Dienstag, 26. April 2016

Isotopenmessung soll Artenschmuggel aufdecken

Die Goethe-Universität Frankfurt am Main hat gestern in einer idw-Meldung (Informationsdienst Wissenschaft) über eine Methode informiert, mit der dem illegalen Artenhandel auf die Spur gekommen werden soll: Isotopenmessung entlarvt illegalen Wildtierhandel
 
Nicht nur beim Elfenbeinhandel, sondern auch beim Handel mit lebenden Reptilien soll die quantitative Messung von Isotopenverhältnissen in Gewebeproben den Kampf gegen Artenschmuggel unterstützen. Die Goethe-Universität hat bei diesem Projekt mit dem WWF Deutschland, dem Kölner Zoo und internationalen Forschungsinstitutionen zusammengearbeitet, heißt es in der Meldung. Finanziert wurde die Arbeit vom Bundesumweltministerium (BUMB) über dem Bundesamt für Naturschutz (BfN).
 
Bei der Isotopenmessung werden Hautschuppen von lebenden Reptilien untersucht. Illegale Naturentnahmen geschützter Arten, die leider immer noch viel zu oft als Nachzuchten deklariert in den Handel gelangen, lassen sich auf diesem Wege von echten Nachzuchten unterscheiden, weil die Isotopenmuster bei nachgezüchteten Reptilien homogener sind als bei Wildfängen, die in freier Natur mit schwankendem Futtervorkommen zu kämpfen haben. Im oben verlinkten Artikel heißt es:
Beispielhaft haben die Forscher die in China und Vietnam heimische Krokodilschwanzechse Shinisaurus crocodilurus untersucht. Sie ist durch illegalen Handel und die gleichzeitige Zerstörung ihres Lebensraums sehr selten geworden. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift Global Ecology and Conservation berichten, konnten sie anhand vietnamesischen Materials unterschiedliche Isotopensignaturen von Echsen aus der Wildnis und von in Gefangenschaft gehaltenen Exemplaren nachweisen.
Shinisaurus crocodilurus
Im Herbst 2016 findet die nächste Konferenz der CITES-Vertragsstaaten statt. Dort soll das neue Verfahren als ein wirksames Artenschutzinstrument vorgestellt werden. Denkbar wäre eine Datenbank von Zuchteinrichtungen, um im Falle eines Tieres mit zweifelhafter Herkunft anhand von Datenmaterial und Proben eine illegale Umdeklarierung aufzudecken.
 
Solche Fortschritte sind sehr zu begrüßen! Hoffentlich etabliert sich das Verfahren, um den illegalen Artenhandel vom legalen Handel mit Nachzuchten abzugrenzen und entsprechend ahnden zu können.

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