auch dann, wenn die Terrarien sicher verschlossen sind, der Bodengrund feuerfester ist als beispielsweise (für die Reptilienhaltung ohnehin eher ungeeignetes) Kleintier- oder Holzspaneinstreu und auf Leuchtmittel zurückgegriffen wird, die im Falle eines Ausbrennens nicht gleich platzen. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht und ein Wohnungsbrand muss ja nicht einmal in den eigenen vier Wänden entstanden sein.

Für Feuerwehr & Co. ist es daher äußerst hilfreich, wenn sie während eines Einsatzes wissen, was in der Wohnung „kreucht und fleucht“, insbesondere wenn die Bewohner persönlich nicht anwesend sind. Terrarienbeschriftungen mit deutschen und wissenschaftlichen Artnamen, der Anzahl der gehaltenen Tiere und ein zusätzlicher Hinweis auf das Gefahrenpotential gelten als das Minimum an Beschriftung, welche z.B. Giftschlangenhalter an ihren Terrarien anbringen sollten. Für Halter von ungefährlichen Tieren reicht mitunter auch schon ein gut lesbarer allgemeiner Hinweis („Keines der hier gehaltenen Tiere ist gefährlich“) im Eingangsbereich und ggf. zusätzlich an zentralen Stellen der Wohnung inkl. Angabe von Mobilfunknummer und ggf. Telefonnummer der Arbeitsstelle aus. Solche Hinweise helfen Einsatzkräften bei der Tierrettung und dabei, sich effektiver auf die jeweilige Gefahrensituation zu konzentrieren, statt sich wegen mutmaßlichen Gifttieren um die Eigensicherung sorgen zu müssen.

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