Samstag, 7. November 2015

aktion tier e.V. zu Gast beim Futterhaus

Meine bisherigen Berichte über die von mir regelmäßig besuchte Filiale von „Das Futterhaus“ und die Stellung, die ein Terrarianer in dieser Zoofachhandelskette offenbar einnimmt, waren bisher ja eher amüsant gemeint. Der heutige Bericht ist es leider nicht: Der Verein aktion tier e.V. hat dort diese Woche gastiert und durfte seine Propaganda gegen die Haltung von sog. „Wildtieren“ unter die Kundschaft mischen! An einem Präsentationstresen mit Hochglanzplakaten von u.a. Reptilien und Papageien wurden Flyer verteilt und neue Mitglieder geworben.

Bezeichnet wurde die Aktion als „Aufklärungskampagne zur Verbesserung der Haltungsbedingungen von Heimtieren“. An und für sich ein Thema, welches ich durchaus unterstütze. Der Verein aktion tier e.V. hat jedoch in der Vergangenheit nicht mit Fachkompetenz geglänzt und stellt in den Medien sowie in seinen Prospekten insbesondere die Haltung von Vivarientieren, die von diesem Verein als „exotische Wildtiere“ bezeichnet werden, regelmäßig falsch dar. In einem mir vorliegenden aktuellen Flyer des Vereins zum Thema Internethandel wird z.B. die Behauptung aufgestellt, dass diese Tiere großteils aus ihrem natürlichen Lebensraum entrissen würden. Eine Behauptung, die sich mit einem Blick auf die Vertriebswege innerhalb dieses Zweigs des Heimtiermarktes mit unabhängigen und öffentlich zugänglichen Zahlen widerlegen lässt. Wenn man schon aufklären möchte, sollte man dafür bitte auch mit richtigen Zahlen arbeiten.

Auf Nachfrage bei den Futterhausmitarbeitern vor Ort hieß es, dass die Firmenzentrale die Kampagne von aktion tier e.V. genehmigt hätte. Es würden in der nächsten Zeit wohl auch noch weitere Filialen der Kette besucht. Wie kann es sein, dass ein Verein, der Teile der Tierhaltung abschaffen möchte, in einem Zoofachgeschäft eine Plattform bekommt? Als Reptilienhalter und jahrelanger Stammkunde vom Futterhaus bin ich zutiefst erschüttert, dass ein solcher Verein, der mit dubiosen Machenschaften laufend Stimmung gegen eine verantwortungsvolle und nachhaltige Art von Tierhaltung macht, in einem Zoofachgeschäft eine Bühne bekommt!
 
Auf der anderen Seite veröffentlichte aktion tier e.V. kürzlich auf Facebook einen durchaus sachlichen Artikel über den Korallenfinger-Laubfrosch, der keinen Grund zur Beanstandung gibt, sondern mich sogar zu einem vorsichtigen Lob bewegt. Ein Paradigmenwechsel? Es wäre wünschenswert, wenn sich aktion tier e.V. weiter dieser Art von sachlicher Aufklärung widmen würde, statt Propagandamaterial mit falschen Informationen zu verbreiten. Damit würde sich der Verein von radikalen Tierrechtssekten abheben und wieder Boden bei aktiven Natur-, Tier- und Artenschützern gewinnen, die sich aktiv für den Schutz von Tieren einsetzen, für die der Rest der Bevölkerung allenfalls Ekel empfindet. Wünschenswert wäre es. Dann wäre dieser Verein auch gerne im Zoofachhandel, auf Messen oder anderen Veranstaltungen gesehen.

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