Dienstag, 30. August 2016

Reptile Max 60 – Reptilieninkubator

Der „Reptile Max 60“ (Rcom Reptilieninkubator 60) wird von der Firma TRIXIE vertrieben (Art.-Nr. 76310) und kann zum Zeitpunkt dieses Tests für ca. 170 Euro käuflich erworben werden. Die Temperatur lässt sich zwischen 20 und 42° C einstellen. Kühlen ist mit dem Reptile Max 60 demnach nicht möglich, weswegen das Gerät nicht für die Überwinterung von Tieren geeignet ist. Aber das ist meiner Meinung nach auch nicht unbedingt Sinn und Zweck eines Inkubators. Das Gerät bietet neben der Möglichkeit einer Inkubation von Reptilieneiern bei einer dauerhaften Temperatur auch das Bebrüten mit einer zwischengeschalteten Phase „höchster Sonneneinstrahlung“. In diesem Programm wird die eingestellte Soll-Temperatur während 3 von 24 Stunden Betriebsdauer um 1,5 °C erhöht, um die maximale Sonneneinstrahlung während der Mittagszeit in freier Natur zu simulieren.

Darüber hinaus ist das Gerät in der Lage, die Luftfeuchtigkeit in einem Bereich zwischen 40 und 95 % zu regeln. Zu diesem Zweck befindet sich im Innenraum des Inkubators ein Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor, den man flexibel an die gewünschte Position legen kann. So ist es möglich, die Werte entweder im Innenraum des Gerätes oder sogar direkt im Innern eines Brutbehälters zu messen.

Mithilfe programmierbarer Warngrenzen können individuelle Alarme gesetzt werden. Beispielsweise kann eingestellt werden, dass ein Alarm erklingen soll, sobald die Temperatur um eine bestimme Differenz vom Sollwert abweicht. Gleiches ist bei der Luftfeuchtigkeit möglich und verhindert so (je nach Inkubationsmethode) das Austrocknen der Gelege. Steuert man die Feuchtigkeit primär über die Substratfeuchtigkeit, kann der Luftfeuchtigkeits-Alarm auch komplett ausgeschaltet werden. Zur Regelung der Luftfeuchtigkeit / Belüftung ist an der Oberseite des Inkubators ein Schieberegler angebracht, mit dem sich die Größe eines dortigen Lüftungsloches stufenlos einstellen lässt.

Die Bedienung des Reptile Max 60 ist dank der anschaulichen Bedienungsanleitung, welche Informationen über die empfohlene Inkubationstemperatur gängiger Tiergruppen enthält, einfach und problemlos. Wie bei allen Inkubatoren dieses Preissegments kann es zu geringen Temperaturabweichungen kommen, weswegen man zu Beginn mit einem geeigneten Thermometer die eingestellte Soll-Temperatur mit der tatsächlich erreichten Temperatur abgleichen und bei Bedarf das Gerät entsprechend der gemessenen Abweichung höher oder niedriger einstellen sollte. Das Netzkabel wird nach dem Einstecken in das Gerät mit einer Abdeckplatte fest verschraubt, wodurch ein versehentliches Ziehen der Stromzufuhr zumindest an dieser Stelle ausgeschlossen werden kann.

Zum Lieferumfang gehören neben der Bedienungsanleitung und dem Stromkabel, zwei Brutbehälter (ca. 14 cm x 20 cm x 11 cm) mit Lüftungslöchern am oberen Rand, mehrere Abtrenngitter und zwei Tüten Vermiculite (2 x 170 g).

Test:
Nachdem ich mit anderen Inkubatoren schon schlimme Dinge erlebt hatte, war ich zunächst skeptisch, ob ich mich erneut mit einem gekauften Inkubator herumplagen oder nicht doch lieber wieder zum Inkubator „Marke Eigenbau“ zurückgreifen sollte. Diese Bedenken wurden dank der Zuverlässigkeit des Reptile Max 60 schnell zerschlagen. Zunächst einmal zeigt mein Gerät keine Abweichung zwischen Soll- und Ist-Temperatur, was schon mal äußerst praktisch ist.

Der Lieferumfang lässt keine Wünsche offen. So können die zwei Brutbehälter direkt als solche genutzt werden oder aber man füllt einen davon mit Wasser, um die Luftfeuchtigkeit im Gerät zu erhöhen. Ich habe in diesen Behältern auch schon erfolgreich Pfleilgiftfrosch-Kaulquappen aufgezogen. Des Weiteren sind Gitter enthalten, die man nach Abtrennung voneinander als Abgrenzung innerhalb der Brutbehälter verwenden kann. Mit ihnen ist es auch möglich, die Brutbehälter ein Stück weit mit Wasser zu füllen, um dann die Eier auf den Gittern direkt über dem Wasserspiegel zu inkubieren. 
 
 
Für „Gelegenheitszüchter“ können die Brutbehälter allerdings ein wenig zu groß sein. Ich selbst inkubiere daher die meisten Gelege auch weiterhin in den bewährten Heimchendosen. Ein Vorteil der mitgelieferten Behälter ist, dass das Kabel des Temperatur- und Luftfuchtigkeitssensors durch eines der Lüftungslöcher geführt werden kann.

Das professionelle Desing des Inkubators gefällt mir persönlich sehr gut und hebt sich von günstigen Styroporbox- oder kitschigen Eier-Designs anderer Hersteller ab. Beim Gebrauch fällt allerdings auf, dass die Bauweise des Inkubators doch ein wenig unkomfortabel ist. So muss zur Kontrolle der Gelege der Deckel abgenommen werden, was einerseits zu einem Absturz der Werte führt und andererseits die Umgebung des Inkubators befeuchtet, weil Schwitzwasser an den Rändern hinabtropft, was aber sicherlich eher hinzunehmen ist, als würde Schwitzwasser während der Inkubation mittig auf die Gelege tropfen, was bei diesem Gerät dank der kuppelförmigen Bauweise nicht der Fall ist. Außerdem ist eine Kontrolle verhältnismäßig selten notwendig, arbeitet man mit programmierten Warngrenzen für die Luftfeuchtigkeit.

Abgesehen von diesen Kleinigkeiten lässt das Gerät wohl keine Wünsche offen. Ob man für einen Inkubator unbedingt einen Anschluss für das Auto benötigt, halte ich für fraglich, weswegen das Fehlen eines solchen Adapters in diesem Test zu keine Abwertung führt. Einzig Perlite-Verfechter könnten vielleicht noch bemängeln, dass nicht wenigstens eines der beiden Inkubationssubstrat-Tütchen mit ihrem bevorzugten Inkubationssubstrat gefüllt ist.

Für mich die primär wichtigste Aufgabe eines Inkubators ist das Erreichen und zuverlässige Halten der eingestellten Temperatur, um eine ordnungsgemäße Inkubation zu gewährleisten. In diesem Punkt liefert der Reptile Max 60 keinen Grund für Kritik. Sowohl bei Dauertemperatur als auch bei Wechseltemperatur funktioniert das Gerät einwandfrei und zeigt auch nach einigen Monaten der Nutzung keine Ausfallerscheinungen.

Fazit:
Für den Reptile Max 60 kann ich eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Das Gerät ist zwar preislich im oberen Bereich des Preissegments für elektrische Klein-Inkubatoren angesiedelt, erfüllt dafür seine Aufgaben aber auch zuverlässig und bietet Funktionen, die von günstigeren Geräten nicht geboten werden.

Lieferumfang: 5/5
Anleitung: 4/5
Design: 5/5
Bedienung & Komfort: 4/5
Funktion & Zuverlässigkeit: 5/5

Gesamtwertung: 4,6/5

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