Freitag, 21. Oktober 2016

21. Oktober: Reptile Awareness Day

Am heutigen Tag feiern wir den „Reptile Awareness Day“. Dieser Feiertag wurde von einer Gruppe von Reptilienfreunden geschaffen, um das Bewusstsein der Bevölkerung für Reptilien zu verändern. Schließlich haben Reptilien leider ein eher schlechtes Image. Wenn sie mal in der öffentlichen Wahrnehmung auftauchen, dann zumeist in Form haarsträubender Schauergeschichten oder überzogenen Pressemeldungen. Auch Hollywood greift seit Jahrzehnten dieses Bild auf und verstärkt es mit Horrorfilmen, in denen Reptilien als blutrünstige Monster dargestellt werden. Herpetologen und Terrarianer feiern deswegen den Reptile Awareness Day, um Sympathie für wechselwarme Kriechtiere zu wecken.

Reptilien spielen schließlich eine wichtige Rolle für unser Ökosystem, werden aber bedauerlicherweise immer wieder übersehen. Große Artenschutzorganisationen aber auch viele zoologische Einrichtungen werben bzw. locken auf ihren Plakaten in der Regel mit spektakulären Botschafterarten wie Orang-Utan oder Pandabär. Reptilien eignen sich für solche Kampagnen aufgrund ihres negativ behafteten Images eher schlecht als recht. Sobald der Orang-Utan ausgestorben ist, wird dies von der Öffentlichkeit sicherlich im großen Ausmaß bedauert. Der Verlust von Reptilienarten geschieht hingegen still und leise und interessiert kaum jemanden in der Bevölkerung – kaum jemanden, außer uns Reptilienfreunden! Deshalb bietet der Reptile Awareness Day eine gute Gelegenheit für Sonderführungen und Aktionstage in Zoos, Tierparks, Naturschutzvereinen etc., um z.B. über einheimische Reptilien oder die Bedrohung von Lebensräumen und den dortigen Reptilienbeständen zu informieren.

Auch Terrarianer können an diesem Tag die Öffentlichkeit aufklären und die vielen positiven Aspekte der Haltung von Reptilien hervorheben. Schließlich sind wir es, die sich mit großem Engagement für Reptilien einsetzen, ihre Bedürfnisse kennen und ein besonderes Bewusstsein für die Lebensraumzerstörung haben. Die Haltung und insbesondere die verantwortungsvolle Nachzucht von Reptilien macht uns zu aktiven Artenschützern, weil dadurch einerseits Naturentnahmen reduziert werden und andererseits Backup-Populationen in menschlicher Obhut geschaffen werden, mit denen – nach Rettung der Lebensräume – viele Arten wieder angesiedelt werden können. Es sind nicht die Spendengelder etablierter Artenschutzorganisationen, die in diese Form des Arterhalts fließen, sondern unser eigenes, hart verdientes Geld. Da zoologische Einrichtungen mit beliebten Botschafterarten Aufklärungsarbeit leistet und sich viele versteckt lebende Arten nicht so gut für eine Haltung in solchen Einrichtungen eignen, spielt die Haltung dieser Arten in Privathand eine wichtige Rolle für den Artenschutz. Kooperationen zwischen Reptilienhaltern, zoologischen Einrichtungen, Wissenschaftlern und Naturschutzbehörden belegen, wie wichtig unser Beitrag für die Rettung von Reptilien ist und sei es „nur“ durch Naturbildung, um den Menschen diese Tiere einmal näher zu bringen. Denn nur was man kennt, kann man lieben lernen und für schutzbedürftig halten.

Der heutige Reptile Awareness Day bietet für diese Botschaft eine sehr gute Grundlage.

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