Dienstag, 26. Mai 2015

Nach Spinnenfund: Erneut Propaganda gegen Gifttierhaltung

Die „Presse mit Pseudologiehintergrund“ hat erneut zugeschlagen! Diesmal ist mir der Südwestrundfunk (SWR) ins Netz gegangen, der in seinem Onlineportal in den letzten Tagen zweimal über den Fund einer mutmaßlich hochgiftigen Spinne berichtete.

Hintergrund:
Eine 44-Jährige im rheinland-pfälzischen Oggersheim fand letzte Woche unter ihrem Sofa eine ihr unbekannte Spinne mit „verdächtigem Aussehen“ und rief die Polizei, weil sie nach Internetrecherchen von einer womöglich hochgiftigen „Bananenspinne“ ausging. Polizei und Feuerwehr rückten an und stellten das Tier sicher. Ein von der Feuerwehr hinzugezogener Arachnologe war sich aufgrund der Größe des Tieres jedoch nicht sicher, ob es sich tatsächlich um eine hochgiftige Spezies handelte. Der SWR zitierte in der Erstmeldung außerdem Peter Jäger, Leiter der Arachnologie des Senckenberg-Museums, der an dem Gefahrenpotential der Spinne Zweifel hegte und erklärte, dass der Begriff „Bananenspinne“ ein Sammelbegriff für viele verschiedene Arten sei.

Soviel zum Hintergrund. Im Grunde genommen also wieder eine eher unspektakuläre Meldung, bei der vorerst nicht geklärt werden konnte, ob die Fundspinne überhaupt exotisch oder gar potentiell für Menschen gefährlich war. Doch dann folgte am Donnerstag eine Aktualisierung des Artikels, mit der sich der SWR als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt auf das Niveau der Klatschpresse herablässt.

Aktualisierter Artikel: "Hochgiftige" Spinne nach Transport verendet
Darin heißt es, die Spinne sei unmittelbar nach dem Transport zu einer Tierhandlung verendet und dass weitere Untersuchungen nicht erfolgt seien. Allein dies ist schon seltsam, denn Experten könnten auch an einem toten Tier (durch die Möglichkeit der Sektion sogar noch sehr viel besser als an einem lebenden Exemplar) die Spezies bestimmen. Mehrere Experten gehen von den Fotos außerdem davon aus, dass es eine ungefährliche Art war. Als Fazit bleibt also eine nicht näher identifizierte aber sehr wahrscheinlich harmlose Spinne.

Doch dieses Ergebnis ist dem SWR offenbar zu unspektakulär. So dient der letzte Absatz des aktuellen Artikels (Stand: 21.5.2015, 14.07 Uhr) mal wieder dem Bashing von Gifttierhaltern, der Panikmache und der zwischen den Zeilen formulierten Forderung nach einem Gefahrtiergesetz in Rheinland-Pfalz:

Züchter brauchen keine Genehmigung

Wie die Spinne in die Wohnung kam, ist bislang unklar. Es gibt auch harmlose Arten, die der hochgiftigen Wanderspinne ähnlich sehen. Für die Haltung der giftigen Spinnenart ist in Rheinland-Pfalz keine Sondergenehmigung erforderlich. Es könnte also durchaus sein, dass das Tier in der Nachbarschaft der Frau ausgerissen ist. Dass die Spinne mit einem Bananentransport aus Südamerika hierher kam, gilt als unwahrscheinlich.

Was soll diese Scheiße?! Warum nicht gleich eine spinnenähnliche Sonde einer außerirdischen Spezies? Wenn die Herkunft und die Gefährlichkeit der Fundspinne nicht endgültig bewiesen werden konnte, warum werden dann Halter von solchen Tieren mit Mutmaßungen präventiv angeprangert?
 
Der SWR bedient damit xenophobe Scheißhausparolen und stellt sich mit diesem Gesinnungsjournalismus selbst ins Abseits!

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