Donnerstag, 19. Juni 2014

Nachbetrachtung: Bericht über Exotenhaltung bei sternTV

Am gestrigen 18.06.2014 um 22:15 Uhr ging es bei sternTV auf RTL um das Thema: 
Die Vorschauberichte zu dieser Sendung zeigten schon, in welche Richtung die ganze Diskussion gehen sollte und dass der Boulevardsender RTL mit seinem Sensationsformat sternTV gerne mal Panik verbreitet, ist ohnehin bekannt. Die geladene „Expertin“ und Tierärztin vom Deutschen Tierschutzbund Dr. Henriette Mackensen hört sich natürlich erst einmal seriös und kompetent an. In Berichten aus der Vergangenheit hat diese Person jedoch schon mehrfach bewiesen, dass es ihr und ihrem Verein weniger um wissenschaftliche Fakten, als um ideologische Glaubenskriege geht. Frau Doktor kehrt gerne alle Exotenhalter über einen Kamm und fordert ein generelles Exotenverbot, statt sich den Problemen (die bei jeder Art der Tierhaltung in Einzelfällen vorkommen und z.B. durch den oftmals nicht sachkundigen Zoofachhandel verstärkt werden) mit Sachverstand anzunehmen. Stattdessen attackiert diese Frau mit ihren Konsorten auch die Züchter und Halter, die kompetent und artgerecht mit ihren Tieren umgehen. Emotionalisierter Tierschutz ist hier die Devise. Als Gegenstimme war Heiko Werning, ein deutscher Reptilienforscher, Autor mehrerer Fachbücher und Chefredakteur der Terraristik-Fachmagazine REPTILIA, TERRARIA und DRACO, geladen. Eingeleitet wurde das Thema von einem voreingenommenen Steffen Hallaschka, der mit Aussagen wie „Auf Börsen verramschen dubiose Händler diese Tiere wie Billigware zu Tiefstpreisen“ einen Film über die Gegebenheiten auf der Terraristika in Hamm und die Situation in deutschen Tierheimen in Bezug auf abgegebene und ausgesetzte Exoten ankündigte.

Zu Beginn des Filmes wurden kurze Aussagen einzelner Personen gezeigt, welche den Zuschauer schon einmal in eine negative Grundhaltung gegenüber der Exotenhaltung versetzen sollten. Es fielen Aussagen wie „Die Tiere sind eingepfercht in kleinen Boxen“ oder „Ein neues Möbel musste ins Wohnzimmer und daher musste die Schlange eben weg.“ Damit wurden schon einmal grundsätzlich alle Händler und Halter pauschal als Tierquäler dargestellt. Das gezeigte Bildmaterial mit Pfeilgiftfröschen in kleinen Plastikboxen, während dramatisch inszenierte Musik aus den Lautsprechern schallte, tat sein Übriges zur negativen Ausrichtung der Berichterstattung bei. Diese emotionale Vermenschlichung von Tieren und die Argumente der Tierrechtler in Bezug auf Börsen sind uns ja inzwischen gut bekannt. Es folgten einige wirklich sachliche Anmerkungen einer Tierheimmitarbeiterin und direkt darauf die als kompetente Expertin angekündigte Frau Dr. Mackensen vom Deutschen Tierschutzbund, die dem Zuschauer mit kindlicher Stimmlage erklärte: „Eigentlich müssten Tierbörsen verboten werden. Es wäre für die Tiere besser, es gäbe solchen Börsen nicht mehr.“ 

Im Anschluss wurde die von ihr kritisierte Terraristika mit versteckten Kameras besucht und einzelne dort angebotene Tiere im Steckbrief vorgestellt, angefangen mit einer Boa constrictor. Dieses Tier wurde als 3 m lange Schlange vorgestellt, die besonders gefährlich für Kleinkinder sei und Salmonellen überträgt. Auf Nachfrage von Frau Doktor beim verantwortlichen Verkäufer, ob ein solches Tier etwas für ihre Tochter sei, äußerte der gezeigte Händler keine Bedenken. Der Offsprecher ertönt: „Eine Boa constrictor im Kinderzimmer!“ Meine Anmerkung dazu lautet, dass es für Bedenken auch gar keinen nennenswerten Grund gibt, auch wenn das auf Außenstehende ohne Kenntnis vom Verhalten dieser Schlange vielleicht etwas befremdlich wirken mag. Es wurde nicht deutlich, um welche Unterart von Boa constrictor es sich genau handelte und somit, ob die Tiere am Ende tatsächlich die genannte 3 m – Marke hätten erreichen können. Von einem großen Hund, der frei in der Wohnung herumläuft und in direkten Kontakt zu den Kleinkindern gerät, geht mehr Gefahr aus, als von einer Riesenschlange, die sich in einem verschlossenen Terrarium befindet. Die erneut ausgekramte Gefahr einer Salmonelleninfektion ist für ein Kind nicht größer, als beim Abschlecken von Mamas frischem Kuchenteig vom Rührstab oder die Infektionsgefahr, wenn das Kind am Schwanz einer Katze zieht und diese es mit einem hochinfektiösen Biss quittiert. Davon mal ganz abgesehen fragte die Tierschützerin nach einer Schlange für die Tochter, nicht jedoch nach einer Schlange für ein Kleinkind. Es folgte ein deutlicher Schnitt im Film. Vielleicht ging das Verkaufsgespräch noch weiter und sie erläuterte dem Verkäufer, dass ihre Tochter mit dem Schlangenwunsch bereits 16 oder 17 Jahre alt sei. RTL schneidet es jedoch so, dass der Zuschauer von einer Schlange im Kinderzimmer eines Kleinkindes ausgeht. Das ist typische Arbeitsweise dieses Senders.

Als sich die Expertin bei dem Boa-Verkäufer nach den (laut Börsenordnung vorgeschriebenen) Infoblättern erkundigte, antwortete dieser, dass sie sich die nötigen Infos im Internet über Google besorgen könne. Als der Chef des Verkäufers schließlich dazukam, der Frau Mackensen erkannte und als radikale Tierschützerin entlarvte, wurde plötzlich ein solches Infoblatt ausgehändigt. Dies ist ein offensichtlicher Missstand, den auch ich nicht gutheißen oder schönreden will und bereits in meiner eigenen Nachbetrachtung zur letzten Terraristika (bei der die Dreharbeiten offenbar ebenfalls entstanden) kritisierte. Es zeigt, dass manche Händler diese Infoblätter nur als Absicherung gegenüber den Börsenordnern oder gar im Falle von Kritik seitens Tierschützern in der Tasche haben, nicht jedoch im Sinne des Tierwohls an die Käufer weitergeben. Dies geht so nicht! Andererseits weiß man auch nicht, wie viele Händler von RTL aus dem Bericht herausgeschnitten wurden, die das Infoblatt direkt parat hatten. Bei einseitiger Berichterstattung liegt der Verdacht jedenfalls auf der Hand, dass die positiven Fälle auf der Börse bewusst rausgeschnitten wurden.

Nachdem Frau Mackensen also das erste Mal entlarvt wurde, ging es weiter zum nächsten Stand. Dort wurde das Jemenchamäleon vorgestellt. Es soll 60 cm groß werden und schwierig zu halten sein. Außerdem handele es sich um eine geschützte Art. Von den Chamäleons ist diese Art allerdings das wohl noch am einfachsten zu haltende, aber meiner Meinung nach ist es für Neulinge in der Reptilienhaltung tatsächlich nicht als Einstiegsart zu empfehlen. Von extrem schweren Haltungsbedingungen, wie in der Sendung verlautet wurde, kann jedoch keine Rede sein. Weiter im Film: Der ausländische Händler erschwerte aufgrund der Sprachbarriere laut Aussage der „Expertin“ die Kommunikation. Auch dies ist mir bei meinem letzten Besuch auf der Terraristika aufgefallen, da ich erstmalig selber in eine solche Situation kam. Berechtigten Grund für eine kritische Anmerkung möchte ich Frau Mackensen somit in diesem Punkt nicht absprechen. Laut der nachgesprochenen Stimme des Verkäufers müsse man diese Tiere nur jeden Tag füttern und bräuchte nur noch ein Terrarium. Sonst sei nichts zu beachten. Sollten tatsächlich diese Aussagen vom Verkäufer getätigt worden sein, ist dies unter aller Kanone! Aber ob dies wirklich der Fall war, lässt sich aufgrund der nachgesprochenen Stimme des Offsprechers leider nicht feststellen. Gerade bei einem ausländischen Anbieter geht der Sender kein großes Risiko ein, wenn er die gesprochenen Worte... sagen wir mal ein wenig anders formuliert. Bei dem gezeigten Händler wären die nötigen Papiere für das Tier den Testkäufern jedenfalls mitgegeben worden, Papiere vom Kunden bräuchte er keine. Dies stimmt soweit. Er benötigt lediglich die Anschrift des neuen Halters, damit er das verkaufte Tier bei seiner Meldebehörde abmelden kann. Im normalen Verkaufsgespräch die Adresse direkt zu erfragen, wäre aber unsinnig gewesen, daher gibt es keinen weiteren Anlass für Kritik bei diesem Händler. Dass sich hier besonders auf den Artenschutzaspekt konzentriert wurde, war übrigens nicht gut von der Tierschützerin durchdacht. Interessanter wäre diese Frage wohl auch bei dem „dubiosen“ Boa-Verkäufer gewesen, weil die Boa constrictor ebenfalls unter Artenschutz steht. Dies war der „Expertin“ aber wohl offenbar nicht bekannt.

Das nächste Tierportrait wurde nach einem Abstecher in den Gifttierraum der Börse gezeigt. Es handelte von der Gabunviper, welche 2 m lang und 10 kg schwer wird und ein für den Menschen tödliches Gift erzeugen soll. Dies stimmt zwar grundsätzlich, wurde jedoch einseitig erläutert, um Angst vor diesem Tier zu schüren. Die Gabunviper wird zwar sehr groß, ist dadurch aber ebenso träge und zeigt zudem kaum Aggressivität gegenüber dem Menschen. Zwar kann ein unbehandelter Biss für den Menschen tödlich enden, Todesfälle durch Giftbisse dieser Art sind bisher jedoch keine bekannt. Dies hätte der Vollständigkeit halber ebenfalls gesagt werden können. Auf die plumpe Frage der Reporterin: „Kann ich dieses Tier einfach so mitnehmen?“, antwortete der Händler verdutzt: „Ich hab’ nicht verstanden... Mitnehmen?“ Was anderes wäre mir bei einer Kundin mit so komischen Suggestivfragen wohl auch nicht eingefallen. Es folgte ein weiterer verdächtiger Schnitt und dann die Aussage des Händlers: „Ja, mit dieser Box. Kein Problem.“ Aufgrund der vielen Nachfragen erschienen plötzlich Börsenordner auf der Bildfläche und baten die als Kunden getarnte Tierschützerin und die Reporter des Senders nach draußen. Vorher wurden noch die Taschen kontrolliert, die Kameras jedoch (leider) nicht gefunden. Auf Nachfrage von Frau Doktor, warum sie überprüft würden, antworteten die Ordner: „Mehrere Händler haben den Verdacht geäußert, dass Sie hier illegale Videoaufnahmen machen.“ Natürlich war die dilettantische Tarnung der Tierschützerin als Kundin aufgrund ihrer Art und Weise wie sie die Fragen stellte und trotzdem kein Tier erwarb relativ leicht zu durchschauen. Andererseits finde ich die gesteigerte Aufmerksamkeit der Börsenordner, nur weil ein Kunde gezielte Fragen stellt, etwas unglücklich und übertrieben. Mit der Aussage „Offensichtlich haben die Betreiber dieser Tierbörse etwas zu verbergen.“ endete der Bericht über die Terraristika. Es wurden noch kurz die Gefahrtiergesetze der einzelnen Bundesländer angerissen, die Ansichten von Heiko Werning im Schnelldurchgang angesprochen und zum Schluss ein Blick in die Tierheime geworfen, die mit den ganzen Exoten total überfordert seien.

Nach dem Film wurde schließlich den Experten Heiko Werning und Dr. Henriette Mackensen die Diskussion im Studio unter Moderation von Herrn Hallaschka ermöglicht. Die erste Frage des Moderators richtete sich an Frau Mackensen: „Wenn es nach Ihnen ginge, müsste dann auch ein Experte wie Herr Werning seine Reptilien abgeben?“ Nach einem respektlosen „Davon gehe ich mal aus, dass Herr Werning ein Experte ist“ drückte sie sich vor der Antwort und erläuterte stattdessen erneut ihre Ansichten über die Exotenhaltung grundsätzlich. Herr Werning äußerte einige sachliche Argumente wie u.A. die Forderung einer Sachkundeprüfung oder dass die Art des Verkaufs auf Tierbörsen von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz abgesegnet ist. Ebenso, dass die Terraristika laufend von Amtstierärzten kontrolliert wird. Frau Doktor entgegnete, dass bei mehr als 400 Händlern eine Kontrolle gar nicht möglich sei. Leider gingen die sachlichen Argumente des einzigen echten Reptilienexperten in der Runde im ideologischen Wahn der Henriette Mackensen vollkommen unter. Anstatt dass aufeinander zugegangen und die tatsächlichen Missstände konkret besprochen wurden, driftete die Diskussion in ein Säbelrasseln zur Überzeugung des Zuschauers ab. Da sternTV einseitig berichtete, hatte Frau Doktor mit dieser Masche leider die besseren Karten.

Nachdem Herr Werning den Umstand ansprach, dass die 1-2 % an Exoten in Tierheimen nicht im Verhältnis zu den 98 % an anderen abgegebenen und ausgesetzten klassischen Haustieren stehen und für Exoten kein Sonderrecht in Sachen Tierschutz herrschen sollte, warf Frau Doktor bewusst die Begriffe „Wildtier“ und „wildgefangenes Tier“ mit Meerschweinchen als Beispiel durcheinander und letztlich auch ihre letzte zugesprochene Fachkompetenz mit der Aussage über Bord: „Es ist nicht gut auf andere Tiere hinzuweisen, wenn es doch auch hier genug zu tun gibt.“ Ich wäre nach dieser scheinheiligen Aussage sicherlich nicht so ruhig geblieben, wie Herr Werning. Denn nichts anderes macht doch Frau Doktor die ganze Zeit. Sie konzentriert sich massiv auf die Randgruppe der Exotenhalter, will von den Missständen bei den domestizierten Tieren ihrer eigenen Klientel nichts wissen und drückt sich bei Nachfragen diesbezüglich weg, anstatt wie Herr Werning sachlich zu argumentieren. In diese Kategorie könnte man letztlich auch die Aussage der „Expertin“ einordnen, dass manche Exoten „auf Börsen für 10 bis 15 Euro verschleudert werden“. In der gleichen Preiskategorie liegen aber auch klassische Haustiere wie Hamster oder Meerschweinchen (je nach Rasse). Wer für wenig Geld ein Tier schlecht halten möchte, braucht also nicht kilometerweit nach Hamm zu fahren, sondern kann den Grundstein dafür bereits im Zooladen um die Ecke erwerben!

Anschließend wurde das Thema der Gefahrtierhaltung angerissen. Der Moderator fragte Herrn Werning, ob man denn überhaupt eine Giftschlange unbedingt halten bräuchte. Herr Werning argumentierte, dass man auch nicht unbedingt Reiten oder Motorrad fahren bräuchte, man jedoch das Recht auf die freie Entscheidung haben sollte, was einen begeistert. Ebenso erläuterte der Experte, dass Giftschlangenhalter nun wirklich eher die Ausnahme und die Halter dieser Tiere in seinem Umfeld durchweg kompetente und sachkundige Leute sind, die ihre Tiere mit Leidenschaft pflegen. Frau Doktor reagierte auf diverse Argumente von Herrn Werning lediglich mit einem verächtlichen Kopfschütteln und gespitzten Lippen. An Herrn Wernings Stelle hätte ich noch den wichtigen Beitrag erläutert, den Gifttierhalter, die ihre Schlangen melken, für die medizinische Forschung leisten. Jedem Kritiker der Giftschlangenhaltung wünsche ich, dass er niemals in die medizinische Notfallsituation kommt und z.B. ein auf Schlangengift basierendes Mittel gegen Blutgerinnsel benötigt. Wobei…

Frau Doktor blieb ihrem Standpunkt bis zum vom Moderator eingeleiteten abrupten Ende der Diskussion treu, dass ein Verbot der Haltung von Wildtieren und Exoten der einzige tierschutzrechtlich verantwortungsvolle Schritt sei. Kommt ihr Verein mit diesem Wunsch durch, wird es wohl auf strengere Auflagen für die Halter von bestehenden Exotenbeständen und ein Vermarktungs- und Nachzuchtverbot hinauslaufen. So macht sich keine Organisation mit Massentötungen die Finger schmutzig und die Tiere in Gefangenschaft sterben langsam aus. Oder sie werden ausgesetzt und sterben dann, was erneut die engstirnigen Tierrechtler in ihren Argumenten bestätigen würde. Ob dadurch dann die mit Exoten überforderten Tierheime entlastet werden, wage ich aber mal stark zu bezweifeln.

Sehr bezeichnend sind auch die Abgründe, die sich z.B. bei Facebook in den Kommentaren zur Sendung auftun und die Geistesweite des gemeinen RTL-Zuschauers offenbaren. Man stößt auf die üblichen Argumente von angeblich tierlieben Menschen, dass Exoten nur in die Tropen gehören. Was haben denn aber bitte Bartagamen in den Tropen zu suchen? Oder die Glaubensvorstellung einiger Zuschauer, dass die im Beitrag gezeigten Frösche dauerhaft in den kleinen Plastikbehältern gehalten werden würden. Da hat RTL ja ganze Arbeit geleistet. Noch mal für alle: Nein, die Tiere werden nur für ein paar Stunden für den Verkauf darin aufbewahrt, die eigentliche Haltung sieht danach ganz anders aus! Wir sind doch nicht in Asien, wo Schildkröten als Schlüsselanhänger verkauft werden! Manche Kommentatoren sprechen auch von auffälligen Verhaltensstörungen der Tiere auf Börsen, die auch schon PETA festgestellt hat. Wenn sich jemand auf PETA bezieht, muss ich wohl nichts weiter dazu sagen. Tierrechtler legen sich das Verhalten der Tiere auf Börsen immer so zurecht, wie es ihnen passt: Umherkriechen bedeutet Stress, sich verstecken bedeutet Stress, völlig ruhiges Verhalten wird als stressbedingte Apathie gedeutet usw. Wie soll sich ein Tier bitte verhalten, damit es nicht als total gestresst bewertet wird? Und was ist grundsätzlich gegen diesen kurzzeitigen Stress einzuwenden? Ein Tier in Freiheit wird täglich mehrmals in Todesangst versetzt. Das ist auch Stress und mit dem Börsenaufenthalt in keiner Weise zu vergleichen. Dies ist jedenfalls der Grund, weswegen die Betreiber der Terraristika das Filmen und Photographien untersagen. Die Aufnahmen werden eben gerne auf emotionale Weise so dargestellt, dass Tierbörsen verunglimpft werden. Als Hausrechtsinhaber würde ich dies ebenfalls unterbinden. Das hat mit Verbergen von Missständen grundsätzlich erst einmal überhaupt nichts zu tun. Ein User stellt einem unsachlichen User, der einen Hund als Profilbild besitzt, die berechtigte Frage, ob denn dieser Hund im Rudel seine Beute jagen dürfe, wo der besagte Halter sich doch über die angeblich nicht artgerechte Haltung von Exoten auslässt. Diese Frage bleibt natürlich unbeantwortet, zeigt aber auch, dass wir die besseren Argumente haben und vor allem nicht alleine sind.

Als Fazit bleibt also eine einseitige Berichterstattung in Erinnerung, bei der Heiko Werning zwar ganz gut unser Hobby verteidigt hat, dies jedoch aufgrund der vom Sender angestrebten Anti-Exotenpropaganda kaum einen RTL-Zuschauer, der mit Reptilien ansonsten nichts zu tun hat, von den positiven Aspekten der Exotenhaltung überzeugt haben wird. Der einzige wirklich vernünftige Ansatz des Abends war, dass über sternTV als Kontakt ein paar exotische Tiere aus Tierheimen des Deutschen Tierschutzbundes vermittelt werden sollen. Hierbei sollte man aber bedenken, dass man in einem solchen Falle eine Schutzgebühr entrichten muss, die dem Tierschutzbund dann wieder als Budget für weitere Anti-Exoten-Kampagnen dient. Im Grunde also ein gut gemeinter Schuss von hinten durch die Brust ins Herz. Ich persönlich habe als Reaktion auf diesen Bericht direkt einmal bei meinem örtlichen Tierheim angefragt, ob und wie viele Exoten durchschnittlich dort abgegeben werden. Des Weiteren habe ich meine Hilfe angeboten, sollte es in Zukunft zu Abgabefällen kommen.

Zum Abschluss noch eine aktuelle Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes, die aufzeigt, dass die Reise weitergeht:

„Am Donnerstag wird der Deutsche Tierschutzbund die Ergebnisse einer neuen Tierheimbefragung vorstellen, ergänzt um ein neues Kampagnenmotiv gegen den Wildtierhandel. Die Zahlen aus den Tierheimen belegen die stetige Mehrbelastung für Tierschutzvereine durch die vermehrte Aufnahme von Reptilien vor allem als Folge überforderter Halter.“
-> Quelle





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