Samstag, 31. Mai 2014

"Wir müssen doch den Regenwald bewahren" (Cartoon)

Aufgrund des Einflusses von Tierrechts- und dubiosen Artenschutzvereinen steht das geplante Verbot von Wildfängen im Koalitionsvertrag der Regierungskoalition CDU/CSU und SPD. Eine derartige Reglementierung lässt sich allerdings nicht für Deutschland alleine, sondern nur in der gesamten EU durchsetzen. Sollte es nun nach der Wahl des neuen EU-Parlaments zu einem europaweiten Verbot von Wildfangimporten in die EU kommen, zeigt mein neuer Cartoon die Problematik, vor welcher die Bevölkerungen der betroffenen Exportländer stehen würde:


Wenn sie mit den legalen Wildfängen kein Geld mehr verdienen können, weil die EU als Großabnehmer weggebrochen ist, besteht für diese Menschen auch kein Grund mehr die Lebensräume der Wildfangtiere zu schützen. Die Flächen könnten dann z.B. für den Abbau von Edelmetallen, konventionelle Landwirtschaft oder den Anbau von Futtermitteln genutzt werden. Saatgutmonopolisten reiben sich sicherlich schon die Hände.

Wildfänge sind also nicht in jedem Fall ein Raubbau an der Natur. Schwarz-Weiß-Denken und Pauschalisierungen sind hinderlich. Man muss schon genau hinschauen und dann einzelfallbezogen entscheiden. Beispielsweise finde ich es ein Unding, dass Wildfänge anspruchsvoller Arten (z.B. Flugdrachen) von gewissen Händlern regelmäßig auf Börsen an jedermann zu Ramschpreisen verkauft werden. Diese Tiere überleben selbst bei Profis nicht lange und die Nachzucht ist meines Wissens bislang noch nie geglückt. Da diese Tiere aber leider nicht international geschützt sind, ist der Handel mit Wildfängen prinzipiell legal. Verwerflich finde ich es trotzdem. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Ich bin der Meinung, dass nur noch der Handel mit Wildfängen aus nachhaltiger Quelle erlaubt sein sollte. In der Aquaristik gibt es sog. Ramsar-Schutzgebiete. Dort wird den Bevölkerungen der Herkunftsländer die nachhaltige Nutzung ihrer wildlebenden Tierbestände gestattet. Die Fische werden in einem gewissen Rahmen gefangen und für den Heimtiermarkt verkauft. Wichtig ist, dass die ansässige Bevölkerung ausreichend daran verdient. Sozusagen ein „Fair Trade Logo“ für den Tierhandel. Es kann nicht sein, dass die Menschen die Tiere in Massen wegfangen, um dafür einen Hungerlohn zu bekommen, während sich skrupellose Tierhändler eine goldene Nase daran verdienen. 

Ein generelles Verbot von Wildfängen halte ich aber ebenso für falsch! Denn die Ramsar-Schutzgebiete sorgen dafür, dass die Wildbestände und die Lebensräume erhalten bleiben. Schließlich sind das ja die Einnahmequellen der Menschen. Würde die nachhaltige Nutzung mit generellen Importverboten unterbunden, müssten die Menschen sich andere Einnahmequellen suchen. Die Lebensräume wären dann gewissermaßen wertlos und würden zerstört. Mit dramatischen Folgen für die dort lebende Tier- und Pflanzenwelt. Für den Reptilienhandel gibt es solche Konzepte einer nachhaltigen Nutzung leider (noch) nicht.

Nachhaltige Wildfänge sind somit durchaus wichtig für den Arterhalt. Nicht nur innerhalb der Terraristik zur Blutauffrischung, sondern auch außerhalb in den natürlichen Lebensräumen. Denn wenn diese Lebensräume zerstört werden, sterben auch die Arten, die gar nicht für den Heimtiermarkt relevant sind. Somit bewirkt eine vermeintliche Verbesserung des Tier- und Artenschutzes genau das Gegenteil. Dass die EU mit einem solchen Verbot ganz nebenbei die Artenschutzbemühungen und bestehende Gesetze und Regelungen wie das Washingtoner Artenschutzübereinkommen mit Füßen tritt, interessiert unsere Politik und die radikalen Tierrechtler herzlich wenig. Hauptsache man kann sich kurz profilieren und ein paar mehr Wähler bzw. Spender ergattern.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen