Freitag, 6. November 2015

Deutsche Tierärzteverbände kritisieren Gefahrtiergesetzesentwurf NRW

Der Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e. V. (BNA) hat eine gemeinsame Stellungnahme mit der Bundestierärztekammer (BTK), dem Bundesverband beamteter Tierärzte (BbT), dem Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt), der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) und der Auffangstation für Reptilien München e.V. zum aktuellen Entwurf eines Gefahrtiergesetzes in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht: Geplantes Gefahrtiergesetz in NRW - Lenken, nicht verbieten!


In der gemeinsamen Stellungnahme äußert Tierarzt Dr. Markus Baur, Leiter der Auffangstation für Reptilien München e.V., berechtigte Kritik am aktuellen Gesetzesentwurf. Der BNA und die mitzeichnenden deutschen Tierärzteverbände tragen seine Ausführungen im vollen Umfang mit.

Dass nun u.a. auch die Bundestierärztekammer eine derartige Stellungnahme mitzeichnet, ist ein weiterer Meilenstein in der umfangreichen Kritik am geplanten Gefahrtiergesetz. Umweltminister Remmel sollte nun endlich einsehen, dass eine vernünftige Regelung zwar sinnvoll ist, strikte Haltungsverbote und andere unverhältnismäßige Einschränkungen von Grundrechten hingegen keinesfalls umgesetzt werden dürfen!

Die deutliche Kritik wird also nicht nur seitens der betroffenen Halterverbände immer lauter:

1) Unabhängige Tierarztverbände mahnen, dass Halter womöglich nicht mehr mit ihren sog. „Gefahrtieren“ im Krankheitsfall zum Tierarzt gehen würden, dass ein vermehrtes Aussetzen droht und dass die Nachzuchtverbote nicht mit dem Tierschutzgesetz zu vereinbaren sind.

2) Der unabhängige Spitzenverband der Landkreise in NRW mahnt, dass die Behörden für die Umsetzung des Gesetzes nicht die nötigen Mittel haben.

3) Der ebenfalls unabhängige Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mahnt, dass die geforderte Haftpflichtversicherungspflicht kein geeignetes Mittel zur Gefahrenprävention und Förderung von Risikobewusstsein darstellt.

Diesen fundierten Stellungnahmen von unabhängigen Vereinigungen stehen die Stellungnahmen von ideologisch motivierten Tierschutz- und Tierrechtsvereinen gegenüber, die in ihrer gemeinsamen Stellungnahme mit nachweislichen Falschaussagen eine Propaganda betreiben, die allein schon aus diesem Grund keinerlei Beachtung auf politischer Ebene finden dürfte!

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