Freitag, 21. März 2014

Tagesspiegel berichtet: Tierschützer fordern strengere Regeln für Wildtierhandel


In diesem Artikel wird mal wieder suggeriert, dass es sich bei Importen von Wildtieren grundsätzlich um illegale Schmuggelware handelt. Dem ist jedoch nicht so. Man muss schon unterscheiden zwischen Wildtier und Wildfang. Nicht jedes in Deutschland gehaltene exotische Wildtier ist auch ein aus der Natur entnommenes Tier. Im Gegenteil!

Wie ich bereits in einem anderen Post erläuterte, gibt das statistische Bundesamt für das Jahr 2012 eine Anzahl von ca. 405.000 importierten Reptilien an. Überwiegend handelt es sich dabei um Nachzuchten von Züchtern aus den USA und nicht um Wildfänge. Die Züchter in den USA sind oft Vorreiter bei der Etablierung neuer Farbvarianten, die dann nach Deutschland importiert werden. Mit dem Handel oder gar Schmuggel von Wildfängen hat das absolut nichts zu tun.

Davon abgesehen sind Wildfänge für einen Erhalt des Genpools der Nachzuchttiere wichtig. Gerade bei neuen Arten, derer sich die Terraristik gerade erst annimmt. Ansonsten droht Inzucht. Auch für die Erforschung der Nachzuchtmöglichkeiten „neuer“ Arten ist der Import nötig. Diese Importe stellen aber wie gesagt nur einen kleinen Teil der Gesamtimporte dar.

Die Bevölkerung in den Gebieten wo Wildfänge stattfinden, verdient ihren Lebensunterhalt mit diesen Tieren. Aus diesem Grund schützen sie logischerweise die Lebensräume und die Bestände. Ein „Leerfangen“ würde sonst die Lebensgrundlage zerstören. Wenn der Import in der EU eingestellt wird, verliert diese Bevölkerung jedoch ebenfalls ihre Lebensgrundlage. Sie sind dann darauf angewiesen die Lebensräume der Wildfangtiere anderweitig zu nutzen – beispielsweise in Form von Landwirtschaft. Dies würde viele der natürlichen Lebensräume (die ohnehin schon gefährdet sind) zerstören.

Das somit offensichtliche Motto dieser sogenannten Tierschützer „Lieber ausgerottet, als in Gefangenschaft erhalten“ ist absolut nicht tragbar! Umso wichtiger ist, dass wir unter solche Artikel sachliche Kommentare verfassen, um den von diesen Organisationen manipulierten Lesern unseren Standpunkt zu verdeutlichen. Denn diese Leser werden sich sicherlich nicht auf einen Blog wie diesen hier verirren. Also erhebt eure Stimme!
  
Zitat aus dem Artikel: 
„Handel und Haltung sollten auf solche Arten beschränkt werden, die in Privathand dauerhaft und ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden können.“
Auch die Halter von anderen Tieren, die aufgrund von Vorurteilen und der Propaganda einiger Vereine und der Medien immer auf uns Exotenhalter zeigen, sollten bei solchen Aussagen hellhörig werden. Schlangen und Vogelspinnen sind in der Regel Lauerjäger, die keine großen Gebiete in freier Wildbahn nutzen. Durch die technischen Fortschritte in der Terraristik kann man dem Großteil dieser Tiere in Gefangenschaft die Bedingungen bieten, die sie auch in Freiheit hätten (eine gewisse Sachkunde natürlich vorausgesetzt). Ganz anders sieht es bei Tieren wie Hamstern, Kaninchen oder Meerschweinchen aus. Letztere bewohnen z.B. hochgelegene Lagen mit großen Territorien. Diese Tiere werden zuhauf in Gefangenschaft (in zu kleinen Käfigen / Ställen) gehalten (vorhandene Sachkunde seitens der Halter mag ich hier einmal bezweifeln), was jedoch die meisten Tierschutzvereine nicht öffentlich anprangern. Sind doch die Halter dieser Tiere die Hauptklientel solcher Vereine.
  
Beim Schutz der Tiere wird immer wieder vermenschlicht. Es wird suggeriert, dass die Exoten in freier Wildbahn glücklich durch die Bäume klettern oder in den Teichen schwimmen. Dem ist jedoch nicht so! Engagierte Terrarianer und auch Aquarianer schauen über den Tellerrand und kümmern sich um die Belange von wildlebenden Tieren, die große Tierschutzorganisationen leider zu oft vernachlässigen. Bilder von leidenden Orang-Utans sind halt wirksamer für diese Clubs und die Medien, als der Schutz von irgendwelchen wirbellosen Tieren. Traurig, aber so ist es leider...

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