Montag, 19. Mai 2014

Was ist die perfekte Anfängerschlange?

Ich persönlich bin eigentlich kein Freund von Bezeichnungen wie „Anfängerschlange“, weil dadurch manche Tiere für Fortgeschrittene und Profis nicht mehr so attraktiv gemacht werden. Selbst manche Anfänger sind zu stolz und wollen direkt richtig durchstarten und nicht mit einer (angeblich) langweiligen „Anfängerschlange“ beginnen. Dennoch sollte man als Neuling in der Terraristik zum Wohle der Tiere ehrlich zu sich selbst sein und lieber mit einer sogenannten „Anfängerschlange“ beginnen, als einem anspruchsvollen Tier eine nicht artgerechte Unterkunft zu bieten. Ich selbst würde nun jedoch spontan keine Schlange als die Anfängerschlange schlechthin betiteln, sondern erst einmal beleuchten, was eine Schlange als für den Anfänger geeignet macht. 

Dazu gehört für mich primär, dass die für das Tier benötigten Haltungsbedingungen ohne großen Aufwand geschaffen werden können. Manche Schlangen sind zudem robust und verzeihen gewisse Anfängerfehler, die jeder Neuling sicherlich machen wird, ohne negative Konsequenzen. Der Aspekt der Fütterung sollte ebenfalls beachtet werden. Des Weiteren sollte die Schlange von Natur aus ein umgängliches Verhalten an den Tag legen. Zwar sind Schlangen und andere Reptilien keine Schmusetiere, dennoch sollte das Tier eines Anfängers sich dem Menschen gegenüber nicht aggressiv verhalten. Leider reagieren manche Neulinge nach dem ersten Schlangenbiss mit Desinteresse oder gar Furcht und wollen ihr Tier so schnell wie möglich wieder loswerden. Dabei lässt sich jeder Schlangenbiss auf ein Fehlverhalten des Halters zurückführen. Natürlich möchte man gerade als Neuling in der Terraristik sein Tier ab und zu (z.B. zur Fütterung oder zur Gesundheitskontrolle) auch mal in die Hand nehmen. Bei der vorherrschenden Entfremdung von der Natur in unserer Gesellschaft sehe ich absolut kein Problem darin, wenn man Besuchern gelegentlich mal eine an den Menschen gewöhnte Schlange vorführt und auch mal in die Hand gibt. Dies kann man natürlich nicht auf alle Reptilien übertragen, aber ich sehe das Handling von Schlangen unter dem Aspekt der Wirkung als Botschafter für ihre Art (und somit im Sinne des Artenschutzes) als wichtige Aufgabe bei der Haltung dieser Tiere. Daher stellt für mich die Handhabbarkeit der jeweiligen Schlange ebenfalls einen Aspekt für die Auswahl einer geeigneten Schlange für einen Neuling dar. Nicht zuletzt spielt das Interesse des zukünftigen Halters eine große Rolle. Oftmals wird die Kornnatter als die Anfängerschlange schlechthin betitelt. Hat jedoch ein Anfänger eigentlich kein Interesse an Nattern, sondern möchte lieber Riesenschlangen pflegen, wäre der Beginn mit einer Kornnatter mit der Begründung, dass man klein anfängt und sich später erst an eine größere Schlange wagt, meiner Meinung nach falsch. Beginnt ein Anfänger in der Riesenschlangenhaltung mit einer geeigneten jungen Riesenschlange, wächst er gewissermaßen mit dem Tier und sammelt wertvollere Erfahrungen exakt in Bezug auf diese Art. Wenn man als Neuling jedoch mit einer Natter angefangen hätte, die vom Verhalten her ganz anders als eine Riesenschlange ist, hätte man im Grunde genommen auch keine nennenswerten Erkenntnisse über den Umgang mit dem eigentlichen Ziel der Begierde gesammelt. Vielleicht würde die Natter früher oder später sogar wegen Desinteresse vernachlässigt.

Manche Schlangen benötigen für ein gesundes und langes Leben eine Winterruhe. Anfänger sparen diese leider sehr gerne aus, was ich ziemlich fahrlässig finde. Solche Halter, die ihre Tiere das ganze Jahr über im beheizten Wohnzimmer stehen lassen wollen, sollten dann lieber eine Art wählen, die keine Winterruhe benötigt.

Auch die behördliche Meldepflicht bei geschützten Tieren spielt eine Rolle. Darüber müssen sich Neulinge ebenfalls im Vorfeld informieren, damit man z.B. bei der Haltung von gelegentlich als Anfängerschlangen empfohlenen Rosenboas (Lichanura trivirgata) nicht gegen geltendes Artenschutzrecht verstößt. Manche der Arten sind zudem in manchen Bundesländern als Gefahrtiere gelistet. Auch darüber muss man sich im Einzelfall vor der Anschaffung informieren.

Einen wichtiger Aspekt bei der Pflege von Tieren stellt natürlich die Versorgung mit Nahrung dar. Die Futterbeschaffung sowie die Fütterung als solche sollten im Vorfeld durchdacht und vielleicht sogar mal bei einem anderen Schlangenhalter erlebt werden. Der Großteil aller für die Terraristik relevanten Schlangen ernährt sich von Nagetieren. Diese gibt es auch in Form von Frostfutter, welches meine bevorzugte Art der Fütterung darstellt. Frostnagetiere kann man gut bevorraten, die Fütterung birgt kein Verletzungsrisiko für die Schlange und tierschutzrechtlich ist die Fütterung auch unbedenklich. Wenn jedoch ein Halter Ekel oder Furcht bei dem Anblick von Nagetieren empfindet, ist die angestrebte Schlangenhaltung schon ziemlich problematisch. Ein solcher Neuling stößt bei seiner Suche nach der perfekten Ersatzschlange evtl. auf die Raue Grasnatter (Opheodrys aestivus) oder die Afrikanische Eierschlange (Dasypeltis scabra). Diese Futterspezialisten sind jedoch für Anfänger nicht geeignet. Die Raue Grasnatter ernährt sich zwar von Wirbellosen, jedoch ist sie äußerst anfällig was die Haltungsbedingungen betrifft und würde einen Anfängerfehler nicht verzeihen. Die Afrikanische Eierschlange ist zwar von den Haltungsbedingungen her nicht sonderlich schwer zu halten, jedoch stellt die Futterbeschaffung den unorganisierten Halter vor ein Problem. Kleinere Eierschlangen benötigen auch kleine Futtereier (z.B. von Wellensittichen) und diese kann man ohne eine gutlaufende Wellensittichzucht (oder Kontakt zu einem solchen Züchter) nicht so einfach und schon gar nicht regelmäßig beschaffen. Daher sind diese Futterspezialisten für Anfänger ungeeignet.

Als Alternative zur Nagetierfütterung wäre allenfalls noch die Gattung der Strumpfbandnattern (Thamnophis) zu nennen. Diese lassen sich nämlich mit Fisch ernähren. Diesen gibt es ebenfalls gefrostet im Zoofachhandel. Lebendfisch birgt immer das Risiko einer Infektion mit Parasiten wie Amöben, weswegen man nur auf Frostfutter zurückgreifen sollte. Eine dauerhafte Ernährung nur mit Fisch führt allerdings häufig zu Mangelerscheinungen, weswegen diese Ernährung mit einem Vitaminpräparat ergänzt werden muss. Strumpfbandnattern ernähren sich nämlich in der freien Natur neben Fisch vorrangig von Amphibien, welche man in der Terrarienhaltung ohne eigene Amphibienzucht nur schwer beschaffen kann. Unsere einheimischen Amphibien dürfen im Sinne des Artenschutzes nämlich keinesfalls verfüttert werden! Gelegentlich lassen sich Strumpfbandnattern auch an nestjunge Mäuse gewöhnen, welche vom Nährwert her besser sind, als eine einseitige Ernährung mit Fisch. Strumpfbandnattern sind tagaktiv und daher leicht zu beobachten und somit für den Anfänger vielleicht interessanter, als dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Jedoch zeigen viele Vertreter der Strumpfbandnattern (die Bändernattern) ein ganz besonders hektisches Verhalten, was so manchem Anfänger unter Umständen nicht zusagen wird. Strumpfbandnattern benötigen je nach Herkunft eine ziemlich lange Winterruhe bei sehr niedrigen Temperaturen.

Die wohl am häufigsten als „Anfängerschlange“ betitelte Schlange wird wohl die Kornnatter (Pantherophis guttatus) sein. Wer auf der Suche nach einer Schlange ist, die unter Umständen eine beachtliche Größe von bis zu 120 cm bis 150 cm erreichen kann, und keine Probleme mit der Fütterung von Nagetieren hat, ist bei der Kornnatter richtig. Die erforderlichen Haltungsparameter sind diesem Tier leicht zu bieten. Intensives Studium der zugehörigen Fachliteratur vor der Anschaffung natürlich vorausgesetzt. Kleine Anfängerfehler werden von dieser robusten Schlange gut verkraftet, was jedoch kein Freifahrtschein für Fahrlässigkeit ist. Vom Verhalten her ist die Kornnatter in der Regel ruhig, wobei dies im Grunde vom einzelnen Individuum abhängt. Gerade beim Herausnehmen aus dem Terrarium reagieren Kornnattern im ersten Moment relativ schreckhaft, was bei unruhigem Verhalten seitens des Pflegers gelegentlich mal mit einem Biss quittiert wird. Grundsätzlich verhält sich die Kornnatter dem Menschen gegenüber jedoch nicht aggressiv. Kornnattern benötigen je nach Herkunft eine kühle bis milde Winterruhe.

Für Anfänger, die sich mit der Haltung von vergleichsweise kleinbleibenden und schlanken Schlangen befassen wollen, würde ich persönlich die Afrikanische Hausschlange (Boaedon fuliginosus) bzw. die Gestreifte Hausschlange (Boaedon lineatus) empfehlen. Diese Schlange verkörpert meiner Meinung nach alle Aspekte, die eine sogenannte „Anfängerschlange“ haben sollte. Sie wird nicht sehr groß, zeigt ein am Menschen interessiertes jedoch nicht aggressives Verhalten, lässt sich gut an Frostfutter gewöhnen, die Haltungsparameter sind ohne großen Aufwand zu erreichen und kleinere Anfängerfehler werden nicht mit dem sofortigen Ableben der Schlange bestraft. Zudem zeigt diese Schlange durch ihre irisierende Beschuppung ein attraktives Farbspektrum. Wegen ihrer vergleichsweise geringe Körperlänge, lässt sie sich in kleineren Terrarien pflegen, in denen Haltungsparameter wie Wärme und Luftfeuchtigkeit ohnehin einfacher eingestellt werden können. Lediglich bei der Fütterung zeigt diese Art eine gewisse Gier und beißt evtl. mal zu, was aufgrund der vergleichsweise recht sprizen Zähne schon etwas schmerzhaft sein kann. Dafür benötigt diese Art keine Winterruhe.

Die Sinaloa-Milchschlange (Lampropeltis polyzona sinaloae) gehört meiner Meinung nach ebenfalls in die Riege der „Anfängerschlangen“. Auch wenn Königsnattern, zu denen auch diese Schlange gehört, gelegentlich im Verruf stehen aggressiv zu sein, trifft dies auf die Sinaloa-Milchschlange absolut nicht zu. Von allen Nattern, die ich bisher gepflegt habe, stellt diese Art die wohl ruhigste dar. Bei Arbeiten im Terrarium legt die Sinaloa-Milchschlange ein sehr neugieriges Verhalten an den Tag und ist in den Abendstunden regelmäßig im Terrarium zu bewundern. Eine artgerechte Haltung kann ohne großen Aufwand gewährleistet werden. Diese Art benötigt eine eher milde Winterruhe.

Sollte sich ein Anfänger eher für Riesenschlangen begeistern und für diese Tiere langfristig auch die nötigen Haltungsbedingungen zur Verfügung stellen können, sollte er meiner Meinung nach auch ruhig mit einer solchen anfangen. Als gut geeignet dafür empfinde ich die Kaiserboa (Boa imperator syn. Boa constrictor imperator). Hierbei ist jedoch auf die Herkunft des Tieres zu achten, da manche Tiere zwar als „Kaiserboa“ verkauft werden, jedoch gelegentlich Hybriden (sog. Mix-Boas) mit dem Erbgut von Boa constrictor constrictor sind, welche Körperlängen von bis zu 3 m erreichen können. Dem muss dann auch ein Anfänger in Zukunft gewachsen sein. Einige Kaiserboas erreichen (je nach Geschlecht und Herkunft) jedoch gerade mal Körperlängen von bis zu 150 cm und wirken lediglich aufgrund ihrer Masse größer als eine gleichgroße Kornnatter. Beginnt man mit einer jungen Boa, können die eigenen Erfahrungen mit dem Tier wachsen, was später bei dem adulten Tier den Umgang wesentlich erleichtert. Da die Kaiserboa normalerweise ein sehr ruhiges Verhalten zeigt (oder andernfalls die Ehrlichkeit besitzt, mit Fauchen zu drohen ehe sie beißt) und dank ihrer Robustheit kleinere Anfängerfehler verzeiht, ist sie in meinen Augen die perfekte „Anfängerriesenschlange“. Sie unterliegt dem Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, wurde jedoch von der Meldepflicht (als gefährdetes Tier) befreit. Es besteht jedoch weiterhin Nachweispflicht. Man muss bei Erwerb also einen Herkunftsnachweis erhalten, der die legale Herkunft des Tieres belegt (manche Bundesländer wie z.B. Niedersachsen verzichten darauf). In manchen Bundesländern zählt die Art (wie andere Riesenschlangen auch) zu den gefährlichen Tieren und bedarf einer Haltungsgenehmigung. Im Falle der Kaiserboa finde ich diese Regelung übertrieben, da für den Menschen von diesem Tier keine nennenswerte Bedrohung ausgeht. Diese Art benötigt keine Winterruhe.

Eine weitere Riesenschlange, welche in den seltensten Fällen größer als 150 cm wird, wäre der Königspython (Python regius), welcher hier nicht ungenannt bleiben soll. Nach meiner Auffassung ist diese Schlange für den engagierten und gut informierten Anfänger ebenfalls geeignet. Von allen Schlangen mit denen ich bisher zu tun hatte, war und ist der Königspython der ruhigste Vertreter. Dies führt leider häufig dazu, dass Zoofachgeschäfte diese Schlange unbedarften Anfängern verkaufen, die sich nicht großartig über die Bedürfnisse dieser Tiere informiert haben. Dies sollte man aber (eigentlich nicht nur bei diesem Tier) sehr gewissenhaft tun, da der Königspython Anfängerfehler nicht so einfach wegsteckt, sondern häufig mit Futterverweigerung bestraft. Ständiges Hantieren, falsche Terrarieneinrichtung (insbesondere fehlende Verstecke bei Haltern, die ihr Tier ständig im Terrarium sehen wollen), zu große Terrarien oder mangelhafte Haltungsparameter haben negative Auswirkungen auf das Fressverhalten dieser Schlange. Dennoch ist es kein Hexenwerk diesem Tier eine artgerechte Unterbringung zu bieten und dadurch auch eine problemlose Haltung zustande zu bekommen. Ein informierter Anfänger kann dies genauso gut. Berichte von Bikern, die mit ihrem Königspython um den Hals über Landstraßen brettern oder Typen, die diese harmlose (wenn auch in manchen Bundesländern als gefährliches Tier eingestufte) Schlange als „Gag“ in das Bett der schlafenden Freundin werfen, möchte ich allerdings nie wieder lesen! Der Königspython ist ebenfalls im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet, jedoch von der Meldepflicht befreit. Nachweispflicht besteht jedoch in den meisten Bundesländern weiterhin. Diese Art benötigt keine Winterruhe.

Bei all diesen Ratschlägen zu den einzelnen Schlangen vertrete ich aber dennoch die Meinung, dass man keine dieser sogenannten „Anfängerschlangen“ nur für irgendwelche Trockenübungen anschaffen darf, um sie dann wieder abzugeben, sobald man sich selbst als fortgeschrittenen Halter definiert. Insbesondere adulte Schlangen vertragen ständige Ortswechsel nicht so gut, weswegen man sich für eine dauerhafte Haltung entscheiden sollte, sofern man sich überhaupt für eines dieser Tiere entscheidet. Wichtig ist auch, dass dabei das zu erwartende Lebensalter  beachtet wird. Gerade die hier genannten Riesenschlangen werden bei guter Pflege über 30 Jahre alt.

Fazit:
Einsteiger in die Schlangenhaltung sollten sich vor der Anschaffung eines Tieres zunächst Gedanken über Platzbedarf, Schutzstatus, Verhalten, Klimaansprüche / Winterruhe, bevorzugte Nahrung, zu erwartene Endgröße, Lebenserwartung usw. machen. Nach Abwägung dieser Dinge gibt es am Ende zwar für jeden Halter eine oder sogar mehrere passende „Anfängerschlange/n“, DIE perfekte „Anfängerschlange“ schlechthin gibt es jedoch nicht. 
 

Kommentare:

  1. Was ist mit Kobras?
    Sind die zu aggressiv?
    Oder einfach ungeeignet?

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    1. Giftschlangen wie Kobras prinzipiell nicht für den grundsätzlichen Einstieg in die Schlangenhaltung geeignet. Da verantwortungsvolle Giftschlangenhalter, die solche Tiere aus biologischem Interesse halten möchten, aber auch irgendwann mit einer Giftschlange anfangen müssen, ist die Frage gar nicht mal so abwegig. Es ist durchaus denkbar, direkt mit einer Giftschlange in die Giftschlangenhaltung einzusteigen. Viele Terrarianer sind der Meinung, dass man zunächst einmal mit einer harmlosen Schlange anfangen sollte, um dadurch zu lernen, wie sich Schlangen verhalten. Manche empfehlen, mit einer vergleichsweise ruhigen Art mit einem in der Regel nicht tödlichen Gift wie z.B. dem Nordamerikanischen Kupferkopf (Agkistrodon contortrix) in die Giftschlangenhaltung einzusteigen. Das ist natürlich beides möglich. Ich bin jedoch der Meinung, dass man aus den Erfahrungen in der Kornnatter- oder Kupferkopfhaltung kaum etwas über die Haltung von z.B. Kobras lernt, weil jede Spezies ihre ganz eigenen Verhaltensweisen hat. Giftschlangenhalter sollten sich vor Anschaffung eines solchen Tieres mit einem verantwortungsbewussten Halter der entsprechenden Art in Verbindung setzen und sich vor Ort über einen längeren Zeitraum den Umgang mit den Tieren erklären lassen und diesen unter Aufsicht üben. Gewissermaßen eine Art "Giftschlangen-Praktikum". Meine Grundsatzposition geht ohnehin in die Richtung eines verbindlichen Sachkundenachweises. Mit diesem spezialisiertem Wissen über die jeweilige Art wäre aber durchaus der Einstieg in die Giftschlangenhaltung mit einer Kobra denkbar.

      Alle anderen Halter, die sich auch mit einer harmlosen Schlange begnügen können, sollten aber lieber auf eine solche zurückgreifen. Sich mit einer "coolen Giftschlange" zu schmücken, um irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren, ist natürlich tabu! Daher auch meine Forderung nach einem Sachkundenachweis, damit diese Auswüchse unterbunden werden.

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  2. Hey,
    könnte man dir paar fragen stellen?
    Liebe Grüße

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    1. Aber natürlich, nur zu. Wenn es zum Thema des Artikels passt, dann gerne direkt hier in den Kommentaren. Ansonsten bitte über das Kontaktformular.

      Beste Grüße

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  3. "Die wohl am häufigsten als „Anfängerschlange“ betitelte Schlange wird wohl die Kornnatter (Pantherophis guttatus) sein. Wer auf der Suche nach einer Schlange ist, die unter Umständen eine beachtliche Größe von bis zu 120 cm bis 150 cm erreichen kann, und keine Probleme mit der Fütterung von Nagetieren hat, ist bei der Kornnatter richtig."
    Auch wenn es immer wieder gebetsmühlenartig in sämtlichen Onlineforen und Blogs wie diesem wiederholt wird, es stimmt einfach nicht! Im "Wettkampf" - Welches ist die beste sog. Anfängerschlange - ist die Dionenatter im Vergleich zur Kornnatter klarer Sieger nach Punkten! Weshalb? Siehe dazu meine Homepage: www.dionenatter.de
    Um es anders zu sagen: Was für den BVB-Fan Bayern München ist, ist für den Dionenattern-Fan die Kornnatter! ;-)

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    1. Ist da vielleicht jemand ein wenig voreingenommen. ;D
      Sicherlich ist Elaphe dione – neben diversen anderen Arten wie z.B. die Zweiflecknatter (Elaphe bimaculata) – gut für den Einstieg geeignet. Allerdings spielt für mich auch die Verfügbarkeit eine Rolle. Kornnattern findet man ja fast wie Sand am Meer, während sich die Dionenatter leider eher rar in heimischen Terrarien macht. Außerdem kann ich keine persönlichen Haltererfahrungen für die Dionenatter vorweisen. Hätte ich diese, würde die Art sicherlich hier im Artikel auftauchen. ;)
      Die von mir genannten Arten sollen ja auch nur gängige Beispiele darstellen, um die einleitenden Ausführungen zu verdeutlichen, dass man sich als Einsteiger zunächst Gedanken über Platzbedarf, Schutzstatus, Verhalten, Klimaansprüche / Winterruhe, bevorzugte Nahrung usw. machen sollte und es daher zwar für jeden Halter eine passende „Anfängerschlange“ gibt, nicht jedoch DIE „Anfängerschlange“ schlechthin. So mancher Halter wird bei seinen Abwägungen also sicherlich auch bei Elaphe dione landen. ;)

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    2. Wer mehr über die Dionenatter erfahren möchte, findet hier im Blog übrigens einen Gastbeitrag von Jens: http://terrarianer.blogspot.de/2016/09/die-dionenatter-elaphe-dione.html

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  4. Hallo ich hätte auch gern eine Schlange eine Boa bin 11 will warten bis ich 15 bin haltet ihr das für gut?

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    1. Hallo,

      ich finde es toll, dass du dir Gedanken machst, ab wann eine Boa deinem Alter entspricht. Ich bin der Meinung, dass man ab etwa 14 Jahren Verantwortung für ein Tier übernehmen kann. Wenn du mit 14 Jahren eine junge männliche Kaiserboa einer kleinbleibenden Zuchtlinie aufnimmst, spricht aus meiner Sicht eigentlich nichts dagegen. Wichtig ist, dass du diese Anschaffung mit deinen Eltern absprichst und dich vorher schon über die Haltung informierst. Boas können bei guter Pflege über 30 Jahre alt werden. Du übernimmst also für lange Zeit Verantwortung für ein Tier. Es wäre sehr schade, wenn die Boa nach ein paar Monaten in einem Tierheim landet, nur weil du das Interesse an ihr verloren hast. Hilfreich ist auch, wenn sich deine Eltern vor der Anschaffung ebenfalls informieren. Leider gibt es viele Boas, die nicht aus reinen Zuchtlinien stammen oder bei denen das Geschlecht falsch bestimmt wurde. Manche Verkäufer sind nur am Geld interessiert. Das bedeutet, dass die Boa nach 2 Jahren vielleicht doch größer ist, als vom Verkäufer versprochen wurde. Eine Boa mit mehr als 2 Metern Körperlänge halte ich für Jugendliche für ungeeignet. Vielleicht wartest du ja einfach noch ein wenig länger und schaust dich mit 16-17 Jahren in einem Tierheim oder einer Auffangstation um. Vielleicht findest du dort eine ausgewachsene Kaiserboa, die dir gefällt und mit der du von der Größe her umgehen kannst.

      Beste Grüße
      Marco

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  5. dieser atickel zu sogenannten ''anfängerschlangen'' ist perfekt konnte mich nur nicht entscheiden zwichen einer hausschlange und der sinaloa-milchschlange^^ ich finde es beeindruckend wieviel erfahrung du an u s weitergeben kannst

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  6. Nabend zusammen. Stimmt es denn das bei den beiden, genannten Afrikanischen Hausschlangen, eine deutlich agressiver ist? Bin gerade bei den ersten vorbereitungen, und Informationen Sammeln. Dauert noch einige Zeit bis ich alles zusammen habe... besonders Die Informationen zur Haltung. Ich weiß das wir früher eine Afrikanische Hausschlange hatten, da war ich allerdings noch ein Kind. Welche größe des Therariums wäre angemessen und wie sollten die Verstecke gestaltet sein?

    Top wieviele Infos man hier schon sammeln kann.

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    1. Hallo! Laut den Mindestanforderungen (Deutschland) sollte das Terrarium bei einer Adultgröße der Schlange von etwa 100 cm mindestens 100 cm x 50 cm x 50 cm für ein adultes Pärchen sein. Für Pärchen halte ich jedoch 120 cm x 60 cm x 60 cm für besser, weil diese Nattern (im Gegensatz zu den meisten Riesenschlangen) abends und nachts dann doch ziemlich aktiv sind. Ich halte meine Tiere allerdings bevorzugt getrennt. Als Versteckmöglichkeiten sind flache Rindenstücke (Kork), Korkröhren und Tonschalen gut geeignet. Letztere speichern Feuchtigkeit und schaffen ein Mikroklima, welches die Tiere gerne aufsuchen. Hier finden Sie einen ausführlicheren Haltungsbericht über die "Afrikanische" bzw. Gestreifte Hausschlange, worin die erforderlichen Mindestmaße und andere Haltungsparameter näher erklärt werden: http://terrarianer.blogspot.de/2014/07/die-afrikanische-hausschlange-boaedon.html

      Die von mir gehaltenen Tiere verhalten sich normalerweise recht ruhig. In Gesprächen mit anderen Haltern habe ich aber auch schon erfahren, dass die Art wohl recht aggressiv sein kann. Ob es Unterschiede zwischen Boaedon fuliginosus und B. lineatus gibt, kann ich leider nicht sagen, weil ich bisher nur eine Art gepflegt habe. Vor allem mein Weibchen reagiert gelegentlich ein wenig ungestüm, wenn ich es zum Füttern aus dem Terrarium nehme. Für mich ist das aber kein Abwehrverhalten, sondern einfach nur Futtergier. Beim Hantieren im Terrarium sind die Tiere neugierig, verhalten sich ansonsten aber ruhig. Bisse, die beim direkten Kontakt immer mal passieren können, sind allerdings auch nicht gerade angenehm, was zu bedenken ist, wenn man sich diese Art anschaffen möchte. Die Bisse von Korn- oder Königsnattern empfinde ich als lächerlich kleine Nadelstiche, ein Biss meiner weiblichen Hausschlange ist dagegen recht schmerzhaft.

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  7. Hallo ich bin 12 jahre alt und wollte fragen ob ich schon eine königspython halten kann?

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    1. Hallo Leon, ich bin der Meinung, dass man erst mit ca. 14 Jahren die volle Verantwortung für ein Haustier übernehmen kann. Aber auch als Zwölfjähriger kannst du schon eine gewisse Verantwortung übernehmen. Trotzdem sollten deine Eltern ebenfalls in der Lage sein, das Tier zu versorgen. Deine Eltern dürfen also nichts gegen Schlangen haben. Am besten haben sie schon selbst Erfahrungen mit der Reptilienhaltung. Wünsch dir doch erst mal ein Buch über die Haltung von Schlangen oder kauf dir eins von deinem Taschengeld. Vor der Anschaffung einer Schlange solltest du dir mit solchen Büchern erstes Wissen aneignen und lernen, wie man so ein Tier artgerecht hält. Das gehört auch zu der Verantwortung, die du übernehmen musst, wenn du ein Haustier halten möchtest. Deine Eltern sollten das Buch dann auch mal lesen, um dir bei der Pflege der Schlange helfen zu können.

      Wenn deine Eltern mitmachen und dir zutrauen, die Verantwortung für ein Tier zu übernehmen, du dich mit Büchern über die artgerechte Haltung informiert hast und das Tier nicht als Spielzeug betrachtest, dann spricht aus meiner Sicht auch nichts dagegen, wenn du dir schon als Zwölfjähriger eine Schlange anschaffst. Der Königspython ist hierbei aber noch eine Besonderheit, weil diese Art Anfängerfehler nicht so gut verkraftet und über längere Zeit nichts frisst, wenn sie sich unwohl fühlt. Das kann zu Problemen führen, die Anfänger eher vermeiden möchten und die natürlich auch dem Tier schaden. Ich kenne Zwölfjährige, denen ich die artgerechte Haltung eines Königspythons zutrauen würde, aber ebenso kenne ich welche, denen ich mit 14 oder sogar 16 Jahren noch keine vernünftige Haltung dieser Schlangenart zutrauen würde. Es kommt also ganz auf dich persönlich an, ob diese Schlangenart für dich geeignet ist oder ob du vielleicht lieber mit einer anderen Art anfangen solltest, die Anfängerfehler besser verkraftet. Zu bedenken ist auch, dass Königspythons bei guter Pflege über 30 Jahre alt werden können. Du übernimmst also für lange Zeit Verantwortung. Es wäre sehr schade, wenn der Königspython nach ein paar Monaten in einem Tierheim landet, nur weil du das Interesse daran verloren hast.

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  8. Hallo, ich finde den Artikel sehr interessant und hilfreich und hätte eine Frage. Ich interessiere mich sehr für Strumpfbandnattern und wollte fragen, wie es mit dem "Handling" dieser aussieht. Du beschreibst sie als hektisch, sind sie also sehr ungeeignet um sie aus dem Terrarium zu nehmen oder aggressiv oder muss man sich nur daran gewöhnen, dass sie ein wenig schneller sind? Vielen dank für weiter Infos :)

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    1. Hallo Mike, meine persönlichen Haltererfahrungen beschränken sich auf die Westliche Bändernatter (Thamnophis proximus) und die Rotfleckige Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis concinnus). Die Bändernatter war extrem scheu. An Handling war bei dieser Art nicht im Traum zu denken. Könnte aber auch daran gelegen haben, dass es ein Wildfang war. Meine Thamnophis sirtalis concinnus sind Nachzuchten und verhalten sich grundsätzlich ruhiger und auch nicht aggressiv. Sie sind sehr neugierig und kommen oft sogar an die Scheibe, wenn sie mich sehen. Sie haben sich nach kurzer Zeit sogar an das Fütterungsintervall gewöhnt und sind am Tag der Fütterung immer besonders aktiv. Ich hantiere meine Schlangen grundsätzlich nicht zum Spaß, sondern normalerweise nur dann, wenn ich sie zum Füttern aus dem Terrarium herausnehme. Meine Thamnophis sirtalis concinnus sind inzwischen allerdings getrennt und werden im Terrarium gefüttert, weil es ansonsten wirklich stressig mit denen ist. Sie sind einerseits recht flink (man muss beim Handling also ständig nachgreifen und hat deswegen nie eine freie Hand, um z.B. das Terrarium zu schließen, was bei Gruppenhaltung schon mal dazu führt, dass man die Hände voller Schlangen hat). Außerdem sind die Tiere dabei in einem Fressrausch, in dem sie in alles beißen, was sich bewegt (Finger, sich gegenseitig oder manchmal sogar sich selbst). An Tagen, an denen sie kein Futter erwarten, verhalten sie sich beim Rausnehmen sehr viel ruhiger. Aber das kommt bei mir wie gesagt vergleichsweise selten vor (z.B. bei einer Grundreinigung des Terrariums). Es kann sein, dass sich andere Strumpfbandnatterarten/-unterarten ruhiger verhalten oder ein regelmäßiges Handling die Tiere ruhiger werden lässt. Da ich das aber wie gesagt nicht praktiziere, kann ich dir diesbezüglich keine Erfahrungen schildern.

      Wenn ich Besuchern mal eine Schlange in die Hand geben möchte, um ihnen die Angst vor diesen Tieren zu nehmen, wähle ich dafür bevorzugt eine meiner Königsnattern - hier beispielhaft mit der Sinaloa-Milchschlange (Lampropeltis polyzona „sinaloae“) vorgestellt - aus, da sie sich am ruhigsten verhalten und Handling am ehesten dulden. Aber ich finde, Handling sollte nicht der Hauptgrund für die Anschaffung einer Schlange sein. Es sind halt primär Beobachtungstiere und als solche sind Strumpfbandnattern aufgrund ihrer Tagaktivität bestens geeignet.

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  9. Hallo,
    da ich in einigen Jahren ausziehen werde und mir schon seit längerem eine Schlange wünsche, was aber bei mir zu Hause nicht möglich ist, hätte ich einige Fragen zu der Sinoala-Milchschlange .
    1. Ich würde schauen das ich eine Babyschlange bekomme, aber wie füttert man diese?
    2.Im Internet findet man nur Sinoala-Dreicecksschlangen, ich vermute das dies die gleichen sind bin mir aber nicht sicher?
    3.Falls ich mal für ein paar Tage weg muss ist es möglich jemand anderen zu Fragen ob er die Schlange füttern kann, oder möchte das die Schlange nicht.
    4. Wie groß und welche Ausstattung sollte ein Terrarium für solch eine Schlange haben?
    5.Welche Anschaffungskosten hat eine Schlange?
    6.Welche alternative Nahrung kann man der Schlange noch geben?
    7.Was heißt milde Winterruhe?

    MFG
    Marcel/mindwolve

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    1. Hallo,
      nach weiterem Überlegen sind mir noch ein paar Sachen eingefallen:
      8. Wie oft muss man das Terrarium säubern und wo tut man die Schlange in der Zeit hin?
      9.Welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit braucht die Schlange?
      10.Ich habe etwas von Tagen gelesen an denen man sie füttert bei dir in den Antworten, alle wie viel Tage füttert man den Schlangen? Und woran merke ich das die Schlange satt ist oder noch mehr will?
      11. Wo suche ich am besten um kleine Schlangen zum finden?

      MFG
      Marcel/mindwolve

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    2. Hallo Marcel,

      1. Babyschlangen werden mit Babymäusen (sog. "Pinkies") gefüttert. Die Sinaloa-Milchschlange ist normalerweise schon als Jungtier futterfest und akzeptiert Frostfutter. Dieses kannst du im Zoofachhandel oder im Internet kaufen. Die Babymäuse werden dann in warmen Wasser aufgetaut und dann mit einer Pinzette verfüttert. Die Menge richtet sich nach dem Alter bzw. der Größe der Schlange.

      2. Im Deutschen gibt es oft viele verschiedene Bezeichnungen für ein und dasselbe Tier. Sinaloa-Milchschlange = Sinaloa-Dreicksnatter. Beim Kauf würde ich aber immer auf den wissenschaftlichen Artnamen achten. Dieser lautet bei dieser Art inzwischen Lampropeltis polyzona "sinaloae“, es sind aber auch noch Exemplare unter dem vorherigen Artnamen Lampropeltis triangulum sinaloae im Umlauf Also nicht wundern, ist dieselbe Art.

      3. Das kommt auf das Alter der Schlange an. Jungschlangen benötigen häufiger Nahrung. Ältere Exemplare können auch mal gut 2-3 Wochen ohne Futter auskommen. Bei längerer Abwesenheit empfiehlt es sich, die Beleuchtung und somit die Temperatur ein wenig zu senken. Dadurch werden die Tiere von selbst inaktiver und verbrauchen nicht so viel Energie. Frisches Wasser sollte aber in dieser Zeit trotzdem immer zur Verfügung stehen, daher muss sich schon jemand um das Tier kümmern, wenn du länger als 2 bis max. 3 Tage weg bist. Babyschlangen brauchen wie oben erklärt häufiger Nahrung, daher sollte dann auch eine Vertretung verfügbar sein, die das Tier füttern kann.

      4. Die Terrariengröße richtet sich nach der Schlangengröße. Die Aufzucht von Jungschlangen wäre noch in sog. Spinnenwürfeln (z.B. 20 x 20 x 20 cm) möglich. Erwachsene Tiere benötigen Terrarien von mindestens 100 x 50 x 50 cm oder sogar 120 x 60 x 60 cm (Weibchen werden in der Regel größer als Männchen). Ich verwende Terrarien aus OSB-Holz und bin damit sehr zufrieden. Die sind günstig, lassen sich gut bearbeiten und halten die Wärme besser im Inneren als Glasterrarien. Das Terrarium sollte gut strukturiert sein, mind. 15 cm grabfähigen Bodengrund (z.B. Gartenerde). KEIN Kleintierstreu und auch KEINE Holzspäne, die häufig für Schlangenhaltung angeboten werden. Auch Pinienrinde etc. ist aus meiner Sicht ungeeignet, da Lampropeltis polyzona "sinaloae“ gerne gräbt. Kokoshumus geht bei dieser Art ebenfalls, muss aber regelmäßig befeuchtet werden, damit er grabfähig bleibt. Außerdem sollte eine Wärmequelle (ich verwende eine 35 Watt Halogenlampe, abgesichert durch ein Lampenschutzgitter) vorhanden sein. Abhängig vom Aufstellort des Terrariums sind aber evtl. zusätzliche Heizquellen bzw. eine Lampe mit mehr Leistung notwendig. Das Klima wird mit Thermometer und Hygrometer überprüft. 1-2 Kletteräste sind ebenfalls empfehlenswert, obwohl diese Art nicht so oft klettern. Als Versteckmöglichkeit dienen bei mir Korkröhren, Korkrindenstücke und Pflanzschalen aus Ton (wie auch auf dem Foto im Artikel zu sehen ist). Manche dieser Verstecke sind mit feuchtem Moos ausgestattet. So hat die Schlange die Wahl zwischen verschiedenen Versteckmöglichkeiten. Empfehlenswert ist auch noch eine sog. Wetbox, da man diese leichter mit feuchtem Moos bestücken kann. Diese dient den Tieren während der Häutung gerne als Versteck und Weibchen legen darin ihre Eier ab, wenn sie an der richtigen Stelle im Terrarium bei etwa 27 °C steht. Auch nicht verpaarte Weibchen produzieren Eier und benötigen daher eine geeignete Ablagemöglichkeit. Eine Bepflanzung mit echten Pflanzen ist möglich. Dann benötigt man aber auch viel mehr Licht im Terrarium, was die Schlange selbst eigentlich nicht bräuchte. Eine Alternative wären künstliche Pflanzen, aber da sind die Geschmäcker unterschiedlich.

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    3. 5. Die Schlange selbst ist nicht teuer. Auf Börsen findet man sie schon für 20 Euro und weniger. Das Terrarium kostet mit Einrichtung etwa 120 Euro. Die Futterkosten sind bei Schlangen nicht hoch und auch die Stromkosten halten sich in Grenzen (bei einer 35 Watt-Lampe, die 12 h am Tag läuft, kommt man auf Stromkosten von ca. 3,60 Euro im Monat; wenn mehr Leistung im Terrarium steckt, sind die Kosten natürlich entsprechend höher).

      6. Lampropeltis polyzona "sinaloae“ lässt sich sehr gut mit Nagetieren (zunächst wie gesagt Pinkies, später Mäuse in entsprechender Größe) füttern. Diese Art frisst zwar auch andere Schlangen und auch Echsen, aber das ist bei ihr nicht so stark ausgeprägt, wie bei einigen anderen Königsschlangen bzw. Kettennattern. Daher würde ich darauf verzichten, zumal diese Futtertiere sowieso schwieriger zu bekommen sind. Es gibt Berichte, dass auch Fische und Insekten gefressen werden, aber das sind eher Ausnahmen. Als einzige echte Alternative zu Nagetieren kämen noch Eintagsküken infrage (gibt es auch als Frostfutter). Aber die halte ich als "Grundnahrungsmittel" ebenfalls für ungeeignet, zumal sie den Kot verflüssigen. Ich verfüttere daher ausschließlich Nagetiere an meine Lampropeltis polyzona.

      7. Milde Winterruhe bedeutet, dass diese Art bei ca. 15 bis 20°C überwintert. Andere hier im Artikel genannte Schlangen brauchen es deutlich kühler im Winter. Beispielsweise die Kornnatter (je nach Herkunftsgebiet) bei ca. 10 bis 15°C oder einige Strumpfbandnattern sogar bei unter 10°C.

      8. Sichtbaren Kot und Häutungsreste werden sofort entfernt. Kot entferne ich immer großzügig mit einem Teil des Bodengrundes drumrum. Währenddessen bleibt die Schlange im Terrarium. Eine Grundreinigung des Terrariums mit kompletten Bodengrundwechsel empfiehlt sich mind. 2x jährlich bei adulten Tieren. Bei Jungtieren öfter, da diese aufgrund des Wachstums mehr fressen und somit auch mehr Hinterlassenschaften haben. Dafür wird die Schlange natürlich aus dem Terrarium genommen und kurzfristig in einer ausbruchsicheren Box untergebracht (Luftlöcher nicht vergessen!). Wenn man kleine Helfer wie Springschwänze und/oder Weiße Asseln im Terrarium hat, kann die Grundreinigung auch in größeren Abständen erfolgen. Das ist ein bisschen Erfahrungssache.

      9. Die Tagestemperatur sollten im Durchschnitt bei ca. 27°C liegen, unter dem Wärmespot bei über 30 °C (ca. 35-37°C aber nicht über 40°C), in der kühlsten Ecke des Terrariums bei etwas über 20°C. Das muss man halt messen, bevor das Tier in das Terrarium zieht. Nachts sollte die Temperatur abhängig von der Jahreszeit auf ca. 20°C fallen (im Winter logischerweise niedriger, bei etwas unter 15°C, im Sommer sind auch 23-24°C nicht schlimm). Die Luftfeuchtigkeit im Terrarium liegt bei mit zwischen 50 und 60 %. In den feuchten Verstecken natürlich höher. Und während der Häutungsphase erhöhe ich durch regelmäßiges Sprühen auf ca. 70 %. Aber das sind nur grobe Richtwerte. Ich bin der Meinung, dass nicht allzu große Schwankungen für die Tiere nicht schädlich sind, sondern sie sogar fitter machen. Die Natur ist schließlich auch kein Labor mit bis aufs letzte °C kontrollierten Bedingungen. Aber allzu sehr darf man von den genannten Werten natürlich nicht abweichen.

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    4. 10. Jungschlangen brauchen wie gesagt öfter Futter. Bei erwachsen Tieren reichen 1-2 Mäuse oder kleine Ratten 1x in der Woche aus. Manche Tiere haben mehr Hunger und sind auch aktiver als andere. Daher bin ich kein Freund von fixen Futtertagen. Jedes meiner Tiere hat einen persönlichen "Futterplan", den ich erst mit der Zeit selbst herausgefunden habe. Man muss am Anfang etwas herumprobieren und findet dann das passende Intervall für sein Tier. Wenn man ein scheueres Exemplar hat, dass sich nur dann offen im Terrarium zeigt, wenn es auf Futtersuche ist, weiß man, wann man füttern muss. Aber da Lampropeltis polyzona "sinaloae“ in der Regel recht schnell "zutraulich" wird und sich auch dann zeigt, wenn sie gar keinen Hunger hat, kann man sich bei dieser Art nicht so gut nach der Aktivität richten. Schlangen hält man meiner Meinung nach auch lieber etwas "hungriger" als dass man sie zu oft füttert. Denn Hunger können sie naturbedingt besser verkraften als übermäßige Fütterung. Aber wie gesagt, das ist von Tier zu Tier unterschiedlich und erfordert ein wenig Erfahrung. Grob gesagt reichen 1-2 Fütterungen mit 1-2 der Schlangengröße angepassten Futtertieren pro Woche aus.

      11. Im Internet bieten häufig Züchter ihre Nachzuchten an (z.B. Kleinanzeigenportale mit Tierverkauf). Ich empfehle, den Züchter persönlich zu besuchen, dann kann man sich die Tiere und die Haltungsbedingungen direkt anschauen. Für Einsteiger ist es aber sicher nicht so leicht zu beurteilen, ob die Tiere beim Züchter artgerecht gehalten werden. Auch Börsen sind denkbar, wo man allerdings nicht die vorherigen Haltungsbedingungen überprüfen kann und daher sozusagen die "Schlange im Sack" kauft. Aber ehrlich gesagt fände ich es toll, wenn du dich zunächst in einem Tierheim oder einer Auffangstation in deiner Nähe erkundigen würdest. Die Chance dort ein Jungtier zu finden ist zwar nicht so hoch, aber vielleicht gibt es ja ein erwachsenes Exemplar zur Abgabe. Diese sind auch pflegeleichter und normalerweise auch nicht so hektisch wie Jungschlangen. Du bräuchtest nicht mehrere Terrarien für die unterschiedlichen Wachstumsstufen der Schlange, sondern nur das endgültige Terrarium. Und du würdest damit einem Tier eine 2. Chance geben.

      Hier noch ein paar hilfreiche Artikel:
      Terrarienmaterial: http://terrarianer.blogspot.de/2014/03/was-ist-das-beste-material-fur-terrarien.html
      Stromkosten: http://terrarianer.blogspot.de/2017/01/stromkosten-in-der-terraristik.html

      Und dann wäre vor dem Kauf des Tieres noch der Kauf von Literatur zu empfehlen, da hier in diesem Kommentar natürlich nicht auf alle Bedürfnisse detailliert eingegangen werden kann. Für den Einstieg ist das Buch aus der Art-für-Art-Reihe empfehlenswert: https://www.amazon.de/Die-Dreiecksnatter-Lampropeltis-Dieter-Schmidt/dp/3937285695/ref=sr_1_fkmr0_1?s=books&ie=UTF8&qid=1492964173&sr=1-1-fkmr0&keywords=Lampropeltis+triangulum+sinaloae

      Beste Grüße
      Marco

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  10. Hallo !
    Ich überlege schon seit einer Weile mir eine Schlange anzuschaffen.
    Diese Seite hat mir wirklich geholfen, die Auswahl einzuschränken wofür ich wirklich dankbar bin.
    Dennoch kann ich mich nicht so recht zwischen den Schlangen entscheiden und ich bin mir unsicher für welche ich wirklich am besten Sorgen könnte weswegen ich ein wenig etwas über mich schreiben werde und meine 'Wünsche' die ich an mein zukünftiges Haustier hätte. Es wäre super, wenn mir dann jemand so ein, oder mehrere Schlangen vorschlagen könnte?
    Zunächst einmal habe ich viel Platz für die Schlange, deswegen ist ein etwas größeres Terrarium auch machbar, was praktisch ist, da ich eine größere Schlange haben will, also eine die mindestens 100-150 cm ist, bis zu 200 cm wäre es okay, größer jedoch nicht.
    Ob sie Nacht- oder Tagaktiv ist ist mir nicht wichtig, praktisch wäre es jedoch wenn sie nicht Nachtaktiv ist, da sie so den ganzen Tag schlafen würde und ich sie dann stören könnte, denn das Terrarium würde in meinem Zimmer stehen und selbst wenn ich kein lauter Mensch bin kann es dennoch sein das ich sie vielleicht stören würde wenn ich Fernsehen gucke, oder Musik höre? Oder ist das den Schlangen, bzw. der Schlangenart egal?
    Was genau das für eine Art ich haben möchte weiß ich nicht, mir kommt es eher auf den Charakter der Schlange an, als auf ihr Aussehen. Ich würde gerne eine Schlange haben wollen die recht zahm ist, nicht Menschenscheu, nicht aggressiv und die Fehler verzeihen kann. Jeder macht Fehler und nur, weil ich sie zum Beispiel einmal falsch anfasse, da ich ein Anfänger bin will ich nicht sofort gebissen werden. Was mich auch dazu führt dass der Biss der Schlange nicht allzu schmerzhaft sein sollte. Desweiteren würde ich sie, denke ich mal auch gerne raus aus dem Terrarium lassen, sodass sie sich im Haus bewegen kann, wäre das okay, oder sollte man das am Besten nicht tun? Beziehungsweise kann man bei einer Art machen, bei manchen aber nicht?
    Zu guter letzt: Manche Schlangen sind aktiver als andere, es würde mich nicht stören wenn sie aktiv ist, oder aber auch total faul, ich zum Beispiel bin nicht allzu 'fit' und lese lieber ein gutes Buch in der Sonne als Joggen zu gehen, was mich zu meiner nächsten Frage führt. Dürfte ich die Schlange mit in den Garten nehmen? Oder wäre das nicht gut für sie, ich will zwar das sie viel Freiraum hat, wenn sie mag, aber nicht wenn es ihr schadet durch die Veränderung der Temperatur etc.
    Außerdem würde mich interessieren ob ein Männchen, oder ein Weibchen besser wäre, besser im Sinne von weniger reizba.
    Liebe Grüße und schon mal Danke !

    PS: Ich werde dieses Jahr noch 18 und mache momentan Abitur, das Geld ist weniger ein Problem, da ich schon seit einer Weile spare.

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    1. Hallo!

      Platzbedarf:
      Die größten hier genannten Schlagen sind Kornnatter (bis zu 150 cm) und Kaiserboa. Da bei den Boas aufgrund von Hybridzüchtungen immer das Risiko besteht, dass das Tier am Ende größer als 200 cm wird, kämen als Alternative noch Königsnattern und Königspython infrage (ca. 100 bis 120 cm).

      Aktivität:
      Kornnattern und Königsnattern sind zwar dämmerungs- und nachtaktiv, aber trotzdem regelmäßig tagsüber im Terrarium zu sehen. Königspythons hingegen sieht man (im Falle eines artgerechten Terrariums mit ausreichend Versteckmöglichkeiten) tagsüber eigentlich nie. Wer seine Schlange also öfter mal sehen will, ist mit den genannten Nattern besser beraten.

      TV und Radio sollten nicht direkt am Terrarium stehen. Schlangen sind zwar gewissermaßen taub, nehmen aber die Erschütterungen der Schallwellen war. Je weiter die Geräte vom Terrarium entfernt sind, desto besser. Normale Zimmerlautstärke ist für die Tiere aber kein Problem.

      Charakter:
      Alle hier im Artikel genannten Schlangenarten gewöhnen sich gut an den Menschen und sind vor allem als erwachsene Tiere eher beißfaul. Einzig die Afrikanische Hausschlange und Strumpfbandnattern sind meiner Erfahrung nach vor und während der Fütterung etwas hektisch und bissig. Der Biss einer Hausschlange ist zudem recht unangenehm. Es kommt aber immer auf das jeweilige Tier an. Eine meiner Kornnattern ist ziemlich zickig, während eine andere noch nie auch nur ansatzweise Abwehrreaktionen gezeigt hat. Manche Züchter propagieren, dass man bissige Exemplare einfach nur oft genug hantieren muss, damit sie „zahm“ werden. Ich lehne das ab. Entweder das Tier ist ruhig und verliert während des normalen Zusammenlebens seine Angst oder aber ich akzeptiere, dass das jeweilige Tier in Ruhe gelassen werden will. Wenn doch mal ein Hantieren notwendig sein sollte, kann man ja Handschuhe anziehen. Wobei Bisse von Kornnattern lächerlich sind. Da ist jeder Hamsterbiss schlimmer.

      Freilauf:
      Ist strikt abzulehnen, weil das der Schlange nichts nützt, sondern eher schadet. Zugluft ist ein Problem und am Boden, wo sich die Schlange aufhalten würde, zieht es eigentlich immer. Wenn das Tier irgendwo hinter oder hinein kriecht, bekommst du sie auch nicht mehr so leicht hervor. Ein ausreichend großes und gut strukturiertes sowie richtig klimatisiertes Terrarium ist vollkommen ausreichend, damit die Schlange sich nicht gefangen fühlt. Frei in der Wohnung würde sie sich wie auf dem Präsentierteller fühlen und enormen Stress empfinden, wenn sie ihr angestammtes Revier (Terrarium) nicht mehr findet.

      Das Sonnentanken im Garten wäre bei ruhigen Tieren und bei passenden Außentemperaturen durchaus denkbar. Dazu braucht man aber Erfahrung, um das Verhalten des Tieres richtig deuten zu können und zu erkennen, ob es sich unwohl fühlt oder nicht. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass das Tier entwischt. Daher sind auch solche Experimente eher abzulehnen. Die Schlange sollte im Terrarium ihren Sonnenplatz haben, den sie aufsuchen kann, wenn ihr danach ist. Will man unbedingt Schlangen im Garten haben, wäre ein Außenterrarium (z.B. für Strumpfbandnattern) denkbar. Aber mit der Thematik habe ich mich selbst mangels Garten noch nicht wirklich befasst.

      Fazit: Meine Empfehlung basierend auf den von dir genannten Wünschen wären also Kornnattern oder Königsnattern. Dazu gibt es viele Bücher auf dem Markt, mit denen du dich näher über die Bedürfnisse dieser Tiere informieren kannst. Kürzlich habe ich eine Haltungsbeschreibung zur Sinaloa-Königsnatter veröffentlicht und ein Gastautor hat etwas über die Dionenatter geschrieben, die hier in diesem „Anfängerschlangen-Artikel“ nicht genannt wird, aber bestimmt ebenfalls für dich geeignet wäre: http://terrarianer.blogspot.de/search/label/Haltungsbeschreibungen

      Beste Grüße
      Marco

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  11. Hallo Marco,

    ich finde deinen Artikel super! Respekt wie gut du die einzelnen Arten beschreibst. Auch der Hinweis, dass eine "Anfängerschlange" nicht pro Forma genannt werden kann, da es darauf ankommt was man will (Riesenschlange, Natter, evtl. sogar Giftschlange) finde ich sehr informativ.

    Ein Wort an unsere jungen Vertreter: Wenn Ihr gerne eine Schlange haben möchtet, sucht euch doch am besten einen Züchter oder Halter, der euch als Mentor dient. Dies bringt euch wertvolle Erfahrungen und gibt euch einen guten Einstieg.

    Ich selber darf seit kurzem für einen bekannten als Mentor fungieren. Er hat sich eine epicrates cenchria (Regenbogenboa) zugelegt. Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, macht aber riesigen Spaß.
    Nach über 10 Jahren Schlangenhaltung möchte ich in die Giftschlangenhaltung einsteigen (allerdings müssen meinerseits noch Vorkehrungen getroffen werden). Ich habe eine Art Mentor, bei dem ich einige Arten kennenlernen durfte. Ich habe mich dahingehend auch schon für 3 Favoriten entschieden.

    Wer eine ruhige Schlange möchte und vielleicht auch bei Riesenschlangen einsteigen möchte, dem könnte man durchaus den Teppichpyton empfehlen. Es gibt hier einige Unterarten und größentechnisch bewegt man sich von 1,5m bis ca. 3m.

    Lieber Marc, da ich selber schon über einen Blog nachdachte, wäre es evtl. für dich interessant mit mir zu kooperieren? (d.h. Gastbeiträge von mir, z.B. über den Teppichpythonkomplex oder über den grünen Baumpython)?
    Antworte dann einfach kurz auf meinen Beitrag, dann nutze ich das Kontaktformular für weiteres.

    LG
    Markus

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    1. Hallo Markus,

      vielen Dank für die Ergänzungen. Sicherlich kommen noch viele andere Arten als sog. „Anfängerschlangen“ infrage. Sämtliche geeigneten Kandidaten wird man wohl nie in einem einzelnen Blogpost vorstellen können. Daher dient dieser Artikel hier auch nur als kompakter Überblick.

      Zu den verschiedenen Teppichpythons kann ich leider nichts sagen, da ich mit deren Haltung nicht vertraut bin – ebenso beim Grünen Baumpython. Daher kommt mir deine Anfrage bzgl. Gastbeiträgen durchaus gelegen. Sehr gerne kannst du dich diesbezüglich mit mir über das Kontaktformular in Verbindung setzen, dann besprechen wir das weitere Vorgehen.

      Beste Grüße
      Marco

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  12. Hallo
    Ich bin 16 Jahre Alt und möchte mir gern eine Schlange zutun. Das Interesse an Schlangen kam mit 12 aber dort dachte ich, dass ich noch nicht bereit wäre und darum habe ich bis jetzt gewartet. 4 Schlangen Interessieren mich. Die Raue Grasnatter, die Strumpfbandnatter, die Gestreifte Hausschlange und die Dionennatter.
    Sind diese Schlangen gut für den Anfang oder zu anspruchsvoll?
    Vielen Dank für die Hilfe

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    1. Hallo David,

      wie ich hier im Artikel und in den Kommentaren dargestellt habe, kommt es immer auf den jeweiligen Halter an. Für den einen sind Strumpfbandnattern besser geeignet, für den anderen vielleicht Hausschlangen. Da ich dich nicht kenne, kann ich dir auch nicht beantworten, welche Schlangenart am besten zu dir persönlich passt. Dass du Interesse hast, ist aber schon mal ein guter Anfang. Das Interesse kannst du ausbauen, indem du dir Bücher über diese Schlangen kaufst, ihre Ansprüche an eine artgerechte Haltung kennenlernst und dann entscheidest, welcher Schlange du gerecht werden kannst.

      Was die konkret von dir genannten Arten betrifft, sind bis auf die Raue Grasnatter meiner Meinung nach grundsätzlich alle gut für informierte Einsteiger in die Schlangenhaltung geeignet. Die Raue Grasnatter ernährt sich primär von Insekten, was für manche Halter ein Vorteil darstellt. Diese Lebensweise hat aber den Nachteil, dass diese Schlangen häufiger gefüttert werden müssen und die Vitamin- und Mineralstoffversorgung schwieriger ist als z.B. bei Nagetierfressern. Außerdem wird die Raue Grasnatter häufig als Wildfang importiert und ist dann leider oft mit Parasiten befallen und stark dehydriert. Die Ausfallquote ist daher leider sehr hoch. Die Eingewöhnung solcher Naturentnahmen muss sehr feinfühlig ablaufen, weil Stress den Gesundheitszustand zusätzlich gefährdet. Nachzuchten sind bei dieser Art leider auch nicht so stabil wie bei Arten, die sich schon lange in der Terrarienhaltung befinden.

      Strumpfbandnattern sind ebenfalls sehr aktive Nattern und machen aufgrund ihres aktiven Stoffwechsels mehr Arbeit als z.B. die Gestreifte Hausschlange. Auch bei Strumpfbandnattern ist die Vitaminversorgung etwas heikel, wenn man sie nur mit Fisch ernährt. Somit halte ich die Gestreifte Hausschlange und die Dionenatter (meldepflichtig!) pauschal für besonders empfehlenswert (zu beiden findest du auch Artikel hier im Blog). Aber wie gesagt, pauschal kann man das eigentlich gar nicht beantworten, weil es mehr auf dein persönliches Interesse und somit deinen Antrieb, die Tiere langfristig artgerecht zu versorgen, ankommt.

      Gruß
      Marco

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  13. Hi, ich bin Jonas

    ich habe mir vor einem Jahr auf der Terraristika im Sommer 2016 eine Junge Teppichpython (morelia spilota cheynei) mit Herkommensnachweis gekauft. Sie ist vom Juni 2016. ich hatte mich dafür entschieden, weil ich mich sehr für Riesenschlangen interessiere und eine haben wollte die mehr als nur einfarbig ist ( meine hat ein starkes gelb zum schwarz) und nicht viel zu groß wird. Sie hat am Anfang Frostmäuse genommen, verweigert diese aber inzwischen seit Februar. Da mein kleiner Bruder 2 Kornnattern mit dem Alter von 3 Jahren von einem anderen der sie aufgrund eines Umzuges los werden musste gekauft hat, habe ich ne kleine Mäusezucht angefangen um so das Futterproblem zu lösen. Ich füttere die Mäuse nicht mit Mastfutter, sondern mit Speziell zusammengemischtem Futter, dass ich von einem professionellem Schlangen- ( und deshalb auch Mäuse)Züchter kaufe. Die Häutungen laufen bisher komplett problemlos. Ich wollte jetzt mal fragen, ob ist dennoch sinnvoll ist immer wieder mal eine Art Vitaminzusatz auf die Mäuse geben soll und ob du mir eventuell noch ein paar Tipps und Grundlagen zu dieser art geben kannst. Was du von dieser Schlangenart als Einsteigerart hältst und worauf ich achten sollte würde mich auch sehr interessieren. Evtl. ein paar Tipps zum Thema Füttern, und zum Thema auf die Hand nehmen da ich sie bisher immer 2 bis 4 Tage, nachdem sie auf ihrerer Verdauungshöhle raus gekrochen kommt und sich auf die Pflanze legt oder an die Lampe hängt, füttere. Füttern in dem Sinne, als das ich 1 oder 2 Mäuse je nach Größe in das Terrarium setze und sie diese dann stundenlang auflauert. Dies mache ich erst immer, wenn ich am Abend zuvor sehe, das sie anfängt herum zu kriechen und nach Futter sucht. Ich möchte sie eigentlich ganz gerne zum füttern immer heraus holen, damit sie sich ein bisschen an mich "gewöhnt" aber sie ist da immer ziehmlich "bissig" und klammert sie an allen Ästen fest. ich habe immer Schutzhandschuhe an und dachte, das sie sie evtl. an diese eher gewöhnt als an meine bloße Hand und ich so nur die Gerüche aus dem Terrarium selber an den Handschuhen habe. ich hohle sie nicht mit gewalt raus sondern schaue immer, dass ich, wenn ich es mit einer Hand unter die Schlange schaffe, sie vorsichtig "abwickel" und sie so am Ende auf meine Hand ist. Mein Terrarium ist 160 cm lang, 80cm breit und 120 cm hoch, also meiner Meinung nach groß genug für ein Tier, das jetzt etwas 80cm Länge hat. deshalb habe ich ein paar Probleme mit der Luftfeuchtigkeit. Da es so groß ist komme ich meist nur auf etwa 60-70% was ja eigentlich zu wenig ist aber ich weiß auch nicht so recht wie ich es ordentlich machen kann. Zumindest scheint es sie nicht merklich zu stören, wobei ich keinen Vergleich habe. mit ihrere Größe hat sie jetzt nach etwas mehr als einem Jahr Die Kornnattern fast eingeholt weshalb ich auch nochmal fragen wollte, über wie viele Jahre sie den meisten Teil ihrere Größe wächst, da sie ja nie wirklich aufhören zu wachsen. ich freue mich auf deine Antwort :D

    Gruß Jonas

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    1. Hallo Jonas,

      Morelia spilota ist eine Art, die ich selbst noch nie im Bestand hatte und mit der ich mich bislang nur am Rande auseinandergesetzt habe. Deswegen kann ich dir leider keine fundierten Erfahrungsberichte speziell zu dieser Schlangenart und ihren Unterarten geben. Als langjähriger Schlangenhalter kann ich dir aber wenigstens ein paar grundsätzliche Hinweise geben und auf dieser Basis auch ein paar deiner Fragen beantworten:

      Wenn du die Mäuse selber züchtest und bei der Aufzucht abwechslungsreich ernährst, ist eine zusätzliche Gabe von Vitaminen und Mineralstoffen eigentlich nicht notwendig. Nagetiere sind an sich schon ein sehr vollwertiges Futter dank der Knochen (Calcium) und inneren Organe (z.B. Vitamin D3 aus der Leber). Die Vitamine und Mineralstoffe sind außerdem in einem für die Schlange optimalen Verhältnis in den Nagetieren enthalten. Wenn man die Nager zusätzlich mit irgendwelchen Präparaten anreichert, kann es sein, dass dieses optimale Mischungsverhältnis kippt und man der Schlange somit mehr Schaden zufügt als ihr Gutes zu tun (Hypervitaminose). Eine zusätzliche Versorgung mit Vitaminen halte ich daher nur bei Schlangen für sinnvoll, die sich von Fisch, Wirbellosen oder ggf. von Frostfutter aus undurchsichtiger Quelle ernähren.

      Die Lebendfütterung von Wirbeltieren ist laut aktueller Rechtsprechung nur dann gestattet, wenn eine Schlange auch nach Umgewöhnungsversuchen kein Totfutter akzeptiert. Wo kein Kläger, da kein Richter und letztlich gibt es im Moment auch noch kein allgemeingültiges gesetzliches Verbot der Lebendtierfütterung, sondern es ist weiterhin Ermessenssache der Veterinärbehörden. Aber wenn die Schlange ihrer Beute stundenlang auflauert und die Mäuse so lange der Bedrohungslage ausgesetzt sind, läuft etwas falsch. Entweder fütterst du zur falschen Tageszeit oder aber du fütterst zu häufig und die Schlange hat gar keinen Hunger. Alle 2 bis 4 Tage zu füttern ist aus meiner Sicht für einen Python viel zu häufig. Ein solches Fütterungsintervall wäre bei Schlangen mit einem aktiveren Stoffwechsel (z.B. Grasnattern oder Strumpfbandnanntern) oder Babyschlangen im Alter von ein paar Tagen bis Wochen angebracht, aber nicht mehr bei einem einjährigen Teppichpython. Ich würde wöchentlich oder sogar erst alle 1,5 bis 2 Wochen füttern. Dann allerdings nicht nur Mäuse, sondern entsprechend der Größe der Schlange ruhig auch mal eine Ratte. Teppichpythons sind meines Wissens auch recht häufig im Terrarium aktiv (anders als z.B. Königspythons, die außer zur Paarungszeit normalerweise nur dann aktiv sind, wenn sie hungrig sind), daher muss die Aktivität kein Zeichen für Hunger sein.

      Die Terrariengröße ist in Ordnung, zeigt aber ein Problem, auf das ich im Blog schon hin und wieder hingewiesen habe. „Größer als nötig ist immer besser“, sagen zwar viele und grundsätzlich stimmt das auch, aber man muss bedenken, dass die Klimawerte dann evtl. nicht mehr so gut eingestellt werden können und man mehr Technik einbauen muss, damit Temperatur und ggf. Luftfeuchtigkeit stimmen. Hast du die Temperatur an den verschiedenen Orten im Terrarium (unter der Wärmequelle, in den Verstecken, auf den Kletterästen usw.) gemessen? Eine zu kühle Haltung kann auch zur Futterverweigerung führen. Und hast du Wetboxen (also Boxen mit feuchtem Moos) im Terrarium stehen? Damit kann die Schlange bei Bedarf (z.B. während der Häutungsphase) Orte mit einer höheren Luftfeuchtigkeit aufsuche, auch wenn die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit im Terrarium nicht ganz im optimalen Bereich liegt. Das Moos sollte handfeucht sein und muss regelmäßig nachgefeuchtet werden. Aber um das Problem mit der zu niedrige Luftfeuchtigkeit langfristig zu beheben, musst du wohl häufiger Sprühen und ggf. die Lüftungsflächen verkleinern. Hierbei kann ich dir per Ferndiagnose aber leider nicht großartig weiterhelfen. Insbesondere bei aktiveren Schlangen wie dem Teppichpython reichen feuchte Verstecke alleine auf Dauer wohl nicht auf, weil diese Schlangen eben häufiger im Terrarium aktiv sind und nicht nur in den Verstecken liegen.

      Beste Grüße
      Marco

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    2. Kurz gesagt: Ich würde (wenn das Klima soweit stimmt) mal 1 bis 1,5 Wochen mit der Fütterung aussetzen und es dann noch mal mit Frostfutter versuchen.

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  14. In Ordnung,
    vielen vielen Dank für die schnelle und Hilfreiche Antwort. Ich werde die Fütterungen auf all 1,5 bis 2 Wochen reduzieren. Ich habe 2 Wetboxen im Terrarium. Eine steht recht nah an der Wärmelampe und hat immer eine Temperatur von knapp 30 Grad während die andere im hinteren Bereich der etwas kühler ist ( mit 20) Grad steht. Ich habe auch zur Zeit 3 Plätze, an denen sich die Schlange je nach dem wie warm sie es haben möchte hin legen kann. Einmal einen verzweigten Ast unter der Wärmelampe mit etwa 30 Grad, dann einen etwas weiter weg mit 26-27 Grad und einen kleinen Baum im kühlen Bereich bei 20 Grad ( dort sehe ich die Schlange meist Abends liegen während sie im laufe des Nachmittags wenn sie ihre Erdhöhle verlässt, sich gerne an den mittelwarmen Platz legt). Ich sprühe Täglich mit einer Sprühflasche alle meine Pflanzen an und den Bereich unter der Wärmelampe, damit das Wasser besser verdunstet. Ich habe schon mal über eine Nebelmaschine nachgedacht, die dann per Zeitschaltuhr 2 oder 3 mal am Tag für 15 min angeht um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen aber bin noch am Preis und den Zweifel, ob das evtl meiner Schlange auf Dauer schaden könnte (in Form von Erkältung o.ä) stocken geblieben.
    Bezüglich Der Vitamine- Ja es ist eine sehr vielfältige Nahrung für die Mäuse und ich habe auch noch nichts an Präparaten gekauft. Ich bin froh es nicht gemacht zu haben. Mir wurde aus anderer Quelle ( Internet Foren) mal geraten, es einfach zu machen weil es ja nicht schaden könne oder ich habe keine zufriedenstellende Antwort erhalten. Schön, ein klares Nein zur Wichtigkeit zu bekommen damit ich sie nicht nachher vergifte.

    Nochmals vielen Dank,
    Gruß Jonas

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    1. Hallo Jonas,

      die Strukturierung deines Terrariums klingt soweit in Ordnung. Wenn Wetboxen vorhanden sind, du regelmäßig durch Sprühen die Luftfeuchtigkeit erhöhst und auch die Häutung problemlos abläuft, würde ich mir keine allzu großen Sorgen machen. Vielleicht ist auch das Hygrometer von schlechter Qualität. Ich hatte auch mal eines, das total unzuverlässig war.

      Von Nebelanlagen raten die meisten Halter ab, wie du schon selbst gesagt hast wegen der Gefahr einer Erkältung / Lungenentzündung. Ob der Nebel wirklich dazu führt / führen kann, kann ich zwar nicht bestätigen, aber das liegt daran, dass ich den Warnungen selbst folge und keine Nebelanlagen in meinen Terrarien verbaut habe. Nebel erhöht zwar die Luftfeuchtigkeit, senkt aber auch die Temperatur, was in der Kombination (kalte, feuchte Luft) durchaus zu Problemen führen kann. Das Risiko würde ich also nicht eingehen.

      Ich wünsche dir viel Erfolg. Sollte dein Python aufgrund der längeren Abstände zwischen den Fütterungen irgendwelche Auffälligkeiten zeigen, scheu dich bitte nicht, dich wieder zu melden. Und wenn er wieder erfolgreich Frostfutter annimmt, würde ich mich über eine kurze Info sehr freuen. :)

      Beste Grüße
      Marco

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